Pferdefutter Bardigiano: Bedarfsgerecht
Pferdefutter für den Bardigiano: Raufutterration + EMS-Prävention für Gebirgspony. Stoffwechselprobleme vermeiden.
- Stockmaß
- 135–147 cm
- Herkunft
- Italien (nördlicher Apennin)

Bardigiano auf einen Blick: Gebirgspony mit sparsamem Stoffwechsel
Der Bardigiano ist ein kleines, robustes Gebirgspony aus Norditalien, das über Jahrhunderte unter harten, nahrungsarmen Bedingungen in den Apennin-Bergen selektiert wurde. Diese Herkunft hat seinen Stoffwechsel dauerhaft geprägt: Die Rasse ist ausgesprochen leichtfuttrig und kommt mit einer vergleichsweise geringen Energiezufuhr aus – ein Merkmal, das sie bei gut gemeintem, üppigem Futterangebot anfällig für Übergewicht, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe macht.
Der Fütterungsfokus liegt daher klar auf einer hochwertigen Raufutterbasis (Heu oder Heulage), gezieltem Weidemanagement und bedarfsgerechter Mineralstoffversorgung. Kraftfutter ist bei Freizeit- und leicht arbeitenden Bardigianos in der Regel nicht notwendig. Wer die Rasse hält, sollte regelmäßig den Body Condition Score (BCS) kontrollieren und Weidezeiten bewusst steuern – besonders in zuckereichen Wachstumsphasen der Gräser im Frühjahr und Herbst.
Zusätzlich gilt: Der Bardigiano ist eine spätreifende Rasse, die erst mit etwa fünf Jahren voll belastet werden sollte. Fütterungsempfehlungen für Jungpferde müssen diesem langsamen Entwicklungsrhythmus Rechnung tragen.
Größe, Statur und Gewichtsklasse des Bardigiano
Der Bardigiano zählt mit einem Stockmaß von 135 bis 147 cm zu den kleinen Pferden bzw. großen Ponys. Typologisch ist er ein Gebirgspony mit kompaktem, muskulösem Körperbau, kurzen, robusten Gliedmaßen und ausgeprägter Kondition – Merkmale, die auf eine jahrtausendealte Anpassung an Berggelände und karge Nahrungsgrundlagen zurückzuführen sind.
Für die Rationsplanung ist die Körpergröße ein wichtiger Ausgangspunkt: Der Trockenmasseanteil des täglichen Raufutters wird üblicherweise relativ zum Körpergewicht berechnet (Richtwert: mindestens etwa 1,5 % des Körpergewichts pro Tag). Da beim Bardigiano in der Regel kein Herstellergewicht dokumentiert ist, empfiehlt sich eine regelmäßige Gewichtsmessung (Maßband/Körpergewichtsband oder Waage) in Kombination mit einer Beurteilung des Body Condition Score (BCS), um die Ration bedarfsgerecht anzupassen.
Die kompakte Statur und der wirtschaftliche Stoffwechsel bedeuten: Im Vergleich zu größeren Warmblütern oder Vollblütern benötigt der Bardigiano deutlich weniger Energiefutter. Eine Überversorgung – auch durch scheinbar harmloses Weidegras oder strukturreiches Heu mit hohem Zuckergehalt – kann bei dieser Rasse schnell zu Verfettung führen.
Wesen des Bardigiano und sein Einfluss auf Haltung und Ernährung
Der Bardigiano gilt als freundlich, gutmütig und gleichzeitig lebhaft – eine Kombination, die ihn im täglichen Umgang unkompliziert und für viele Reiter und Fahrer besonders attraktiv macht. Typisch für Gebirgspferde ist er zudem ausdauernd und unerschrocken, was ihn für Wanderritte, Geländearbeit und Freizeitbetrieb ebenso qualifiziert wie für leichte Arbeit als Zug- oder Packtier.
Seine hohe Gelehrigkeit bedeutet, dass Bardigianos sich gut in strukturierte Alltagsroutinen – einschließlich Fütterungszeiten und Weidemanagement – eingewöhnen. Das spielt bei der Prävention von Stoffwechselproblemen eine wichtige Rolle: Ein ruhiges, stressarmes Haltungsumfeld mit kontinuierlichem Raufutterzugang und geordneten Fresszeiten entspricht dem Naturell der Rasse und unterstützt gleichzeitig die Verdauungsgesundheit.
Da der Bardigiano spätreifend ist und erst mit etwa fünf Jahren voll belastet werden sollte, ergibt sich für die Haltung eine vergleichsweise lange Jungpferdephase, in der Bewegungsangebot und Fütterung eng aufeinander abgestimmt sein müssen. Zu viel Energie bei gleichzeitig wenig Belastung fördert Übergewicht; zu wenig Bewegung in Kombination mit zuckerreichen Weiden erhöht das EMS-Risiko bereits in jungen Jahren.
Herkunft und Geschichte: Was die Bergvergangenheit für die Ernährung bedeutet
Der Bardigiano stammt aus dem nördlichen Apennin Italiens und hat seinen Namen von der Stadt Bardi im oberen Ceno-Tal in der Provinz Parma. Als ursprüngliches Gebirgspferd ist er in den Regionen Emilia, Ligurien und Teilen der Toskana beheimatet. Der Ursprung der Rasse wird auf belgische Einwanderer-Pferde zurückgeführt, die während der Völkerwanderungen nach Norditalien gelangten; wahrscheinlich besteht auch eine Verwandtschaft mit dem Haflinger.
Die Geschichte der Rasse war wechselhaft: Während der beiden Weltkriege wurden Bardigianos zur Maultierzucht eingesetzt, Haflingerhengste wurden eingekreuzt, und nach dem Zweiten Weltkrieg folgten weitere Einkreuzungen mit anderen Pferderassen – mit dem Ergebnis, dass die charakteristischen Eigenschaften der Rasse fast verloren gingen. 1972 gründete sich ein Komitee zum Rasseerhalt; das Zuchtbuch wurde 1977 ins Leben gerufen und wird von der Associazione Provinciale Allevatori in Parma verwaltet.
Für die heutige Ernährungspraxis ist die Bergherkunft von unmittelbarer Bedeutung: Generationen von Selektion auf kargen, strukturreichen Weiden haben einen sparsamen, hocheffizienten Stoffwechsel hervorgebracht. Der Bardigiano kann Energie aus Raufutter besonders effektiv nutzen – ein evolutionärer Vorteil im Apennin, der unter modernen Haltungsbedingungen mit reichem Weidegang oder energiereichem Heu zur Herausforderung wird.
Pflege des Bardigiano: Robustheit mit Bedacht nutzen
Der Bardigiano ist ein ausgesprochen robustes und pflegeleichtes Pferd. Sein Fell ist dicht und wetterfest, was ihn für Außenhaltung – auch in kühleren Bergregionen – gut geeignet macht. Dennoch bedeutet Robustheit nicht, dass die Pflege vernachlässigt werden darf, denn gerade bei leichtfuttrigen Rassen sind regelmäßige Gewichts- und Konditionskontrollen ein zentrales Pflegeelement.
Hufe: Als Gebirgspferd hat der Bardigiano typischerweise harte, trittsichere Hufe. Regelmäßige Hufpflege (alle sechs bis acht Wochen durch einen Hufschmied) ist dennoch unverzichtbar – besonders, da Hufrehe bei EMS-gefährdeten Individuen früh erkannt werden muss. Erste Anzeichen (Wärme im Huf, Pulsation der Zehenarterie, veränderte Stellung) sollten umgehend tierärztlich abgeklärt werden.
Zahnpflege: Regelmäßige Zahnkontrollen (mindestens einmal jährlich) sind wichtig, da Zahnprobleme die Raufutteraufnahme direkt beeinflussen und zu unzureichender Verwertung führen können.
Fellpflege und Parasitenprophylaxe: Regelmäßiges Striegeln und eine konsequente Entwurmungsstrategie (idealerweise nach Kotuntersuchung und tierärztlicher Empfehlung) tragen zur Gesunderhaltung bei. Parasiten können den Nährstoffstatus erheblich beeinträchtigen und die Darmgesundheit stören.
Haltung: Bardigianos profitieren von einem aktiven Herdenverband und ausreichend Bewegung. Zu wenig Bewegung in Kombination mit energiereichem Futter ist einer der häufigsten Auslöser für Übergewicht und Folgeerkrankungen bei dieser Rasse.
Gesundheit: EMS, Hufrehe und PPID als zentrale Risiken
Als klassisch leichtfuttrige Gebirgsrasse ist der Bardigiano in besonderem Maß anfällig für Erkrankungen des Stoffwechsels, die in direktem Zusammenhang mit der Ernährung stehen. Die wichtigsten Risikofelder sind:
Equines Metabolisches Syndrom (EMS) EMS beschreibt eine Insulinresistenz, bei der die Körperzellen auf Insulin weniger sensibel reagieren. In der Folge steigen Blutzucker- und Insulinspiegel an; erhöhte Insulinwerte gelten heute als wesentlicher Auslöser für Gewebeschäden in der Huflederhaut – und damit für Hufrehe (Laminitis). Typische äußere Zeichen sind Fettdepots am Nackenkamm, an der Kruppe und an den Schultern sowie ein gestörtes Sättigungsgefühl. Die Fütterung spielt bei der Entstehung und Prävention von EMS eine zentrale Rolle: zu viel Stärke und Zucker, zu wenig Bewegung und dauerhaftes Übergewicht sind die Haupttreiber.
Hufrehe (Laminitis) Hufrehe ist eine der schmerzhaftesten und folgenreichsten Erkrankungen bei Pferden. Bei leichtfuttrigen Rassen wie dem Bardigiano kann bereits ein unkontrollierter Weidegang auf zuckereicher Frühjahrsgrasnarbe oder ein plötzlicher Futterwechsel ausreichen, um eine Episode auszulösen. Präventives Weidemanagement – mit Dosierung des Grasangebots, Anweidezeiten und ggf. Weidemaulkorb – ist bei dieser Rasse kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit.
PPID (Equines Cushing-Syndrom) Bei älteren Bardigianos nimmt das Risiko für PPID (Pituitary Pars Intermedia Dysfunction) zu. PPID führt zu einer übermäßigen Produktion von ACTH und anderen Hormonen, was wiederum Insulindysregulation und ein erhöhtes Hufrehe-Risiko begünstigt. Ein altersgerechtes Blutbild (ACTH-Wert, Insulinprofil) wird empfohlen; bei Verdacht ist tierärztliche Diagnostik unerlässlich.
Kolikrisiko Wie bei allen Pferden gilt: Lange Fresspausen, abrupte Futterwechsel und zu wenig Raufutter erhöhen das Kolikrisiko. Der Verdauungstrakt des Pferdes ist auf kontinuierliche Raufutteraufnahme ausgelegt; Pausen von mehr als vier bis sechs Stunden ohne Heu können die Magenschleimhaut belasten und das Risiko für Magengeschwüre erhöhen.
Energiebedarf und Konditionsmanagement beim Bardigiano
Die Grundlage jeder Rationsplanung ist der Erhaltungsbedarf – die Energiemenge, die ein Pferd bei Ruhe oder minimaler Aktivität benötigt, um alle Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Beim Bardigiano liegt dieser Bedarf aufgrund des effizienten, auf Sparsamkeit getrimmten Stoffwechsels deutlich unter dem vergleichbarer Warmblüter. Das bedeutet: Was für ein Sportpferd eine normale Futterration wäre, ist für einen Bardigiano bereits eine Überversorgung.
Konditionsbeurteilung (Body Condition Score) Das regelmäßige Beurteilen des Ernährungszustands anhand des Body Condition Score (BCS) ist bei dieser Rasse besonders wichtig. Ein BCS von 4–5 auf einer neunstufigen Skala gilt als ideal; Werte von 6 oder höher sind ein Warnsignal und sollten eine Anpassung der Ration nach sich ziehen. Dabei ist auf versteckte Fettdepots am Nackenkamm zu achten – ein frühes Zeichen für Stoffwechselbelastung.
Leistungs- und Arbeitspferde Bei mittlerer oder intensiver Arbeitsbelastung – zum Beispiel regelmäßiger Geländearbeit oder Touristik – steigt der Energiebedarf entsprechend. In diesem Fall kann eine moderate Ergänzung durch strukturreiche Energieträger (z. B. Heucrobs, Luzernehäcksel) sinnvoll sein. Stärke- und zuckerreiche Kraftfutter sollten aber auch bei Arbeitsbelastung zurückhaltend eingesetzt werden.
Lebensphase Fohlen und Jungpferde Da der Bardigiano spätreifend ist und erst mit rund fünf Jahren voll belastet werden sollte, ist eine wachstumsbegleitende, nicht überversorgende Fütterung essenziell. Zu viel Energie in der Aufzucht beschleunigt zwar das Wachstum, kann aber die Skelett- und Gelenkentwicklung negativ beeinflussen. Raufutter bildet die Basis; ein altersgerechtes Mineralfutter deckt den erhöhten Bedarf an Calcium, Phosphor und Spurenelementen in der Wachstumsphase.
Senioren ab etwa 15–18 Jahren Mit zunehmendem Alter kann die Fähigkeit, Raufutter zu verdauen und Nährstoffe zu resorbieren, nachlassen. Gleichzeitig steigt das PPID/Cushing-Risiko. Eine angepasste Mineralstoffversorgung, ggf. leicht verdauliche Raufutteralternativen (z. B. Heucrobs, eingeweichtes Heu) und regelmäßige tierärztliche Kontrolle sind empfehlenswert.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter für den Bardigiano
Raufutter als unverzichtbare Basis Heu oder Heulage bildet die unumstrittene Grundlage der Ration – beim Bardigiano mehr noch als bei anderen Rassen, da sein Verdauungstrakt auf kontinuierliche Strukturfutteraufnahme ausgelegt ist. Als Richtwert gilt eine Trockenmassemenge von mindestens etwa 1,5 % des Körpergewichts pro Tag, bei einem leichtfuttrigen Bardigiano kann eine gut abgestimmte Ration von rund 1,7–2,0 % des Körpergewichts in Heu bereits den gesamten Erhaltungsbedarf decken.
Bei der Heuauswahl ist auf den Zuckergehalt (WSC/Ethanollösliche Kohlenhydrate) zu achten: Heu mit hohem Zuckergehalt (>10 % in der Trockenmasse) birgt für EMS-gefährdete Bardigianos ein erhöhtes Risiko. Im Zweifel empfiehlt sich eine Heuanalyse, um den tatsächlichen Nährstoffgehalt zu kennen. Bei nachgewiesenem hohem Zuckergehalt kann das Heu gewässert werden (mindestens 30–60 Minuten im Wasser), was den Zuckergehalt messbar reduziert.
Weidemanagement Weidegang ist für Pferde wertvoll, beim Bardigiano aber mit Bedacht zu dosieren. Frisches Gras – besonders im Frühjahr und nach Regenphasen im Herbst – enthält hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fruktane, Zucker), die bei stoffwechselgefährdeten Pferden Hufrehe auslösen können. Empfehlungen umfassen:
- Anweidezeit langsam steigern, beginnend mit wenigen Minuten täglich
- Weidezeiten auf frühen Morgen oder Abend legen (geringerer Zuckergehalt im Gras)
- Bei erhöhtem EMS-Risiko: Weidemaulkorb oder Paddock-Haltung als Alternative
Kraftfutter Für Freizeit- und leicht arbeitende Bardigianos ist Kraftfutter in der Regel nicht notwendig. Eine Ausnahme bilden Phasen nachgewiesenen Mehrbedarfs (intensive Arbeit, Trächtigkeit, Laktation, Untergewicht). In solchen Fällen sind strukturreiche, zuckerarme Energieträger wie Sojaextraktionsschrot, Luzernehäcksel oder speziell formulierte Niederenergie-Pferdemüslis ohne Melasse besser geeignet als stärkereiches Getreide. Hafer und Gerste treiben den Insulinspiegel rasch in die Höhe und sind bei stoffwechselgefährdeten Individuen mit Vorsicht zu handhaben.
Mineralfutter Raufutter allein deckt den Mineralstoff- und Spurenelementbedarf eines Pferdes in der Regel nicht vollständig. Ein qualitativ hochwertiges Mineralfutter (ohne Zucker, ohne Melasse) ist daher für alle Bardigianos empfehlenswert – unabhängig von der Leistungsstufe. Bei der Auswahl sollte auf die Heuanalyse Bezug genommen werden, um gezielte Ergänzungen (z. B. bei Magnesiummangel oder Selenunterversorgung) zu vermeiden.
Nahrungsergänzung für den Bardigiano: Mineralien, Elektrolyte und mehr
Mineralfutter als Basisergänzung Da Heu den Mineralstoffbedarf des Pferdes kaum jemals vollständig abdeckt, gilt die Gabe eines bedarfsgerechten Mineralfutters als Standard in der Pferdeernährung. Für Bardigianos empfehlen sich zuckerfreie, melassefreie Produkte, da zuckerhaltige Lecksteine oder Ergänzungen den Insulinspiegel unnötig belasten können. Im Idealfall basiert die Mineralfutterwahl auf einer vorliegenden Heuanalyse, um tatsächliche Lücken gezielt zu schließen – zum Beispiel bei Natrium, Magnesium, Zink, Kupfer oder Selen.
Elektrolyte bei Arbeit und Schwitzen Nach intensiver Arbeit oder bei sommerlichen Temperaturen verliert das Pferd über den Schweiß erhebliche Mengen an Elektrolyten (vor allem Natrium, Chlorid, Kalium). Eine Elektrolytergänzung kann dann sinnvoll sein; im Alltag reicht häufig ein permanent zugänglicher Salzleckstein aus, der dem Pferd eine bedarfsgesteuerte Natriumaufnahme ermöglicht. Ob und in welchem Umfang zusätzliche Elektrolytgaben notwendig sind, sollte im Einzelfall mit einer Fachperson abgestimmt werden.
Spezifische Ergänzungen bei Stoffwechselgefährdung Bei Bardigianos mit diagnostiziertem EMS oder erhöhtem Hufrehe-Risiko wird in der Fachliteratur unter anderem die Ergänzung von Magnesium diskutiert, da Magnesium eine Rolle in der Insulinregulation spielen kann. Gleiches gilt für bestimmte Polyphenole und Kräuterzusätze, die in der Pferdeernährungsberatung diskutiert werden. Solche Ergänzungen ersetzen jedoch keine konsequente Rationsanpassung und keine tierärztliche Behandlung – sie können allenfalls als unterstützende Maßnahme betrachtet werden, deren Einsatz im Einzelfall mit dem Tierarzt oder einer qualifizierten Ernährungsberatung abgestimmt werden sollte.
Heu-Qualität und -Analyse als erstes Mittel Vor dem Einsatz jeglicher Nahrungsergänzung steht die Heuanalyse an erster Stelle. Sie liefert verlässliche Daten zu Energie, Rohprotein, Zucker, Mineral- und Spurenelementgehalt und ermöglicht eine gezielte, nicht pauschale Ergänzungsstrategie. Tierärzte und qualifizierte Pferdeernährungsberater können dabei unterstützen.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heu-Qualität, Fresszeiten und Wasserversorgung
Heu-Qualität und -Menge Die Auswahl des richtigen Heus ist für einen Bardigiano keine Nebensache. Staub- und schimmelfreies, gut gereiftes Wiesenheu mit moderatem Energiegehalt ist ideal. Heu aus dem ersten Schnitt ist oft energiereicher; Heu aus dem zweiten oder dritten Schnitt weist häufig eine günstigere Zusammensetzung für leichtfuttrige Rassen auf. Eine regelmäßige Heuanalyse (Labor) gibt Sicherheit und ist die Basis jeder bedarfsgerechten Ergänzungsstrategie.
Fresszeiten und Fresspausen Der Verdauungstrakt des Pferdes produziert kontinuierlich Magensäure – unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist. Fresspausen von mehr als vier bis sechs Stunden gelten als Risikofaktor für Magengeschwüre und erhöhen das Kolikrisiko. Für Bardigianos, die aus Gründen des Gewichtsmanagements weniger Heu bekommen, empfiehlt sich der Einsatz von Heunetzen mit enger Maschenweite (3–4 cm), die die Fressgeschwindigkeit reduzieren und die Heuration über einen längeren Zeitraum verfügbar machen, ohne die Gesamtmenge zu erhöhen.
Wasserversorgung Sauberes, frisches Wasser muss immer und unbegrenzt verfügbar sein. Erwachsene Pferde trinken je nach Temperatur, Arbeit und Fütterung 20–50 Liter täglich. Heu-Ration erhöht den Wasserbedarf; Tränken sollten täglich gereinigt werden. Im Winter ist auf frostfreie Tränken zu achten – Pferde trinken eiskaltes Wasser ungern und können bei mangelnder Wasseraufnahme Koliken entwickeln.
Anweidemanagement Bei erstmaligem oder saisonalem Weidegang sollte der Übergang sehr langsam erfolgen – beginnend mit 15–30 Minuten täglich und schrittweiser Steigerung über mehrere Wochen. Das schützt die Darmflora und beugt zucker- und fruktaninduzierter Hufrehe vor. Bei Bardigianos mit bekannter Stoffwechselempfindlichkeit kann ein Weidemaulkorb sinnvoll sein, der den Graskonsum reduziert, aber dennoch Bewegung auf der Weide ermöglicht.
Futterwechsel Jeder Futterwechsel – sei es Heu-Charge, Heulage statt Heu oder eine neue Kraftfuttersorte – sollte schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen, um die Darmflora anzupassen und das Kolikrisiko zu minimieren.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Bardigianowikipedia
- [4]Stärke — die heimliche Gefahr für Pferdeweb
- [5][PDF] Zuchtprogramm für die Rasse Bardigiano - Bayerischer Zuchtverbandweb
- [6]Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Gesundheit meines ...web
- [7]Ernaehrung – Pferdegesundweb
- [8]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb
- [9]Publikationen - Praxis - EQUI-SCOPEweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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