Pferdefutter Quarter Horse: PSSM
Pferdefutter für Quarter Horses mit PSSM-Management und NSC-Control. Artgerechte Raufutter-Basis für Leichtfutterer.
- Stockmaß
- 145–165 cm
- Gewicht
- ca. 540 kg
- Herkunft
- USA

Pferdefutter für das American Quarter Horse – auf einen Blick
Das American Quarter Horse ist mit über 4,6 Millionen registrierten Tieren die zahlenmäßig häufigste Pferderasse der Welt. Seine Geschichte als Arbeits-, Ranch- und Kurzstreckenpferd hat eine Rasse geformt, die mit vergleichsweise wenig Futter auskommt – und gerade deshalb besonderer Sorgfalt bedarf. Denn Leichtfuttrigkeit bedeutet nicht Anspruchslosigkeit: Sie bedeutet ein erhöhtes Risiko für Übergewicht, Insulindysregulation und die muskelbedingte Erkrankung PSSM, sobald die Ration nicht auf den tatsächlichen Bedarf abgestimmt ist.
Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:
- Raufutter ist Pflicht und Basis: Hochwertiges Heu mit niedrigem Nicht-Strukturellen-Kohlenhydrat-Anteil (NSC) deckt den Hauptenergiebedarf und schützt den Verdauungstrakt vor Fresspausen-bedingten Koliken und Magengeschwüren.
- Kraftfutter nur bedarfsgerecht: Angesichts der ausgeprägten Leichtfuttrigkeit sollte Kraftfutter ausschließlich bei erhöhtem Leistungsanspruch, Trächtigkeit oder Aufzucht eingesetzt werden.
- NSC konsequent kontrollieren: Bei PSSM-Pferden (Allel-Häufigkeit 6–11 % in der Rasse) ist ein NSC-Wert unter 10 % der Trockensubstanz im Heu das wichtigste diätetische Ziel.
- Mineralfutter ergänzen: Raufutter allein deckt Mineralstoff- und Spurenelementbedarf selten vollständig; ein bedarfsgerechtes Mineralfutter ist Standard.
- Tierärztliche Begleitung: Bei genetischen Dispositionen (PSSM, HYPP) oder Gewichtsproblemen ist die Einbindung einer qualifizierten Pferdeernährungsberatung oder eines Tierarztes dringend empfohlen.
Größe, Statur und Gewichtsmanagement beim American Quarter Horse
Das American Quarter Horse ist ein mittelgroßes bis großes Warmblutpferd mit einem Stockmaß von 145 bis 165 cm und einem Durchschnittsgewicht von rund 540 kg. Typisch ist ein kompakter, sehr muskulöser Körperbau mit breiter Kruppe, kraftvoller Hinterhand und vergleichsweise kurzem Rücken – Eigenschaften, die für explosive Kurzstreckenleistung und Rinderkontrolle selektiert wurden.
Dieser Körperbau beeinflusst den Energiebedarf direkt: Das ausgeprägte Muskelvolumen erhöht zwar den Grundumsatz gegenüber schmaleren Rassen, die grundsätzliche Leichtfuttrigkeit der Rasse bleibt jedoch erhalten. Ein adultes Quarter Horse mit 540 kg Körpergewicht und moderater Arbeit benötigt als Orientierungsgröße in etwa 26–33 kcal verdauliche Energie pro Kilogramm Körpermasse täglich – wobei der untere Bereich für wenig belastete oder zur Gewichtszunahme neigende Tiere gilt.
Körperkonditionsscore (BCS) als Steuerungsinstrument:
Ein BCS von 4–5 auf der 9-stufigen Skala nach Henneke gilt als Zielkorridor für adulte Quarter Horses. Werte über 6 sind ein Warnsignal: Überkonditionierung begünstigt Insulindysregulation und verschlechtert die PSSM-Symptomatik. Regelmäßiges Wiegen (Maßband-Schätzung oder Brückenwaage) und monatliche BCS-Beurteilung gehören zur guten Fütterungspraxis.
Der muskulöse Typ macht Quarter Horses bei reichlicher Energiezufuhr anfällig für Fettdepots an Mähnenkamm, Schulter und Schweifrübe – sichtbare Zeichen von Überversorgung, die eine Rationskorrektur anzeigen.
Wesen und Charakter: Was das Quarter Horse zur Fütterungsroutine mitbringt
Das American Quarter Horse gilt als außerordentlich ruhig, gutmütig und menschenbezogen. Die Kombination aus hoher Belastbarkeit, rascher Lernfähigkeit und niedrig angesetzter Reizschwelle macht es zur meistgenutzten Westernpferderasse weltweit. Einige Individuen bringen den sogenannten „Cow Sense“ mit – einen angeborenen Instinkt, Rindern intuitiv zu folgen, ohne gezielt dazu aufgefordert zu werden.
Aus Fütterungsperspektive ist das Temperament relevant, weil ruhige, gelassene Pferde ihren Energiebedarf tendenziell geringer gestalten als nervöse oder aufgewühlte Individuen. Gleichzeitig kann ein ausgeprägter Arbeitswille dazu verleiten, den Leistungsbedarf zu überschätzen und unnötig viel Kraftfutter anzubieten. Gerade Quarter Horses, die als „Freizeitpferde“ wenige Stunden pro Woche gearbeitet werden, kommen in vielen Fällen mit einem reinen Heu-Mineralfutter-Regime gut zurecht.
Die Intelligenz und Lernfreudigkeit der Rasse kommt auch der Fütterungsroutine zugute: Quarter Horses akzeptieren gut strukturierte Mahlzeitenzeiten, lassen sich an neue Futterkomponenten gewöhnen und reagieren weniger gestresst auf Futterwechsel als sensiblere Rassen – vorausgesetzt, der Wechsel erfolgt schrittweise, wie bei jedem Pferd unerlässlich.
Ein ruhiges Grundtemperament schützt jedoch nicht vor genetisch bedingten Stoffwechselproblemen. PSSM- oder HYPP-positive Tiere können trotz ihres ausgeglichenen Wesens unter Muskelschwäche oder periodischen Lähmungserscheinungen leiden, wenn die Ration nicht angepasst wird.
Herkunft und Geschichte: Genügsam aus der Prärie
Das American Quarter Horse entstand im 17. Jahrhundert in den englischen Kolonien Virginias und Carolinas aus der Kreuzung englischer Vollblüter mit Chickasaw-Stuten, die ihrerseits iberisches Pferde-Erbe trugen. Der Name leitet sich von den „Quarter Mile Races“ ab – Kurzstreckenrennen über eine Viertelmeile (rund 400 Meter), die auf abgesperrten Dorfstraßen ausgetragen wurden.
Mit der Westexpansion wurde das Quarter Horse zum unverzichtbaren Arbeitstier der Cowboys: Es arbeitete das Rind, zog den Pflug und die Sonntagskutsche, um anschließend noch ein Rennen zu laufen. Diese extreme funktionale Vielseitigkeit unter kargen Bedingungen – grasarme Prärien, heiße Sommer, harte Winter – selektierte über Generationen auf eine Rasse, die mit vergleichsweise wenig Energie auskommt.
Historische Herkunft und heutige Ernährung:
Diese genetisch verankerte Genügsamkeit ist bis heute messbar. Quarter Horses neigen dazu, aus gleichem Futter mehr Energie zu extrahieren als Rassen, die unter üppigeren Bedingungen gezüchtet wurden. Das bedeutet im modernen Stall- und Paddockalltag: Was für ein Warmblut eine Erhaltungsration ist, kann für ein Quarter Horse bereits eine leichte Überversorgung darstellen. Dieser Ursprung erklärt auch, warum Heu mit niedrigem NSC-Gehalt – wie er natürlichem Präriefutter eher entspricht als zuckerreichem Kulturgrünland – physiologisch besonders gut zur Rasse passt.
Das American Quarter Horse Journal verweist darauf, dass Raufutterversorgung und Wasserqualität die gesundheitlich bedeutsamsten Stellschrauben im Tagesmanagement sind – ein Grundsatz, der unmittelbar aus der Rasse-Geschichte erwächst.
Pflege und Haltung: Einfluss auf den Futterbedarf
Das American Quarter Horse besitzt ein dichtes, relativ kurzes und pflegeleichtes Fell. Im Vergleich zu langhaarigen Kaltblut- oder Pony-Rassen ist der Grundpflegeaufwand gering, allerdings gibt es rassespezifische Besonderheiten, die auch die Ernährung berühren.
Haltungssystem und Energiebedarf:
Die Haltungsform beeinflusst den Tagesenergiebedarf erheblich. Ein Quarter Horse in Offenstall- oder Weidehaltung mit freier Bewegung und kühler Witterung hat einen höheren Erhaltungsbedarf als ein Stallpferd im beheizten Innenraum. Im Winter muss die Raufuttermenge entsprechend angepasst werden – Fasergärung im Dickdarm ist die wichtigste körpereigene Wärmequelle des Pferdes. Kältephasen unter –5 °C sollten daher mit erhöhten Heu-Mengen kompensiert werden, nicht mit Kraftfutter.
HERDA und Hautpflege:
Bei Tieren aus Cutting-Horse-Linien ist HERDA (Hereditäre Equine Regionale Dermatologische Asthenie, Träger-Häufigkeit ca. 3,5 %) relevant: Die betroffene Kollagenstruktur der Haut erhöht die Verletzlichkeit unter dem Sattelgurt. Aus Ernährungssicht gibt es keinen belegten direkten Zusammenhang zwischen Fütterung und HERDA-Schwere; jedoch unterstützen eine gute Energie- und Proteinversorgung die allgemeine Hautregeneration.
Hufflege und Hufgesundheit:
Regelmäßige Hufpflege (alle 6–8 Wochen beim Hufschmied) ist bei Quarter Horses auch aus ernährungsphysiologischer Sicht relevant: Biotin, Zink und Methionin gelten als wichtige Bausteine des Hufhorns. Diese Nährstoffe sind in ausgeglichenem Mineralfutter in der Regel enthalten; bei Hufproblemen sollte die Spurenelementversorgung tierärztlich oder ernährungsberaterisch überprüft werden.
Rassetypische Gesundheitsrisiken und ihr Bezug zur Ernährung
Das American Quarter Horse ist für mehrere genetisch bedingte Erkrankungen prädisponiert, von denen drei – PSSM, HYPP und GBED – direkt über die Fütterung beeinflusst werden oder diagnostisch relevant sind.
Polysaccharide Storage Myopathy (PSSM)
PSSM ist die ernährungsrelevanteste Erkrankung der Rasse. Die GYS1-Mutation (PSSM Typ 1) kommt bei einer Allel-Häufigkeit von 6–11 % in der Quarter-Horse-Population vor. Betroffene Pferde lagern überschüssiges Glykogen in der Skelettmuskulatur ein, was zu Muskelverspannungen, Steifheit, Schwitzen und Bewegungsunwilligkeit führt (klassische „Tying-up“-Episoden). Die wichtigste therapeutische Maßnahme ist eine angepasste Ration mit stark reduziertem NSC-Anteil. Eine veterinärmedizinische oder ernährungsberaterische Diagnose und Begleitung ist bei PSSM-Verdacht unerlässlich.
Hyperkalemic Periodic Paralysis (HYPP)
HYPP betrifft vor allem Nachkommen des Hengstes Impressive und hat eine Allel-Häufigkeit von ca. 4,4 % in der Rasse. Die Erkrankung bewirkt Störungen der Natrium-Kalium-Pumpe in der Muskelzelle, ausgelöst durch erhöhte Kaliumspiegel im Blut. Kaliumreiche Futtermittel – insbesondere Luzerne (Alfalfa), bestimmte Heulage-Sorten und Melasse – können Episoden auslösen. Die Fütterungsanpassung bei HYPP-positiven Tieren ist Teil des klinischen Managements und sollte immer in Abstimmung mit dem Tierarzt erfolgen.
Glykogen-Speichererkrankung Typ IV (GBED)
GBED beruht auf einer GBE1-Mutation; die Träger-Häufigkeit liegt bei etwa 8,3 % in der Rasse. Homozygot betroffene Fohlen sind nicht lebensfähig und zeigen bereits kurz nach der Geburt Schwäche, Hypoglykämie und Muskelzittern. Für Zuchtentscheidungen ist ein DNA-Test der Elterntiere empfohlen. Eine Ernährungsintervention ist bei GBED nicht möglich.
Podotrochlose (Hufrollensyndrom)
Podotrochlose gilt als häufigste Lahmheitsursache beim Quarter Horse. Übergewicht erhöht den Druck auf die Hufrollenregion und verschlimmert den Verlauf chronischer Fälle. Gewichtsmanagement über Rationsanpassung und regelmäßige BCS-Kontrolle ist deshalb auch aus orthopädischer Sicht relevant.
HERDA
HERDA (Träger-Häufigkeit ca. 3,5 % in Cutting-Horse-Linien) betrifft die Kollagenstruktur der Haut und hat keinen direkt ernährungsabhängigen Verlauf, ist jedoch für Zuchtentscheidungen bedeutsam.
Energiebedarf, Körperkondition und Ernährung nach Lebensphase
Der Energiebedarf des American Quarter Horse variiert erheblich zwischen Lebensphasen, Leistungsniveau und Jahreszeit. Als Orientierungsgröße gelten für adulte Tiere etwa 26–33 kcal verdauliche Energie pro Kilogramm Körpermasse täglich – der untere Bereich für Pferde in Erhaltung oder Leichtarbeit, der obere für mittlere bis schwere Arbeit.
Raufutter als Bedarfsdeckung:
Die Basis jeder Ration ist qualitativ hochwertiges Heu. Als Richtwert gilt mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockensubstanz täglich – für ein 540-kg-Pferd entspricht das mindestens 8 kg Heu pro Tag bei einem Wassergehalt von ca. 15 %. Lange Fresspausen von mehr als 4–6 Stunden sind zu vermeiden, da sie das Magengeschwürrisiko erhöhen und die Darmpassage verlangsamen. Eine möglichst kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist das physiologisch sinnvollste Fütterungsmodell.
Körperkonditionsscore (BCS) als Steuerungsgröße:
Ein BCS von 4–5 auf der 9-stufigen Henneke-Skala ist der angestrebte Zielkorridor. Regelmäßige Bewertung – mindestens monatlich – hilft, schleichende Über- oder Unterversorgung früh zu erkennen. Sichtbare Fettpolster am Mähnenkamm (sogenannte Cresty Neck) oder an Schulter und Schweifrübe sind frühe Überversorgungssignale.
Ernährung nach Lebensphase:
- Fohlen (bis 6 Monate): Stutenmilch ist die ausschließliche Nahrungsquelle in den ersten Lebenswochen. Ab der 4.–6. Lebenswoche beginnen Fohlen, Heu und hochwertiges Fohlenpellet zu erkunden. Ein kalziumbetontes Ca:P-Verhältnis von etwa 1,8:1 unterstützt die Knochenentwicklung. GBED-betroffene Fohlen sind nicht lebensfähig und zeigen früh Schwäche und Hypoglykämie.
- Jungpferd (6 Monate – 3 Jahre): Intensives Knochenwachstum erfordert moderat erhöhte Energie bei gleichzeitig ausgewogener Mineral- und Spurenelementversorgung. Überenergie in dieser Phase fördert das Risiko für Osteochondrosis dissecans (OCD). Eine zu frühe Einarbeitung oder Überbelastung wirkt sich langfristig auf Gelenke und Sehnen aus.
- Adultes Leistungspferd (3–15 Jahre): Der Energiebedarf richtet sich nach Arbeitsintensität. Schwere Arbeit (Turnier, intensive Ranch-Arbeit, Rennsport) kann den Bedarf auf das 1,5- bis 2-Fache des Erhaltungsbedarfs steigern. Kraftfutter ist dann bedarfsgerecht einzusetzen, nicht pauschal.
- Senior ab ca. 15–16 Jahren): Zahnverlust, nachlassende Darmpassage und mögliche PPID (Cushing) erschweren die Raufutteraufnahme. Energiedichte Ergänzungen (Altreifen-Mash, Senior-Müsli mit hohem Fasergehalt) oder gedämpftes Heu können sinnvoll sein. Bei PPID-Verdacht sind zuckerreiche Futtermittel und melassehaltige Produkte streng zu meiden.
Raufutter, Kraftfutter und NSC-Management: Welches Futter für das Quarter Horse?
Die Futterauswahl für das American Quarter Horse folgt einem klaren Prinzip: Raufutter zuerst, Kraftfutter nur nach Bedarf, NSC konsequent kontrollieren. Die Leichtfuttrigkeit der Rasse und die Prädisposition für PSSM machen eine besonders sorgfältige Futterauswahl notwendig.
Raufutter – die unverzichtbare Basis:
Hochwertiges Heu ist das wichtigste Einzelfuttermittel für das Quarter Horse. Empfehlenswertes Heu zeichnet sich durch einen Rohfasergehalt über 28 %, einen Rohproteingehalt zwischen 8 und 12 % und – besonders bei PSSM-gefährdeten Tieren – einen NSC-Anteil unter 10 % der Trockensubstanz aus. Der NSC-Wert lässt sich nur durch eine Heu-Laboranalyse zuverlässig bestimmen. Heu mit hohem Zuckergehalt (wie aus dem ersten Schnitt intensiv gedüngter Wiesen) ist für PSSM-Pferde wenig geeignet.
Bei Staubbelastung oder Atemwegsproblemen empfiehlt sich bedampftes oder eingeweichtes Heu. Einweichen reduziert zugleich den wasserlöslichen Zuckeranteil – ein relevanter Nebeneffekt bei NSC-sensiblen Tieren.
Heulage (fermentiertes Gras- oder Heu-Silage) kann eine Alternative zu trockenem Heu sein, hat jedoch einen höheren Energiegehalt und enthält mehr wasserlösliche Kohlenhydrate; sie sollte bei zur Überversorgung neigenden Tieren zurückhaltend eingesetzt werden.
Weide – Chancen und Risiken:
Weidegras hat in der Wachstumsphase (Frühjahr, Frühsommer, nach Regen) einen besonders hohen NSC-Gehalt. Quarter Horses neigen auf üppigen Weiden rasch zu Übergewicht und erhöhtem Insulinspiegel. Ein kontrolliertes Anweideprogramm über mindestens zwei bis drei Wochen ist Pflicht; bei PSSM- oder EMS-gefährdeten Tieren kann eine Weidezeitbeschränkung (morgendliche Stunden bevorzugen, wenn Fruktangehalt geringer ist) sinnvoll sein.
Kraftfutter – zurückhaltend und zielgerichtet:
Für die meisten in Freizeit und leichter Arbeit gehaltenen Quarter Horses ist kein Kraftfutter nötig. Bei erhöhtem Bedarf – Turniersport, intensiver Ranch-Arbeit, Trächtigkeit, Aufzucht – ist Kraftfutter bedarfsgerecht zuzugeben, maximal 1 kg Stärke/Zucker-haltiges Kraftfutter je Mahlzeit, um Verdauungsstörungen zu vermeiden.
Für PSSM-Pferde bieten sich fettbetonte, getreidearme Kraftfutter-Alternativen an: Reisfleischöl, Leinöl oder speziell zusammengesetzte, NSC-arme Pellets erhöhen die Energiedichte ohne Stärkezusatz. Luzerne (Alfalfa) ist kalziumreich und gut verdaulich, aber kaliumreich – bei HYPP-positiven Tieren ist sie daher mit Zurückhaltung einzusetzen und die Phosphorversorgung zu überprüfen.
Mineralfutter – obligatorisch:
Raufutter allein deckt den Mineralstoffe- und Spurenelementbedarf in der Regel nicht vollständig. Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter oder ein vollwertiges Ergänzungsfutter ist fester Bestandteil jeder Quarter-Horse-Ration. Dabei sollte die Mineralfutter-Zusammensetzung auf die Heu-Analyse abgestimmt werden, um Überdosierungen einzelner Elemente zu vermeiden.
Mineralfutter und gezielte Nahrungsergänzung für das Quarter Horse
Mineralfutter ist keine optionale Ergänzung, sondern ein notwendiger Bestandteil jeder Quarter-Horse-Ration. Raufutter deckt – regional und qualitätsabhängig – Kalzium, Phosphor, Magnesium, Kupfer, Zink und Selen häufig nicht vollständig ab. Vor der Auswahl eines Mineralfutters empfiehlt sich eine Heuanalyse, um gezielte Lücken statt pauschaler Mengen auszugleichen.
PSSM-spezifische Ergänzungen:
Bei PSSM-positiven Quarter Horses stehen zwei Nährstoffgruppen im Fokus:
- Fett als Energieträger: Pflanzenöle (Leinöl, Reisfleischöl) liefern einen glykogensparenden Energieträger. Ein erhöhter Fettanteil in der Ration kann die klinische Symptomatik bei PSSM-Pferden verbessern – ob und in welcher Form eine solche Umstellung sinnvoll ist, sollte immer mit einem Tierarzt oder einer Fachkraft für Pferdeernährung abgestimmt werden.
- Vitamin E (Alpha-Tocopherol): Als wichtigstes fettlösliches Antioxidans für die Muskulatur gilt natürliches Vitamin E als mögliche unterstützende Maßnahme bei PSSM. Höhere Versorgungsniveaus als im Erhaltungsbedarf werden in der Fachliteratur diskutiert; konkrete Mengenangaben sind Sache der tierärztlichen Beratung im Einzelfall.
Omega-3-Fettsäuren:
Leinöl ist eine der wertvollsten Omega-3-Quellen für Pferde (ALA). Ein günstiges Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3-Fettsäuren (diskutiert wird ein Wert ≤5:1) kann nach aktuellem Forschungsstand antiinflammatorisch auf betroffene Muskulatur wirken und möglicherweise die Insulinsensitivität verbessern. Auch hier gilt: Ergänzungen bei bestehender Erkrankung immer in Rücksprache mit dem Tierarzt einsetzen.
Elektrolyte bei Schweißverlust:
Bei intensiver Arbeit, sommerlicher Hitze oder Turniereinsatz verliert das Quarter Horse erhebliche Mengen an Natrium, Chlorid und Kalium über den Schweiß. Eine Salzlecksteinversorgung (Natriumchlorid) ist ganzjährig empfohlen; bei starkem Schwitzen kann eine gezielte Elektrolyt-Ergänzung sinnvoll sein – in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt, da ein Ungleichgewicht bei HYPP-positiven Tieren kritisch werden kann.
Spurenelemente Biotin, Zink und Kupfer:
Für Huf- und Fellqualität sind Biotin, Zink und Kupfer relevante Spurenelemente. Bei auffälligen Hufproblemen oder schlechter Fellqualität lohnt eine Überprüfung der Ist-Versorgung anhand einer Rationsberechnung durch eine Fachkraft.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heu-Qualität, Rhythmus und Wasser
Eine gute Ration beginnt nicht beim Kraftfutter-Regal, sondern beim Heuboden. Für das American Quarter Horse, das genetisch auf Genügsamkeit getrimmt ist, ist die Qualität des Raufutters die wichtigste Stellschraube im Fütterungsmanagement.
Heu-Qualität und -Analyse:
Ein niedriger NSC-Gehalt (unter 10 % der Trockensubstanz) ist für PSSM-gefährdete Tiere das wichtigste Qualitätskriterium. Da NSC-Werte äußerlich nicht erkennbar sind, empfiehlt sich eine Heu-Laboranalyse – mindestens einmal pro Charge, idealerweise bei jedem Heu-Lieferantenwechsel. Schimmelfreies, staubarmes Heu ist für alle Pferde Pflicht; staubbehaftetes Heu kann bedampft oder eingeweicht werden.
Fütterungsrhythmus und Fresspausen:
Das Pferd ist physiologisch ein Dauerfresser. Fresspausen von mehr als 4–6 Stunden fördern die Entwicklung von Magengeschwüren (der Magensaft produziert auch ohne Futter weiter) und erhöhen das Kolikrisiko. Die Praxis der zwei täglichen Heu-Mahlzeiten im Abstand von 8–10 Stunden ist nicht optimal; Heunetze mit engmaschigem Gitter verlangsamen die Aufnahme und verlängern die Fresszeit, ohne die Gesamtmenge zu erhöhen – eine praktische Lösung für schnellfressende oder zur Überversorgung neigende Tiere.
Wasserversorgung:
Wasser ist das wichtigste „Futtermittel“ des Pferdes. Ein Quarter Horse trinkt täglich 20–60 Liter, bei Hitze und intensiver Arbeit deutlich mehr. Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit uneingeschränkt verfügbar sein. Automatiktränken sind sinnvoll, sollten aber regelmäßig auf Funktion und Sauberkeit geprüft werden; Pferde trinken weniger aus verschmutzten Tränken, was das Kolikrisiko erhöht.
Weidephasen und Anweidestrategie:
Vor dem ersten Weidegang im Frühjahr – wenn Gras besonders NSC-reich ist – sollte ein schrittweises Anweideprogramm über mindestens zwei bis drei Wochen erfolgen: beginnend mit 15–20 Minuten täglich, wöchentlich gesteigert. PSSM- oder übergewichtige Quarter Horses sollten den Weidegang auf Zeiten mit geringerem Fruktangehalt (Morgen vor Sonneneinstrahlung, nach längerem Frost vor der Tauphase) beschränken. Weidepausen durch Paddock-Zeit ohne Gras-Zugang sind bei prädisponierten Tieren kein Mangel, sondern gezielte Präventionsmaßnahme.
Futterwechsel immer schrittweise:
Jede Umstellung – neues Heu, neues Kraftfutter, Wechsel von Stall auf Weide – muss über mindestens 7–14 Tage schrittweise erfolgen, um Verdauungsstörungen zu vermeiden. Abrupte Änderungen gelten als anerkannter Risikofaktor für Koliken.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Studie: Glykogen-Speichererkrankung Typ IV (GBED)study
- [4]Studie: Polysaccharide Storage Myopathy (PSSM)study
- [5]Studie: Hyperkalemic Periodic Paralysis (HYPP)study
- [6]Studie: Hereditäre Equine Regionale Dermatologische Asthenie (HERDA)study
- [7]Studie: Podotrochlose (Hufrollensyndrom)study
- [8]Wikipedia: American Quarter Horsewikipedia
- [9]American Quarter Horse Pferderasse - HorseDealweb
- [10]Physiologische Ernährung von Spezialrassen - Quarter Horseweb
- [11]Fütterung & Gesundheit - Quarter Horse Journalweb
- [12]Fütterung Basics für Westernpferde Quarter ... - Instagramweb
- [13]Mineralien, Vitamine & Spurenelemente - Quarter Horse Journalweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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