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Symbolische Illustration: ein gesunder Leopardgecko ruht ruhig auf warmem Sand in weichem Licht. Keine fachliche Aussage.
Ernährung & Futter

Leopardgecko richtig füttern: Futter, Menge & Fütterungsplan

Welche Futtertiere Leopardgeckos brauchen, wie oft und wie viel gefüttert wird und warum Kalzium-Supplementierung unverzichtbar ist – ein fachlicher…

Von Frank MenzeFachjournalistRedaktionell geprüftAktualisiert 16. Juni 2026

Kurzantwort: Leopardgecko füttern auf einen Blick

Leopardgeckos (Eublepharis macularius) sind strikte Insektivore und benötigen ausschließlich lebende Insekten sowie gelegentlich andere Wirbellose als Nahrung 5. Jungtiere werden täglich gefüttert, adulte Tiere erhalten alle zwei bis drei Tage Futter, ergänzt durch ein bis zwei Fastentage pro Woche 2, 6. Jedes Futtertier muss vor der Verfütterung 24–48 Stunden mit nährstoffreicher Kost beladen (Gut-Loading) und unmittelbar vor der Fütterung mit einem Kalzium-Vitamin-D3-Supplement bestäubt werden, um Mangelerkrankungen vorzubeugen 2.

Ernährungsbiologie: Was Leopardgeckos in freier Wildbahn fressen

Der Leopardgecko ist ein reiner Fleisch- und Insektenfresser (Karnivore/Insektivore) 5. In seinem natürlichen Verbreitungsgebiet – den Halbwüsten und Steppengebieten Pakistans, Afghanistans und Nordwestindiens – jagt er in der Dämmerung und nachts eine breite Palette wirbelloser Tiere. Auf dem Speiseplan stehen vor allem Grillen, Schaben, Skorpione, Spinnen sowie verschiedene Käfer und deren Larven 4, 5. Gelegentlich werden auch kleine Eidechsen oder Nestlinge erbeutet, wenn sich die Gelegenheit bietet 10.

Dieses natürliche Fressverhalten hat direkte Konsequenzen für die Haltung: Eine rein pflanzliche oder gemischte Ernährung scheidet vollständig aus. Reptilien-Pellets, die für Herbivore konzipiert sind, haben im Futterplan eines Leopardgeckos keinen Platz 1. Der Fokus liegt auf lebenden, beweglichen Insekten, die den Jagdinstinkt aktivieren und eine angereicherte Umgebung (Environmental Enrichment) darstellen.

Geeignete Futtertiere: Grundfutter, Ergänzung und Gelegentliches

Grundfutter

Die tragenden Säulen der Ernährung sind Insekten, die sowohl einen ausgewogenen Nährwert mitbringen als auch leicht verdaulich sind 2:

  • Grillen und Heimchen (Acheta domesticus, Gryllus bimaculatus): Klassisches Grundfutter mit gutem Protein-Fett-Verhältnis. Grillen sind aktiv und regen das Jagdverhalten an 4.
  • Schaben (z. B. Dubia-Schaben, Blaptica dubia): Hohes Protein, moderater Fettanteil, wenig Chitin im Vergleich zu manchen anderen Insekten. Gelten als besonders nährstoffdicht und sind geruchsärmer als Heimchen 2, 4.
  • Heuschrecken (Locusta migratoria, Schistocerca gregaria): Mageres Insekt mit gutem Kalzium-Phosphor-Verhältnis, geeignet als Abwechslung 4.

Ergänzungsfutter

Folgende Futtertiere können regelmäßig, aber nicht als Alleinnahrung gegeben werden:

  • Mehlwurmlarven (Tenebrio molitor): Werden von den meisten Leopardgeckos sehr gerne gefressen, sind jedoch fettreicher als Grillen und enthalten vergleichsweise viel Phosphor. Das in der Fachliteratur kursierende Gerücht, Mehlwurmlarven könnten sich durch die Magenwand fressen, ist sachlich falsch und durch keinerlei Evidenz gestützt 7. Dennoch sollten sie wegen des hohen Fettgehalts nicht als alleiniges Futtertier dienen.
  • Wachsmotten-Larven (Galleria mellonella): Sehr fettreich, daher nur als Gelegenheitsleckerbissen oder zur Aufpäppelung untergewichtiger Tiere geeignet 2, 4.
  • Zophobas-Larven (Zophobas morio): Kalorienreich, können als seltene Abwechslung gegeben werden 7.

Gelegentliche Ergänzungen

Bei adulten, gesunden Tieren kann selten eine kleine Nacktmaus (Pinky) angeboten werden. Aufgrund des hohen Fettgehalts empfiehlt sich dies jedoch nur sehr sporadisch und ist in vielen Haltungsempfehlungen umstritten 4.

Nicht geeignet

Wildfang-Insekten aus der eigenen Umgebung sind grundsätzlich zu meiden: Sie können Pestizide, Parasiten oder Krankheitserreger einschleppen. Giftige oder wehrhaft beißende Insekten (z. B. Wespen, Bienen) sind ebenfalls nicht zu verfüttern 2.

Fütterungsplan: Frequenz, Menge und Altersgruppen

Jungtiere (0–6 Monate)

Jungtiere befinden sich in einer Phase intensiven Wachstums und benötigen eine tägliche Nahrungsversorgung 2, 6. Pro Fütterungseinheit erhalten sie in der Regel 5–8 kleine Futterinsekten (Größe orientiert sich am Abstand zwischen den Augen des Tieres – die Insekten sollten nicht breiter sein). Täglich gefüttert bedeutet dabei, dass ein bis zwei Fastentage pro Woche dennoch eingehalten werden können, um die Verdauung zu entlasten 2.

Subadulte Tiere (6–12 Monate)

In dieser Übergangsphase wird die Fütterungsfrequenz schrittweise reduziert. Eine Fütterung jeden zweiten Tag mit 6–10 Insekten mittlerer Größe ist eine gängige Empfehlung 6.

Adulte Tiere (ab ca. 12 Monaten)

Ausgereiften Leopardgeckos genügt eine Fütterung alle zwei bis drei Tage 2, 6. Pro Mahlzeit werden je nach Körpergröße und Kondition 6–10 Futterinsekten angeboten. Adulte Tiere haben die Fähigkeit, überschüssige Energie als Fettreserve im Schwanz zu speichern – ein zu breiter, walzenförmiger Schwanz deutet auf Überernährung hin, ein stark ausgedünnter Schwanz auf Untergewicht oder Erkrankung.

Fütterungszeitpunkt

Da Leopardgeckos dämmerungs- und nachtaktiv sind, sollte die Fütterung in den frühen Abendstunden stattfinden 5. Dies entspricht dem natürlichen Aktivitätsrhythmus und fördert ein gezieltes Jagdverhalten.

Futterinsekten-Größe

Eine praktische Faustregel lautet: Das Futtertier sollte nicht größer sein als der Abstand zwischen den Augen des Geckos. Zu große Insekten können Schluckbeschwerden verursachen oder – wenn sie nicht vollständig erbeutet werden – das Tier im Terrarium beunruhigen oder sogar beißen.

Nicht gefressene Insekten

Nach einer Fütterungseinheit nicht gefressene Futterinsekten sollten aus dem Terrarium entfernt werden, insbesondere Grillen und Heimchen. Diese können den Gecko nachts beißen oder stressen 2.

Gut-Loading und Supplementierung: Kalzium, Vitamin D3 und Vitamine

Warum Gut-Loading unverzichtbar ist

Insekten allein weisen ein ungünstiges Kalzium-Phosphor-Verhältnis auf: Der Phosphorgehalt überwiegt deutlich, was bei dauerhafter Verfütterung ohne Ausgleich zu metabolischen Störungen führen kann 2. Durch Gut-Loading – das gezielte Vorbeladen der Futterinsekten mit nährstoffreicher Kost über 24–48 Stunden vor der Verfütterung – wird der Nährwert des Futtertiers erheblich verbessert 8.

Geeignete Gut-Loading-Zutaten für Insekten sind unter anderem Getreidekeime, Haferflocken, Karotten, Zucchini, Löwenzahn und kalziumreiche Blätter. Saure Früchte, Spinat und Brokkoli sollten beim Gut-Loading von Grillen vermieden werden 8.

Kalzium-Supplementierung

Unmittelbar vor der Verfütterung werden die Futterinsekten mit einem Kalziumpräparat bestäubt (sogenanntes Dusting) 2. Dabei wird unterschieden:

  • Kalzium ohne Vitamin D3: Bei Tieren, die regelmäßig unter UVB-Licht gehalten werden und damit endogen Vitamin D3 synthetisieren können, wird reines Kalziumkarbonat bei jeder oder jeder zweiten Fütterung empfohlen.
  • Kalzium mit Vitamin D3: Für Tiere ohne ausreichende UVB-Versorgung ist die zusätzliche Supplementierung von Vitamin D3 über das Futter notwendig. Da eine Überdosierung von fettlöslichem Vitamin D3 toxisch wirken kann, sollte dieses Präparat nicht bei jeder Fütterung, sondern etwa alle ein bis zwei Wochen eingesetzt werden 2.

Ein dauerhafter Kalziummangel führt bei Leopardgeckos zur Metabolischen Knochenerkrankung (MBD), die sich in Knochenerweichung, Deformierungen und Bewegungsstörungen äußert 9.

Multivitamin-Präparate

Zusätzlich zu Kalzium empfiehlt sich alle zwei bis vier Wochen das Bestäuben der Futterinsekten mit einem Reptilien-Multivitaminpräparat, das Vitamin A, E und B-Vitamine enthält. Eine Überdosierung fettlöslicher Vitamine (A, D, E, K) ist zu vermeiden 2.

Kalziumschale im Terrarium

Eine offene Schale mit reinem Kalziumkarbonat-Pulver (ohne D3) kann dauerhaft im Terrarium bereitgestellt werden. Leopardgeckos nehmen bei Bedarf selbstständig Kalzium auf – dieses Verhalten ist insbesondere bei trächtigen Weibchen ausgeprägt 2, 4.

Wasserversorgung

Leopardgeckos benötigen jederzeit Zugang zu frischem, sauberem Wasser 2. Eine flache, stabile Trinkschale – klein genug, dass das Tier nicht hineinfallen und ertrinken kann – wird in eine kühlere Terrariumzone gestellt und täglich gereinigt und befüllt. Obwohl Leopardgeckos in ihrer natürlichen Heimat an arides Klima angepasst sind und einen Großteil ihres Wasserbedarfs über die Nahrung decken können, beobachten Halter unter Terrarienbedingungen regelmäßiges Trinken. Wasser sollte daher nie als entbehrlich betrachtet werden.

Vergleich gängiger Futtertiere für Leopardgeckos

Futtertier Eignung Fettgehalt Anmerkung
Grillen / Heimchen Grundfutter Niedrig–mittel Aktiv, regen Jagdverhalten an; nach Fütterung entfernen 2, 4
Dubia-Schaben Grundfutter Mittel Protein­reich, wenig Chitin, geruchsarm 2, 4
Heuschrecken Grundfutter / Ergänzung Niedrig Gutes Ca:P-Verhältnis 4
Mehlwurmlarven Ergänzung Hoch Beliebt, aber fettreich und phosphorlastig; kein Allein­futter 7
Zophobas-Larven Selten Hoch Nur gelegentlich 7
Wachsmottenlarven Selten / Aufpäppelung Sehr hoch Nur als Leckerlis oder bei Untergewicht 2, 4
Nacktmäuse (Pinky) Sehr selten (adult) Sehr hoch Umstritten, nur sporadisch 4
Wildfang-Insekten Nicht geeignet Variabel Parasitenrisiko, Pestizidkontamination 2

Fressunlust: Ursachen und praktische Hinweise

Leopardgeckos stellen ihre Nahrungsaufnahme aus verschiedenen Gründen vorübergehend ein. Zu den häufigsten physiologischen und haltungsbedingten Ursachen gehören:

  • Häutung: Kurz vor und während der Häutung fressen viele Geckos nicht oder deutlich weniger. Dies ist normal und erfordert keine Intervention 3.
  • Saisonale Veränderungen: In der kühleren Jahreszeit können Leopardgeckos in eine Art Torpor (Winterstarre) fallen, in der die Nahrungsaufnahme stark reduziert wird 5.
  • Falsche Temperatur: Leopardgeckos sind wechselwarm (poikilotherm) und benötigen zur Verdauung ausreichend Wärme. Der Warmbereich des Terrariums sollte einen Bodentemperaturgradient von etwa 28–32 °C bieten; bei zu kühlen Temperaturen kommt die Darmtätigkeit zum Erliegen 2.
  • Unbekanntes Futter: Manche Tiere verweigern neu eingeführte Futterinsekten zunächst. Mit zunehmender Hungermotivation gewöhnen sich die meisten Geckos an unbekannte Futtertiere 3.
  • Futtermonotonie und Aversion: Ausschließlich mit Mehlwürmern aufgezogene Tiere können andere Futterinsekten dauerhaft ablehnen – ein Argument für eine von Beginn an abwechslungsreiche Fütterung 3, 4.
  • Stress und Erkrankung: Anhaltende Fressunlust über mehr als zwei bis drei Wochen, verbunden mit Gewichtsverlust oder sichtbaren Veränderungen am Tier, ist ein Anlass, einen auf Reptilien spezialisierten Tierarzt aufzusuchen.

Es ist grundsätzlich ratsam, das Körpergewicht und den Zustand des Fettschwanzes regelmäßig zu dokumentieren, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit

Eine artgerechte Ernährung des Leopardgeckos besteht aus mehreren gleichrangigen Bausteinen: der Auswahl geeigneter Futterinsekten, dem konsequenten Gut-Loading, der korrekten Supplementierung mit Kalzium und Vitaminen sowie einer altersgerechten Fütterungsfrequenz 2, 6. Jungtiere erhalten täglich Futter (5–8 kleine Insekten), adulte Tiere alle zwei bis drei Tage (6–10 Insekten mittlerer Größe) 2, 6. Mehlwürmer und andere fetttreiche Larven sind als Ergänzung vertretbar, aber nicht als alleiniges Grundfutter geeignet 7. Wildfang-Insekten sowie eine pflanzliche Ernährung scheiden vollständig aus 1, 2. Die konsequente Bereitstellung von Kalzium – über Dusting und eine permanente Kalziumschale – ist der wichtigste Einzelfaktor zur Prävention der Metabolischen Knochenerkrankung 9. Bei anhaltender Fressunlust oder Gewichtsverlust ist tierärztlicher Rat einzuholen.

Quellen

  1. [1]Nutrition in Reptiles - Management and Nutrition - Merck Veterinary Manualweb_authority
  2. [2][PDF] Vorschlag für eine tiergerechte Haltung Der Leopardgeckoweb_authority
  3. [3]Warum frisst mein Leopardgecko nicht? - Alles für Leopardgeckosweb
  4. [4]Ernährung | leopardgeckosweb
  5. [5]Fressverhalten in der freien Natur - der-leopardgeckoweb
  6. [6]Futtertiere & Ernährung: Tipps für Geckos, Chamäleons & Co.web
  7. [7]Fütterung allgemein | leopardgeckosweb
  8. [8]Leopard Gecko food and diet advice - ExoticDirectweb
  9. [9]Leopard Gecko Calcium Guide - How To Supplement Your Leopard Gecko!web
  10. [10]Leopardgecko - Herkunft, Aussehen & Haltung | Steckbriefweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Behandlung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Was Tierhalter oft fragen