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Hundefutter English Setter: Schilddrüse

Hundefutter für English Setter: Vorstehhund-Energie, Schilddrüsengesundheit und Hypothyreose-Prävention optimal abgedeckt.

Größe
61–68 cm
Gewicht
29–36 kg
Lebenserwartung
ca. 12 Jahre
Herkunft
Großbritannien
FCI-Gruppe
Vorstehhunde (Gruppe 7)
Illustration: Hundefutter English Setter: Schilddrüse

English Setter Futter: Das Wichtigste auf einen Blick

Der English Setter vereint zwei auf den ersten Blick widersprüchliche Eigenschaften: Er ist ein ausdauerstarker Jagd- und Vorstehhund mit erheblichem Energiebedarf – und zugleich eine Rasse, die zur Hypothyreose neigt, was den Grundumsatz senken und das Gewichtsmanagement erschweren kann. Genau diese Kombination macht eine durchdachte Ernährung so relevant.

Im Überblick:

  • Größenklasse: Großer Hund (29–36 kg), klassifiziert als Vorstehhund der FCI-Gruppe 7
  • Bewegungsbedarf: Rund 2,4 Stunden täglich – hoher Energiebedarf bei ausreichend Aktivität, Übergewichtsrisiko bei Unterforderung
  • Schlüsseldispositionen mit Ernährungsrelevanz: Hypothyreose (Stoffwechsel, Fettgehalt, Jod), NCL-8 (neurodegenerativ, antioxidative Versorgung beachtenswert), Lendenwirbelübergangswirbel (Gelenkbelastung, Omega-3-Fettsäuren diskutiert)
  • Fell: Lang, seidig, gewellt – profitiert von ausreichender Omega-3- und Zinkversorgung
  • Lebensphase Welpe: Großrassen-Welpenfutter mit kontrolliertem Kalzium-Phosphor-Verhältnis essenziell
  • Futterwahl: Protein- und nährstoffreiches Futter für aktive Großhunde; bei bestätigter Hypothyreose angepasste Kalorienrestriktion mit Tierarzt abstimmen

Größe, Gewicht und Körperbau des English Setters

So groß wird ein English SetterSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmEnglish SetterSchulterhöhe 65–68 cmca. 67 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der English Setter ist ein großer, harmonisch gebauter Hund mit eleganter, langgestreckter Silhouette. Rüden erreichen eine Widerristhöhe von 65 bis 68 Zentimetern, Hündinnen bleiben mit 61 bis 65 Zentimetern etwas kompakter. Das Körpergewicht liegt je nach Geschlecht und Konstitution zwischen 29 und 36 Kilogramm.

Der Körperbau ist auf Ausdauer ausgelegt: langer Rücken, kräftige Hinterhand, muskulöse Schultern – typisch für einen Hund, der über Stunden im Gelände arbeitet. Trotz dieser athletischen Grundkonstitution neigt die Rasse bei unzureichender Bewegung und falscher Fütterung zur Verfettung, insbesondere wenn eine Hypothyreose vorliegt.

Das lange, seidig-gewellte Fell mit ausgeprägten Behängen, Hosen und Befederungen ist ein weiteres Rassecharakteristikum. Es stellt keine direkte Ernährungsbesonderheit dar, reagiert aber sichtbar auf Nährstoffmängel – insbesondere auf unzureichende Versorgung mit essenziellen Fettsäuren und Zink.

Wesen und Charakter des English Setters

Der English Setter gilt als einer der freundlichsten und gutmütigsten Vertreter seiner Gruppe. Sein Temperament verbindet ausgeprägte Jagdleidenschaft mit familiärer Wärme und emotionaler Sensibilität. Im Alltag zeigt er eine feine Anpassungsfähigkeit an Stimmungen im Haushalt, reagiert auf ruhige Führung positiv und ist gegenüber Menschen in der Regel offen und zugewandt.

Der ausgeprägte Jagd- und Bewegungstrieb ist ein zentraler Wesensaspekt, der sich unmittelbar auf die Ernährung auswirkt: Ein gut ausgelasteter English Setter mit täglich rund 2,4 Stunden Bewegung hat einen signifikant höheren Energiebedarf als ein überwiegend ruhig gehaltenes Tier. Unterforderte Exemplare mit zu hoher Kalorienzufuhr entwickeln schnell Übergewicht – mit entsprechenden Folgen für Gelenke und Stoffwechsel.

Die Sensibilität der Rasse wirkt sich auch auf das Fressverhalten aus: Manche English Setter reagieren auf Stress, Veränderungen im Haushalt oder intensive Trainingsbelastung mit vorübergehendem Appetitmangel. Ein strukturierter Fütterungsrhythmus mit festen Zeiten und ruhiger Umgebung unterstützt ein gleichmäßiges Fressverhalten.

Herkunft und Geschichte – und was sie für die heutige Ernährung bedeutet

Der English Setter gehört zu den ältesten Vorstehhunderassen Großbritanniens. Seine Wurzeln reichen mindestens ins 14. und 15. Jahrhundert zurück, als englische Adelige auf ihren Landgütern Hunde züchteten, die speziell für die Jagd auf Federwild mit Netzen ausgelegt waren. Der Name „Setter“ leitet sich vom englischen Verb „to set“ ab – dem charakteristischen Erstarren oder Niederducken des Hundes beim Anzeigen von Wild. Als Schusswaffen die Netzjagd ablösten, wurde die Rasse auf eine aufrechte Vorstehhaltung selektiert.

Historische Quellen aus dem 16. Jahrhundert beschreiben Hunde, die dem heutigen English Setter in Funktion und Erscheinung nahekommen. Als Kreuzungsgrundlagen werden frühe Spaniel-Typen und Pointer-Varianten vermutet. Im 19. Jahrhundert wurde die Rasse durch den englischen Züchter Edward Laverack systematisch standardisiert; die erste Hundeausstellung mit English Settern fand 1859 in Newcastle-on-Tyne statt.

Für die heutige Ernährungspraxis ist diese Geschichte relevant: Der English Setter wurde über Jahrhunderte als Ausdauerarbeiter selektiert, der über stundenlange Jagdarbeit im Freiland robust und leistungsfähig bleiben musste. Sein Verdauungssystem und sein Stoffwechsel sind auf hochwertige, proteinreiche Kost ausgelegt – nicht auf kalorienarmes Erhaltungsfutter für Haushunde mit minimaler Bewegung.

Pflege des English Setters

Das auffälligste Pflegemerkmal des English Setters ist sein langes, seidig-gewelltes Fell mit Befederungen an den Läufen, Hosen an der Hinterhand und langen Behängen. Laut FCI-Standard ist es leicht gewellt, aber nicht gelockt, und verteilt sich über den gesamten Körper. Diese Fellstruktur ist pflegeintensiv: Ohne regelmäßiges Bürsten – mindestens drei- bis viermal pro Woche, in Haarwechselphasen täglich – bilden sich rasch Verfilzungen, besonders in den Beinbefederungen und Hosen.

Ein direkter Zusammenhang zur Ernährung besteht bei der Fellqualität: Mängel an essenziellen Fettsäuren (insbesondere Omega-3 und Omega-6) oder Zink machen sich beim English Setter vergleichsweise schnell in stumpfem, brüchigem Fell oder vermehrtem Haarausfall bemerkbar. Ein Futter mit ausreichend hochwertigen Fettquellen und Spurenelementen ist daher auch aus Pflegesicht relevant.

Weitere Pflegepunkte umfassen: regelmäßige Ohrenkontrollen (die hängenden Behänge begünstigen ein feuchtes Ohrklima), Zahnpflege, Krallenkontrolle und Pfotenpflege nach Geländeeinsätzen. Der Bewegungsbedarf von rund 2,4 Stunden täglich erfordert auch entsprechend angepasste Futtermengenkalkulation – Pflegepausen oder Bewegungseinschränkungen durch Verletzung sollten immer mit einer Futtermengenanpassung begleitet werden.

Gesundheit und rassetypische Erkrankungen beim English Setter

Der English Setter trägt mehrere dokumentierte Gesundheitsdispositionen, von denen einige unmittelbare Auswirkungen auf die Ernährung haben. Die folgende Übersicht basiert auf den vorliegenden OMIA-Einträgen und veterinärmedizinischen Quellen.

Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) Die Hypothyreose ist beim English Setter gehäuft dokumentiert. Sie entsteht typischerweise durch eine immunvermittelte Zerstörung des Schilddrüsengewebes und führt zu vermindertem Grundumsatz, Gewichtszunahme ohne erhöhte Futterzufuhr, Lethargie und Fellveränderungen. Die Ernährungsrelevanz ist erheblich: Ein hypothyreoter Hund benötigt weniger Kalorien, neigt ohne Anpassung der Futtermenge zur Adipositas und sollte fettreduzierte, ballaststoffreichere Kost erhalten. Der Jodgehalt im Futter sollte im physiologischen Bereich gehalten werden – sowohl Jodmangel als auch übermäßige Jodzufuhr können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen. Jede diätetische Anpassung bei bestätigter Hypothyreose erfordert tierärztliche Begleitung.

Neuronale Zeroid-Lipofuszinose Typ 8 (NCL-8) Für den English Setter ist eine Mutation im CLN8-Gen identifiziert, die autosomal-rezessiv vererbt wird und zu einer progressiven neurodegenerativen Speichererkrankung führt. Seriöse Züchter lassen Elterntiere auf diese Mutation testen. Ein direkter diätetischer Einfluss auf den Krankheitsverlauf ist nicht belegt; eine gute antioxidative Versorgung (Vitamin E, Vitamin C) wird in der Fachliteratur allgemein für neurologisch erkrankte Hunde diskutiert, ohne dass konkrete Wirkungsversprechen gemacht werden können.

Angeborene sensorineurale Taubheit Ein- oder beidseitige Taubheit tritt beim English Setter multifaktoriell bedingt auf und hängt unter anderem mit Pigmentierungsgenen zusammen. Sie hat keine direkte Ernährungsrelevanz, beeinflusst aber das Management: Taube Hunde reagieren möglicherweise anders auf Fütterungsreize und benötigen visuelle Signale bei der Mahlzeitenkommunikation.

Lendenwirbelübergangswirbel (Transitional Lumbosacral Vertebrae) Diese multifaktoriell vererbte Skelettanomalie kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen im Lendenwirbelbereich führen. Betroffene Hunde sind in ihrer Aktivität eingeschränkt, was die Energiebedarfsplanung direkt beeinflusst. Omega-3-Fettsäuren werden in diesem Kontext als entzündungsmodulierend diskutiert – belastbare rassetypische Studien fehlen jedoch; die allgemeine Evidenz für EPA/DHA bei Gelenkerkrankungen des Hundes gilt als moderat.

Epidermale Akantholyse und Primäre Zilienfehlbildung Beide Erkrankungen sind beim English Setter dokumentiert (autosomal-dominant bzw. ohne gesicherte Ursache). Sie haben keine direkte spezifische Ernährungsrelevanz, erfordern jedoch bei Auftreten tierärztliche Abklärung.

NADH-Zytochrom-B5-Reduktase-Mangel (hereditäre Methämoglobinämie) Diese autosomal-rezessiv vererbte Erkrankung beeinträchtigt den Sauerstofftransport im Blut. Bei bestätigter Diagnose ist eine individuell angepasste Ernährung mit dem Tierarzt zu besprechen.

Energiebedarf und Nährstoffversorgung: Futter für den English Setter

Der English Setter gehört mit 29 bis 36 Kilogramm zur Klasse der großen Hunde und kombiniert dieses Körpergewicht mit einem überdurchschnittlich hohen Aktivitätslevel. Daraus ergibt sich ein substanzieller Energiebedarf, der je nach Aktivitätsgrad, Jahreszeit, Alter und Gesundheitsstatus erheblich variieren kann.

Energiebedarf im Überblick

Für einen gesunden, aktiven adulten English Setter mit rund 33 Kilogramm Körpergewicht und täglicher Auslastung von etwa 2,4 Stunden liegt der Erhaltungs- und Aktivitätsbedarf nach NRC-Berechnungsgrundlagen in einem Bereich, der deutlich über dem eines gleichgroßen, wenig bewegten Haustieres liegt. Genaue kcal-Angaben sind ohne individuelle Körperkonditionsbewertung nicht seriös zu machen – die Futtermenge orientiert sich stets am tatsächlichen Body-Condition-Score (BCS), nicht allein am Richtwert des Herstellers.

Protein

Hochwertiges tierisches Protein steht im Mittelpunkt der Ernährung. Nach NRC 2006 liegt der empfohlene Richtwert für adulte Hunde bei 25 g Protein pro 1.000 kcal ME; für aktive Arbeitshunde wie den English Setter ist ein Rohproteingehalt von 25–35 % in der Trockenmasse sinnvoll. Proteinquellen sollten tierischen Ursprungs sein (Geflügel, Rind, Fisch, Ei), da diese eine hohe biologische Verfügbarkeit aufweisen. Bei bestätigter Hypothyreose gilt: Ausreichend Protein ist notwendig, um Muskelmasse trotz Kalorienrestriktion zu erhalten.

Fett

Fett ist der wichtigste Energieträger im Hundefutter. Nach FEDIAF 2025 liegt das Minimum für adulte Hunde bei 13,75 g Fett pro 1.000 kcal ME. Für den aktiven English Setter ist ein moderater bis höherer Fettgehalt im Futter sinnvoll – jedoch mit einem wichtigen Vorbehalt: Bei Hypothyreose-Diagnose und begleitender Hyperlipidämie empfehlen die Diätziele eine Reduktion des Fettanteils auf unter 10 % Trockenmasse, um die Lipidkontrolle zu unterstützen. Diese Umstellung ist mit dem Tierarzt abzustimmen.

Kalzium, Phosphor und Wachstum

Besonders in der Wachstumsphase ist das Kalzium-Phosphor-Verhältnis kritisch. English-Setter-Welpen gelten als Großrasse und sollten ausschließlich mit einem Welpenfutter für große Rassen gefüttert werden. Nach NRC 2006 liegt der empfohlene Richtwert für Kalzium in der Wachstumsphase bei 3 g pro 1.000 kcal ME, der sichere obere Grenzwert bei 4,5 g/1.000 kcal ME – eine Überdosierung, etwa durch zusätzliches Kalzium-Supplementieren bei einem kommerziell ausgeglichenen Welpenfutter, kann Skelettentwicklungsstörungen begünstigen und ist zu vermeiden.

Lebensphasen im Überblick

  • Welpe (bis ca. 6 Monate): Großrassen-Welpenfutter, 3–4 Mahlzeiten täglich, kein zusätzliches Kalzium
  • Junghund (6–18 Monate): Weiterhin Großrassen-Formel bis Wachstumsabschluss, schrittweiser Übergang auf Erwachsenenfutter
  • Adulter Hund (18 Monate bis ca. 8 Jahre): Hochenergetisches Futter für aktive Großhunde, 2 Mahlzeiten täglich empfohlen
  • Senior (ab ca. 8–9 Jahren): Angepasste Kaloriendichte, erhöhter Proteinanteil zum Muskelmassenerhalt, Gelenkgesundheit im Blick

Jod

Der Jodgehalt im Futter verdient beim English Setter besondere Aufmerksamkeit: Da die Rasse zur Hypothyreose neigt, sollte der Jodgehalt im physiologischen Bereich von etwa 1,5–9 mg pro 1.000 kcal ME liegen. Sowohl Jodmangel als auch exzessive Jodzufuhr können die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen.

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Trockenfutter, Nassfutter oder BARF: Welche Futterart passt zum English Setter?

Die Frage nach der richtigen Futterart lässt sich für den English Setter nicht mit einem pauschalen Urteil beantworten. Jede Variante hat im Kontext dieser Rasse spezifische Vor- und Nachteile.

Trockenfutter

Trockenfutter ist die am weitesten verbreitete Fütterungsoption und bietet praktische Vorteile: Lange Haltbarkeit, einfache Portionierung und ein breites Angebot an auf Großhunde mit hohem Aktivitätslevel zugeschnittenen Formeln. Hochwertige Trockenfutter-Optionen für aktive Großhunde erreichen Rohproteingehalte von 28–35 % und moderate Fettgehalte, die dem Bedarfsprofil des aktiven English Setters entsprechen. Bei der Produktwahl ist auf eine klar deklarierte Hauptproteinquelle und ein zertifiziertes Nährstoffprofil (FEDIAF-Konformität) zu achten.

Ein Vorbehalt: Viele Trockenfutter enthalten relativ hohe Kohlenhydratanteile. Für hypothyreote Hunde, die zur Adipositas neigen, können kohlenhydratreduzierte Formeln mit höherem Proteinanteil sinnvoll sein – dies ist mit dem Tierarzt abzustimmen.

Nassfutter

Nassfutter bietet eine höhere Wasseraufnahme über die Nahrung, was positiv für die Nierengesundheit und die Hydration bei aktiven Hunden ist. Der Energiegehalt ist durch den hohen Wasseranteil bezogen auf das Volumen geringer, weshalb Nassfutter allein häufig in größeren Mengen verfüttert werden muss, um den Bedarf eines 30- bis 36-Kilogramm-Hundes zu decken. Kombinationsernährung (Trocken- und Nassfutter gemischt) ist weit verbreitet und kann sinnvoll sein, um Energie- und Feuchtigkeitsversorgung zu verbinden.

BARF (Rohfütterung)

Rohfütterung ist für gesunde adulte English Setter grundsätzlich möglich. Die Rasse hat keine spezifischen anatomischen Kontraindikationen. Entscheidend ist eine vollständig ausgewogene Ration: Das Kalzium-Phosphor-Gleichgewicht muss über Rohknochen oder geeignete Supplemente sichergestellt werden; Jod ist in rohem Fleisch kaum enthalten und muss separat zugeführt werden – gerade bei einer Rasse mit Hypothyreose-Prädisposition ein kritischer Punkt. BARF ohne fundierte Nährstoffberechnung und idealerweise ernährungsberaterische Begleitung birgt das Risiko von Mangelernährung. Für Welpen und Junghunde, die noch wachsen, ist BARF besonders sorgfältig zu planen.

Biofutter und vegetarische/vegane Optionen

Biologisch zertifiziertes Hundefutter unterscheidet sich in der Nährstoffzusammensetzung nicht grundsätzlich von konventionellen Produkten; die Rohstoffqualität kann variieren. Vegetarische oder vegane Ernährung ist für Hunde unter bestimmten Bedingungen möglich, aber für einen aktiven Großhund wie den English Setter mit hohem Proteinbedarf ohne sorgfältige Nährstoffergänzung nicht empfehlenswert. Bei Interesse an pflanzlichen Konzepten ist tierärztliche oder ernährungsberaterische Beratung Pflicht.

Fazit Futterart

Für den English Setter gilt: Die Futterart ist weniger entscheidend als die Qualität und Vollständigkeit der Ration. Wer auf kommerzielles Fertigfutter setzt, wählt ein FEDIAF-konformes Produkt für aktive Großhunde. Wer BARF füttert, plant die Ration vollständig durch. In beiden Fällen gilt: Bei Gesundheitsveränderungen – insbesondere Gewichtszunahme ohne erklärbare Ursache, Fellverschlechterung oder Lethargie – sollte die Futterwahl ärztlich überprüft werden.

Nahrungsergänzung für den English Setter: Was ist evidenzbasiert sinnvoll?

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für ein vollständig bilanziertes Grundfutter – sie können jedoch bei spezifischen rassetypischen Dispositionen des English Setters im Einzelfall ergänzend sinnvoll sein. Jede gezielte Supplementierung sollte mit einem Tierarzt oder Tierernährungsberater abgestimmt werden.

Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA)

Das lange, seidig-feine Fell des English Setters und seine Gelenkbelastung durch hohen Aktivitätsbedarf machen Omega-3-Fettsäuren zu einem der diskutiertesten Nahrungsergänzungsmittel für diese Rasse. Nach NRC 2006 liegt der empfohlene Richtwert für EPA und DHA für adulte Hunde bei 0,11 g pro 1.000 kcal ME. Fischöl (EPA/DHA-reich) oder Algenöl (für vegane/pflanzliche Ernährungsansätze) werden als Quellen eingesetzt. Bei Gelenkbelastung – relevant für Hunde mit Lendenwirbelübergangswirbelproblematik – wird EPA/DHA als entzündungsmodulierend diskutiert; belastbare rassetypische Studien für den English Setter fehlen. Für eine ausreichende Wirkung ist die Regelmäßigkeit der Gabe wichtiger als einzelne hohe Dosen.

L-Carnitin

Bei hypothyreoten Hunden mit begleitender Adipositas wird L-Carnitin als Ergänzung diskutiert. Es unterstützt den Fettsäuretransport in die Mitochondrien und kann die Körperfettreduktion bei adipösen Hunden mit vermindertem Stoffwechsel begünstigen. Erniedrigte Carnitinspiegel wurden bei einigen adipösen Hunden festgestellt. Eine Supplementierung ist jedoch nur bei entsprechender Diagnose und tierärztlicher Begleitung sinnvoll – nicht als präventive Maßnahme für jeden English Setter.

Zink

Zink ist essenziell für Fellqualität, Immunfunktion und Hautgesundheit. Nach FEDIAF 2025 liegt das Minimum für adulte Hunde bei 18 mg Zink pro 1.000 kcal ME. Bei stumpfem Fell oder Hautveränderungen kann ein Zinkmangel labordiagnostisch abgeklärt werden, bevor eine Supplementierung erfolgt. Unkritisches Supplementieren ohne Bedarfsnachweis ist nicht ratsam.

Vitamin E

Vitamin E wirkt als fettlösliches Antioxidans und spielt eine Rolle beim Schutz von Zellmembranen. Im Kontext der NCL-8-Prädisposition (neurodegenerative Speichererkrankung) wird eine ausreichende antioxidative Versorgung in der veterinärmedizinischen Diskussion erwähnt – konkrete Wirkungs- oder Heilversprechen lassen sich daraus nicht ableiten. Das FEDIAF-Minimum für adulte Hunde liegt bei 9 IE Vitamin E pro 1.000 kcal ME; die meisten kommerziellen Komplettrationen decken diesen Bedarf ab.

Jod – kein unkontrolliertes Supplementieren

Beim English Setter mit seiner Hypothyreose-Prädisposition ist Jod ein besonders sensibler Nährstoff. Unkontrollierte Jodergänzung – etwa durch Algen oder unsachgemäß dosierte Supplemente – kann die Schilddrüsenfunktion negativ beeinflussen. Der Jodgehalt sollte im physiologischen Bereich gehalten werden; eine Supplementierung darf nur nach tierärztlicher Diagnose und Anweisung erfolgen.

Gelenkschutz (Glukosamin/Chondroitin)

Bei Hunden mit degenerativen Gelenkveränderungen oder Lendenwirbelproblematik werden Glukosamin und Chondroitinsulfat häufig eingesetzt. Die Evidenzlage ist für den Hund allgemein moderat; als ergänzende Maßnahme bei bestehenden Gelenkproblemen kann eine Diskussion mit dem Tierarzt sinnvoll sein.

Das passende Futter finden: Worauf beim English Setter zu achten ist

Die Auswahl des richtigen Futters für einen English Setter ist anspruchsvoller als für viele andere Rassen: Hoher Aktivitätsbedarf, mögliche Hypothyreose mit Stoffwechselveränderungen, das seidig-feine Fell und die Wachstumsanforderungen als Großrasse ergeben ein komplexes Anforderungsprofil, das pauschale Empfehlungen schwierig macht.

Futter.de bietet eine datenbasierte Futtersuche, die nach Tiergewicht, Aktivitätslevel, Lebensphase und gesundheitlichen Anforderungen filtert – neutral und ohne kommerzielle Bewertung einzelner Marken. Für den English Setter relevante Filterkriterien sind: Großhund-Formel, hoher Proteingehalt aus tierischen Quellen, kontrollierter Fettgehalt (insbesondere bei Hypothyreose-Diagnose), Kalzium-Phosphor-Verhältnis (besonders für Welpen und Junghunde), FEDIAF-konforme Volldeklaration.

Die Futtersuche ersetzt keine tierärztliche Diagnose – sie hilft, die verfügbare Produktvielfalt strukturiert einzugrenzen und informierte Entscheidungen zu treffen.

Quellen

  1. [1]FCI-Rassestandard SETTER ANGLAISfci_standard
  2. [2]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  3. [3]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  4. [4]Studie: Neuronal ceroid lipofuscinosis, 8study
  5. [5]Studie: NADH-Zytochrom-B5-Reduktase-Mangel (hereditäre kanine Methämoglobinämie)study
  6. [6]Studie: Hypothyreosestudy
  7. [7]Studie: Epidermale Akantholysestudy
  8. [8]Studie: Primäre Zilienfehlbildungstudy
  9. [9]Studie: Transitional lumbosacral vertebraestudy
  10. [10]Studie: Congenital sensorineural deafnessstudy
  11. [11]Wikipedia: English Setterwikipedia
  12. [12]Setter Gesundheit - English Setter Angelsweb
  13. [13]Ernährung beim English Setter inkl. Futtermenge Tabelle – MyPetClub GmbHweb
  14. [14]Meet the English Setter – Update Your Knowledge! - WSAVAweb
  15. [15]Breed Info – Allison Animal Careweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.

Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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