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Rasse-Ratgeber · Hund

Hundefutter Pyrenäen-Berghund

Hundefutter für Pyrenäen-Berghund mit optimiertem Kalzium. Gelenkschutz für extreme Körpergewichte – von Anfang an stabil.

Größe
65–80 cm
Gewicht
45–70 kg
Lebenserwartung
10–12 Jahre
Herkunft
Frankreich
FCI-Gruppe
Pinscher und Schnauzer – Molossoide – Schweizer Sennenhunde
Illustration: Hundefutter Pyrenäen-Berghund

Pyrenäen-Berghund: Das Wichtigste zur Ernährung auf einen Blick

Der Pyrenäen-Berghund (Chien de Montagne des Pyrénées) gehört zu den sogenannten Riesenrassen. Mit einer Schulterhöhe von 65 bis 80 Zentimetern und einem Erwachsenengewicht, das bei gut gebauten Rüden deutlich über 50 Kilogramm liegen kann, zählt er laut FCI-Standard zur Gruppe 2, Sektion 2.2 – den Molossoiden.

Für die Ernährung sind drei Punkte entscheidend:

  • Wachstumsphase: Wie bei allen Riesenrassen ist die kontrollierte Kalzium- und Energiezufuhr in den ersten 18–24 Lebensmonaten besonders kritisch. Zu viel Kalzium oder eine übermäßige Energieversorgung kann die Skelettentwicklung beeinträchtigen.
  • Erwachsenenphase: Adulte Tiere haben einen im Verhältnis zur Körpermasse eher moderaten Grundenergiebedarf. Übergewicht belastet bei Riesenrassen die Gelenke überproportional.
  • Gesundheitsdispositionen: Polyneuropathie, Laryngealparese und kraniomandibuläre Osteopathie sind für die Rasse beschrieben – die Ernährung kann zwar keine Erkrankungen verhindern, ein bedarfsgerechtes Profil unterstützt aber die allgemeine Robustheit.

Grundlage für alle Nährwertangaben auf dieser Seite sind die FEDIAF Nutritional Guidelines 2025 sowie die NRC-Richtlinien von 2006.

Größe und Statur: Ein echter Hüne mit dichtem Schutzfell

So groß wird ein Chien de Montagne des PyrénéesSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmChien de Montagne des PyrénéesSchulterhöhe 70–80 cmca. 75 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Pyrenäen-Berghund erreicht eine Widerristhöhe von 65 bis 80 Zentimetern, wobei Rüden in der Regel deutlich größer und schwerer sind als Hündinnen. Das Erwachsenengewicht liegt typischerweise zwischen 45 und über 60 Kilogramm, bei manchen Rüden auch darüber.

Sein Fell ist dicht, ziemlich lang und geschmeidig, auf Schultern und Rücken etwas spröder, an Rute und Hals mit leichter Wellung. Die Unterwolle ist sehr dicht – ein Erbe aus dem Hochgebirge, das dem Hund zwar in kalten Wintern zugute kommt, ihn im Sommer aber schnell überhitzen lässt. Diese Überhitzungsneigung ist auch für die Fütterung relevant: In heißen Sommermonaten sinkt der Bewegungsumfang, der Energiebedarf verringert sich entsprechend, und die Futtermenge sollte angepasst werden.

Die Körpermasse des Pyrenäen-Berghundes überschreitet die 45-Kilogramm-Grenze, ab der Ernährungsexperten von einer „Giant Breed“ sprechen – mit allen daraus folgenden Konsequenzen für Wachstum, Kalziumstoffwechsel und Energiebedarf.

Wesen und Charakter: Sanftmut trifft Unabhängigkeit

Der Pyrenäen-Berghund vereint auf bemerkenswerte Weise zwei scheinbar gegensätzliche Eigenschaften: Er ist ein kraftvoller, wachsamer Schutzhund und zugleich ein sanftmütiger, zutiefst loyaler Gefährte seiner Schutzbefohlenen – sei es die Schafherde oder die Familie.

Sein ausgeprägter Hang zur Eigeninitiative und Unabhängigkeit ist tief in seiner Arbeitsgeschichte verwurzelt. Ein Pyrenäen-Berghund, der nachts allein über eine Bergherde wacht, kann keine Befehle abwarten – er muss selbst entscheiden. Diese Eigenschaft macht ihn in der Haltung anspruchsvoll: Er braucht konsequente, ruhige Führung und frühzeitige Sozialisation.

Für die Ernährung ist diese Eigenständigkeit insofern relevant, als Pyrenäen-Berghunde ihren Aktivitätslevel selbst regulieren und nicht immer als ausdauernde Sporthunde einzuschätzen sind. Ein ruhiger, wenig bewegter Hund hat einen deutlich niedrigeren Energiebedarf als ein aktiv arbeitender Herdenschutz-Patou. Die individuelle Aktivitätsbeurteilung ist daher eine wichtige Grundlage für die Futtermengenberechnung.

Herkunft und Geschichte: Jahrtausende im Hochgebirge

Die Geschichte des Pyrenäen-Berghundes reicht über tausend Jahre zurück. In den Pyrenäen, dem Gebirge an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, wurden große weiße Herdenschutzhunde eingesetzt, um Schafherden vor Wölfen und Bären zu schützen. Diese Aufgabe erforderte Ausdauer, Kälteresistenz und die Fähigkeit, tagelang mit geringen Nahrungsmengen auszukommen – Eigenschaften, die sich im Stoffwechsel der Rasse niedergeschlagen haben.

Im 15. Jahrhundert begann man die Hunde auch in Schlössern als Wachhunde zu halten. Unter Ludwig XIV. wurden Patous sogar in Paris und im Louvre eingesetzt – eine Epoche, die der Rasse zu europäischer Bekanntheit verhalf. Dennoch blieb der Herdenschutz ihre Kernaufgabe.

Mitte des 20. Jahrhunderts, als Wölfe in weiten Teilen Europas ausgerottet waren, schrumpfte die Population dramatisch. Jacques Coly, Mitglied des Clubs der Pyrenäenberghunde, fand bei einer Bestandsaufnahme in Frankreich nur noch etwa 69 reinrassige Tiere.

Die Rückkehr der Wölfe in die Alpen und Pyrenäen hat dem Patou in den letzten Jahrzehnten neue Relevanz als Arbeitshund gegeben. Für die Ernährung bedeutet dies: Arbeitende Herdenschutzhunde haben einen wesentlich höheren Energiebedarf als Familienhunde im Haushalt – ein Umstand, der bei der Futterauswahl zwingend berücksichtigt werden muss.

Pflege: Das dichte Fell und seine Bedeutung für Haltung und Ernährung

Das üppige, doppellagige Fell des Pyrenäen-Berghundes ist sein Markenzeichen und zugleich ein wesentlicher Pflegeaufwand. Die dichte Unterwolle und das lange Deckhaar sind wasserdicht und isolierend – ideal für kalte Bergregionen, aber ohne regelmäßige Pflege neigt das Fell zu Verfilzung. Wöchentliches Bürsten ist das Minimum, in der zweimal jährlichen Haupthaarung täglich.

Ein gepflegtes, gesundes Fell ist auch ein Indikator für die Ernährungsqualität: Glanzlosigkeit, erhöhter Schuppen- oder Haarausfall können auf Mängel bei essenziellen Fettsäuren (insbesondere Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren), Zink oder Biotin hinweisen. Hochwertige vollständige Futterrezepturen decken diesen Bedarf in der Regel ab.

Auch die Zahnpflege spielt bei dieser großen Rasse eine Rolle: Regelmäßiges Reinigen der Zähne oder geeignete Kauzusätze können Zahnsteinbildung reduzieren. Krallen wachsen bei wenig auf hartem Untergrund laufenden Hunden schnell nach und sollten regelmäßig kontrolliert werden.

Da der Pyrenäen-Berghund hitzeempfindlich ist, sollte im Sommer auf ausreichend frisches Wasser geachtet werden. Der Wasserbedarf eines großen Hundes ist erheblich – er hängt von Körpergröße, Futterart und Temperatur ab.

Gesundheit: Rassetypische Dispositionen und ihre Ernährungsrelevanz

Für den Pyrenäen-Berghund sind mehrere gesundheitliche Dispositionen dokumentiert, die teils direkten Bezug zur Ernährung haben.

Polyneuropathie Eine autosomal-rezessiv vererbte Polyneuropathie ist für die Rasse beschrieben (OMIA:001292). Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die mit Bewegungseinschränkungen einhergehen kann. Eine gezielte Ernährungsmaßnahme zur Prävention ist nicht etabliert; eine bedarfsgerechte Versorgung mit B-Vitaminen, die für die Nervenfunktion essenziell sind, gilt jedoch allgemein als sinnvoll.

Laryngealparese Auch eine Kehlkopflähmung (Laryngealparese, OMIA:001206) ist für die Rasse bekannt. Sie kann die Nahrungsaufnahme und insbesondere das Schlucken beeinträchtigen. Betroffene Hunde benötigen möglicherweise angepasste Futterkonsistenzen – die genaue Ernährungsanpassung sollte tierärztlich begleitet werden.

Kraniomandibuläre Osteopathie Diese Knochenerkrankung des Kiefers (OMIA:000236) tritt bei Welpen und Junghunden auf und kann das Kauen schmerzhaft machen. Bei betroffenen Tieren kann weicheres Futter – Nassfutter oder eingeweichtes Trockenfutter – vorübergehend sinnvoll sein. Die Erkrankung hat wahrscheinlich multifaktorielle Ursachen.

Gaumenspalte und Lippen-Kiefer-Gaumenspalte Sowohl isolierte Gaumenspalte (OMIA:000197) als auch kombinierte Lippen-Kiefer-Gaumenspalte (OMIA:001714) sind für die Rasse dokumentiert. Betroffene Welpen haben erhebliche Schwierigkeiten beim Saugen und der Nahrungsaufnahme und bedürfen sofortiger tierärztlicher Betreuung.

Skeletterkrankungen als Riesenrassen-Risiko Unabhängig von den genannten Dispositionen sind Pyrenäen-Berghunde als Riesenrasse grundsätzlich anfällig für entwicklungsbedingte Skeletterkrankungen wie Osteochondrose und Hypertrophe Osteodystrophie (HOD). Diese hängen direkt mit der Ernährung in der Wachstumsphase zusammen und werden im Ernährungs-Abschnitt ausführlich behandelt.

Energiebedarf und Nährstoffprofil: Was der Pyrenäen-Berghund wirklich braucht

Der Energiebedarf des Pyrenäen-Berghundes ist rasse- und größenklassenspezifisch zu betrachten. Als Riesenrasse mit einem Erwachsenengewicht von über 45 Kilogramm liegt sein Energiebedarf pro Kilogramm Körpermasse deutlich unter dem kleinerer Hunde.

Adulte Tiere: Moderater Grundumsatz Nach dem ECVCN-Konsens und den Empfehlungen für Giant Breeds gilt für adulte Pyrenäen-Berghunde ein Multiplikator von etwa 1,2 bis 1,3 × dem Ruheumsatz (RER), verglichen mit 1,4 bis 1,6 bei mittelgroßen Rassen. In der Praxis bedeutet das: Ein wenig bewegter Haushund mit 55 Kilogramm Körpergewicht benötigt deutlich weniger Kalorien als man vermuten würde. Regelmäßige Gewichtskontrolle (idealerweise monatlich) ist entscheidend, um schleichendes Übergewicht zu erkennen – das bei Riesenrassen die Gelenke und Lebenserwartung erheblich belasten kann.

Wachstumsphase: Kontrolliertes Wachstum als Schutz Die Wachstumsphase des Pyrenäen-Berghundes dauert 18 bis 24 Monate – deutlich länger als bei kleineren Rassen. Für Welpen großwüchsiger Rassen empfiehlt das NRC (2006) eine reduzierte Energiezufuhr von etwa 85 % des Standard-Wachstums-MER, um überschnelles Wachstum und damit verbundene Skelettschäden zu vermeiden.

Kalzium und Phosphor: Die kritischen Mineralstoffe Dies ist der wichtigste ernährungsmedizinische Aspekt bei Welpen dieser Rasse. Nach NRC 2006 und FEDIAF 2025 gilt für Welpen großwüchsiger Rassen eine Kalzium-Obergrenze von 1,0 % der Trockenmasse (entspricht etwa 4,5 g/1000 kcal ME nach NRC-Obergrenzwert). Zu viel Kalzium – etwa durch unkontrollierte Supplementierung – stört die Knochenmineralisation und erhöht das Risiko für Osteochondrose und HOD erheblich. Gleichzeitig gilt für Phosphor eine Obergrenze von 0,8 % der Trockenmasse bei Welpen, und das Kalzium-Phosphor-Verhältnis muss im empfohlenen Bereich gehalten werden.

Das bedeutet in der Praxis: Für Welpen des Pyrenäen-Berghundes ist ein speziell für Großrassen-Welpen oder Riesenrassen-Welpen formuliertes Futter notwendig – kein universelles Welpenprodukt, das für alle Größenklassen konzipiert wurde. Kalziumpräparate sollten bei Verfütterung eines vollständigen kommerziellen Futters grundsätzlich nicht zusätzlich gegeben werden.

Protein Für adulte Hunde empfiehlt das NRC (2006) mindestens 25 g Protein pro 1000 kcal ME als Richtwert. Für Welpen liegt der empfohlene Wert bei 43,8 g/1000 kcal ME. Hochwertiges Protein aus tierischen Quellen ist die Grundlage für Muskelerhalt – besonders relevant bei einer Rasse, die von Natur aus muskulös sein sollte.

Fett Der Fettbedarf liegt für adulte Hunde laut NRC (2006) bei einem empfohlenen Richtwert von 13,8 g/1000 kcal ME; FEDIAF 2025 nennt 13,75 g/1000 kcal ME als Minimum. Für Welpen liegt der Bedarf mit rund 21 g/1000 kcal ME deutlich höher. Für die Fellqualität des Pyrenäen-Berghundes sind essentielle Fettsäuren – insbesondere Linolsäure (Omega-6) – besonders relevant.

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Futter für den Pyrenäen-Berghund: Trockenfutter, Nassfutter, BARF und mehr im Vergleich

Die Wahl der Futterart ist beim Pyrenäen-Berghund keine reine Geschmacksfrage – sie hat direkte Auswirkungen auf Mineralstoffbalance, Zahngesundheit und Gewichtskontrolle.

Trockenfutter (Kibble) Kommerzielles Trockenfutter für Riesenrassen-Welpen oder adulte Großrassen ist die am weitesten verbreitete Option und bietet bei guter Rezeptur eine vollständige, kalkulierte Nährstoffversorgung. Besonders wichtig ist, dass das gewählte Produkt explizit für „Giant Breed“ oder „Großrassen“ ausgelobt ist – diese Formulierungen haben in der Regel ein kontrolliertes Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Ein weiterer Vorteil: Die Kauwirkung unterstützt die Zahnhygiene. Nachteil: Der niedrige Wasseranteil (ca. 8–10 %) erfordert stets frisches, ausreichend vorhandenes Trinkwasser – besonders wichtig bei einem großen Hund im Sommer.

Nassfutter Nassfutter mit einem Wasseranteil von 70–80 % kann für Hunde mit eingeschränkter Kaukapazität – etwa bei kraniomandibulärer Osteopathie oder Laryngealparese – eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung sein. Die Energiedichte ist deutlich geringer als bei Trockenfutter; die benötigte Futtermenge ist entsprechend höher, was bei einem Pyrenäen-Berghund mit 55+ Kilogramm erhebliche Kosten verursachen kann. Vollständige Nassfutterrezepturen müssen ebenfalls alle Nährstoffvorgaben der FEDIAF oder des NRC erfüllen.

BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) BARF-Konzepte sind beim Pyrenäen-Berghund mit besonderer Sorgfalt anzugehen. Das Hauptrisiko liegt in der Mineralstoffbalance: Bei einer selbst zusammengestellten BARF-Ration ist eine unkontrollierte Kalziumzufuhr – vor allem durch überdosierte Knochenmengen – ein reales Problem, das bei Welpen dieser Rasse direkt zu Skeletterkrankungen führen kann. Rohfleischrationen ohne knochenhaltige Komponenten sind hingegen kalziumarm und riskieren das Gegenteil. BARF beim Pyrenäen-Berghund-Welpen sollte daher nur unter Begleitung einer qualifizierten Tierernährungsberatung durchgeführt werden. Für adulte Tiere gilt das ebenfalls, wenngleich in etwas abgemilderter Form. Auch hygienische Aspekte (Keimbelastung, Parasiten) sind zu beachten.

Vegetarisches und veganes Futter Diese Futterformen sind für Hunde grundsätzlich möglich, wenn die Rezeptur alle essenziellen Nährstoffe – insbesondere essentielle Aminosäuren, Vitamin D3 (tierisch oder aus Hefe), Vitamin B12 und bestimmte Fettsäuren – in ausreichender Menge und Bioverfügbarkeit enthält. Für Riesenrassen-Welpen ist die Nachweislage zur veganen Ernährung unzureichend; tierärztliche Begleitung ist hier besonders wichtig. Im Zweifel gilt: Bedarfsdeckung hat Vorrang vor Ernährungsphilosophie.

Mahlzeitenhäufigkeit Bei großen und Riesenrassen empfiehlt sich die Aufteilung der Tagesration auf mindestens zwei Mahlzeiten, um das Risiko einer Magendilatation/-drehung (GDV) zu reduzieren – einer lebensbedrohlichen Erkrankung, die bei tiefen, weiten Brustkorben besonders häufig vorkommt. Intensive Bewegung direkt vor und nach der Fütterung sollte vermieden werden.

Nahrungsergänzung für den Pyrenäen-Berghund: Was sinnvoll sein kann – und was nicht

Nahrungsergänzungsmittel sind beim Pyrenäen-Berghund ein sensibles Thema. Wer einem gut versorgten Hund, der bereits ein vollständiges kommerzielles Futter erhält, unkontrolliert Mineralstoffpräparate gibt, riskiert mehr Schaden als Nutzen – insbesondere bei Kalzium.

Kalzium-Präparate: Im Regelfall kontraindiziert bei Welpen Ein zusätzliches Kalziumpräparat sollte bei Welpen, die ein für Großrassen-Welpen oder Riesenrassen geeignetes Vollfertigfutter erhalten, grundsätzlich nicht gegeben werden. Das NRC (2006) und FEDIAF (2025) definieren klare Obergrenzen für Kalzium bei wachsenden Großrassen, da ein Überschuss die Entstehung von Osteochondrose und HOD begünstigen kann. Im Einzelfall – etwa bei selbst zusammengestellten BARF-Rationen – ist die Kalziumversorgung jedoch mit einer Fachperson zu überprüfen und anzupassen.

Omega-3-Fettsäuren (EPA/DHA) Die marinen Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA spielen eine Rolle bei Entzündungsmodulation und Gelenkgesundheit. Das NRC (2006) empfiehlt für adulte Hunde 0,11 g EPA+DHA pro 1000 kcal ME, für Welpen 0,13 g/1000 kcal ME. Bei einem Pyrenäen-Berghund mit Gelenkbelastung oder dokumentierten entzündlichen Prozessen kann eine ergänzende Versorgung mit einem geeigneten Fischöl-Präparat sinnvoll sein – die genaue Menge sollte jedoch tierärztlich abgestimmt werden.

Gelenkunterstützende Ergänzungen Glukosamin und Chondroitin werden für Riesenrassen häufig diskutiert, um die Knorpelgesundheit zu unterstützen. Die wissenschaftliche Evidenz für den präventiven Einsatz ist begrenzt; bei bestehenden Gelenkveränderungen wird ihre Anwendung in der veterinärmedizinischen Praxis begleitet eingesetzt. Ein Einsatz ohne tierärztliche Rücksprache wird nicht empfohlen.

Zink und Vitamin E für die Fellqualität Das üppige Doppelfell des Pyrenäen-Berghundes ist auf eine ausreichende Versorgung mit Zink und Vitamin E angewiesen. FEDIAF (2025) gibt für adulte Hunde 18 mg Zink pro 1000 kcal ME als Minimum an; NRC (2006) empfiehlt 15 mg/1000 kcal. Vitamin E liegt bei 7,5 mg/1000 kcal ME (NRC) bzw. mindestens 9 IE/1000 kcal (FEDIAF). Ein hochwertiges Vollfertigfutter deckt diese Bedarfe in der Regel ab; eine Supplementierung ist nur bei nachgewiesenem Mangel oder spezieller Diät sinnvoll.

B-Vitamine und Nervenfunktion Angesichts der für die Rasse beschriebenen Polyneuropathie-Disposition ist eine ausreichende Versorgung mit B-Vitaminen – insbesondere B1 (Thiamin), B6 und B12 – relevant. Ein ausgewogenes vollständiges Futter stellt diese Versorgung sicher; eine gezielte Supplementierung bleibt Einzelfällen mit tierärztlicher Diagnose vorbehalten.

Grundprinzip: Vor jedem Ergänzungsmittel sollte geprüft werden, ob das verwendete Futter den Bedarf bereits deckt. Im Zweifel empfiehlt sich eine Futteranalyse in Zusammenarbeit mit einem Tierarzt oder Tierernährungsberater.

Das passende Futter für den Pyrenäen-Berghund finden: Worauf es bei der Auswahl ankommt

Angesichts der besonderen Anforderungen des Pyrenäen-Berghundes – kontrolliertes Kalzium-Phosphor-Verhältnis für Welpen, angepasste Energiedichte für adulte Tiere, ausreichende Protein- und Fettsäureversorgung für Muskel- und Fellgesundheit – ist eine datengestützte Futterauswahl sinnvoller als die Entscheidung nach Packungsdesign oder Preis allein.

Der Futtersuche-Filter auf futter.de erlaubt es, Produkte gezielt nach Lebensphase (Welpe Riesenrasse / Adult Großrasse), Futterart (Trocken, Nass, BARF-geeignet) und Nährstoffprofil zu filtern. So lassen sich Produkte identifizieren, die für die spezifischen Bedürfnisse eines Pyrenäen-Berghund-Welpen oder eines adulten Patous tatsächlich geeignet sind – unabhängig von Markenempfehlungen oder Werbung.

Wichtig: Die Futtersuche ersetzt keine individuelle tierärztliche Ernährungsberatung, insbesondere bei Erkrankungen oder besonderen Lebensphasen (Trächtigkeit, Aufzucht, Rekonvaleszenz).

Quellen

  1. [1]FCI-Rassestandard CHIEN DE MONTAGNE DES PYRENEESfci_standard
  2. [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  3. [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  4. [4]Studie: Craniomandibuläre Osteopathiestudy
  5. [5]Studie: Cleft palatestudy
  6. [6]Studie: Cleft lip and palatestudy
  7. [7]Studie: Polyneuropathiestudy
  8. [8]Studie: Laryngealparesestudy
  9. [9]Wikipedia: Chien de Montagne des Pyrénéeswikipedia
  10. [10]Pyrenäen Berghundweb
  11. [11]Chien de Montagne des Pyrénées – Wikipediaweb
  12. [12]Ernährung Pyrenäenberghund – Calcium, Wachstum & gesunde Fütterungweb
  13. [13]Pyrenäenberghund - Steckbrief, Charakter, Wesen und Haltungweb
  14. [14]Typische Rassekrankheiten beim Hund - [GEO]web

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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