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Pferdefutter Murgese: Barockpferd Rehe-sicher

Pferdefutter für den Murgese: Leichtfuttriges Barockpferd aus Apulien ist hufrehe- und EMS-gefährdet. Raufutter-Basis und Mineralbalance schützen vor Stoffwechselstörungen.

Stockmaß
155–168 cm
Gewicht
ca. 550–650 kg
Herkunft
Italien (Apulien)
Illustration: Pferdefutter Murgese: Barockpferd Rehe-sicher

Murgese auf einen Blick: Genügsamkeit als Stärke und Risiko

Der Murgese ist ein ursprüngliches Barockpferd aus der süditalienischen Region Apulien. Jahrhundertelang als Arbeits-, Saum- und Forstpferd eingesetzt, hat er einen Stoffwechsel entwickelt, der mit minimalem Futterangebot auskommt. Diese Genügsamkeit ist im modernen Freizeitbetrieb sowohl Stärke als auch Risikofaktor: Wer dem Murgese die gleiche Ration gibt wie einem Warmblut im Sportbetrieb, riskiert rasch Übergewicht, Insulindysregulation und in der Folge Hufrehe.

Zentrales Fütterungsprinzip: Raufutter – also hochwertiges, strukturreiches Heu – bildet die unverzichtbare Basis. Kraftfutter ist für die Mehrzahl der Murgesen im Freizeitbetrieb schlicht nicht erforderlich. Der Fokus liegt stattdessen auf bedarfsgerechter Mineralstoffversorgung, konsequentem Gewichtsmanagement und einem sorgsamen Anweideprogramm im Frühjahr.

Auf einen Blick:

  • Stockmaß: 155–168 cm
  • Typ: Barockpferd, leichtfuttrig, ursprüngliche Rasse
  • Stoffwechsel: Leichtfuttrig, EMS- und Hufrehe-gefährdet bei falscher Ernährung
  • Raufutterbedarf: Mindestens ca. 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmassse täglich
  • Kraftfutter: Nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf (intensive Arbeit, Trächtigkeit, Laktation, Seniorenalter)
  • Besonders wichtig: Zuckerarmes Heu, kontrolliertes Weidemanagement, regelmäßige Gewichtskontrolle

Größe und Statur: Kompaktes Barockpferd mit solidem Fundament

So groß wird ein MurgeseSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmMurgeseSchulterhöhe 155–168 cmca. 162 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Murgese bewegt sich mit einem Stockmaß von 155 bis 168 cm im Bereich eines mittelgroßen bis großen Reitpferdes. Sein Körperbau ist kompakt und muskulös – typisch für Barockpferde, die für Versammlung und Wendigkeit gezüchtet wurden, nicht für Geschwindigkeit. Das Gewicht eines ausgewachsenen Murgese wird in der Praxis häufig mit rund 550 bis 650 kg angegeben.

Dieser kompakte, substanzreiche Körperbau in Kombination mit dem leichtfuttrigen Stoffwechsel einer ursprünglichen Rasse bedeutet: Der Murgese neigt dazu, selbst bei moderater Raufuttermenge gut Substanz anzusetzen. Fettdepots bilden sich bevorzugt am Mähnenkamm, über den Augen und um die Schweifwurzel – klassische Warnsignale für eine beginnende EMS-Entwicklung.

Als Orientierung für das Fütterungsmanagement gilt: Ein Pferd von rund 600 kg benötigt täglich mindestens etwa 9 kg Heu-Trockenmasse (≈ 1,5 % des Körpergewichts), um den Verdauungstrakt kontinuierlich mit Strukturfaser zu versorgen und Magengeschwüren sowie Koliken vorzubeugen. Auf übermäßig energiereiche Rationen sollte beim Murgese im Freizeitbetrieb generell verzichtet werden.

Wesen: Ausgeglichenes Temperament mit Arbeitsethos

Der Murgese gilt laut Zuchtziel als ausgeglichen und lebhaft im Temperament – eine Kombination, die ihn zum verlässlichen Partner im Reittourismus, als Polizeipferd, im Forstbetrieb und als Freizeitpferd prädestiniert. Er ist trittsicher, ausdauernd und in seinen Bewegungen gebunden, was insbesondere im Gelände und bei langen Ausritten von Vorteil ist.

Wie alle Barockpferde befähigt ihn sein kompakter Aufbau zu hoher Versammlung; manche Murgesen zeigen eine Eignung für Lektionen der Hohen Schule. Gleichzeitig beschreiben Kenner der Rasse ihn als intelligent, freundlich und gut handhabbar – Eigenschaften, die auch das tägliche Fütterungsmanagement erleichtern, da das Pferd Routinen gut annimmt.

Der ausgeglichene Charakter darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Murgese als ursprüngliches Arbeitspferd auf Bewegung angewiesen ist. Werden Freizeitpferde dieser Rasse zu wenig gefordert, steigt nicht nur das Risiko für Verhaltensauffälligkeiten, sondern auch für Übergewicht und die damit verbundenen Stoffwechselprobleme. Eine ausreichende tägliche Bewegung – ob unter dem Sattel, im Gespann oder auf der Koppel – ist daher integraler Bestandteil eines artgerechten Haltungs- und Ernährungskonzepts.

Herkunft: Apulisches Arbeitspferd mit langer Geschichte

Der Murgese entstammt der Region Apulien im südlichen Italien, genauer der Provinz Bari und der gleichnamigen Murge-Hochebene – einer kargen, felsigen Landschaft mit spärlicher Vegetation und extremen klimatischen Bedingungen. Diese geografischen Verhältnisse prägten den Murgese über Jahrhunderte: Wer in einer solchen Umgebung überleben und arbeiten musste, entwickelte zwangsläufig einen außerordentlich effizienten Stoffwechsel.

Die Ursprünge der Rasse reichen bis in die Stauferzeit zurück; Kaiser Friedrich II. (1194–1250) unterhielt in Bari Hofgestüte, in denen er Berberrappen züchtete – Vorfahren des heutigen Murgese. In der Renaissance war der aus diesen Linien hervorgegangene Neapolitaner als Schulpferd hochgeschätzt. Im späten 19. Jahrhundert wurde die Zucht bäuerlichen Betrieben überlassen, die die Pferde als Arbeits- und Fleischlieferanten nutzten. Um 1900 galten beide historische Schläge – ein leichter Saumtiertyp und ein schwererer Arbeitstyp – als nahezu ausgestorben.

1926 initiierte das italienische Landwirtschaftsministerium ein Wiederaufbauprogramm im Gestüt Foggia. Alle heute registrierten Pferde gehen auf lediglich 9 Hengste und 46 Stuten zurück – ein genetischer Flaschenhals, der die Rasse bis heute prägt. Die heutige Ernährungsempfehlung für den Murgese wurzelt in dieser Geschichte: Ein Pferd, das auf kärglichen Weiden überlebte, braucht im modernen Stall keine energiedichten Kraftfutterrationen.

Pflege: Robuste Konstitution – mit gezieltem Blick auf Gewicht und Hufe

Der Murgese gilt als robustes, pflegeleichtes Pferd, das seine apulischen Ursprünge auch in der modernen Haltung nicht verleugnet. Sein Fell ist vergleichsweise anspruchslos; die meisten Murgesen vertragen Offenstall- oder Paddockhaltung mit Witterungsschutz gut, was ihrer Natur als ursprüngliche Gebirgs- und Arbeitspferde entspricht.

Hufe: Besondere Sorgfalt verdienen die Hufe. Als leichtfuttrige Rasse mit EMS- und Hufrehe-Disposition ist eine regelmäßige Hufpflege alle vier bis sechs Wochen durch einen Hufschmied oder Hufpfleger unerlässlich. Etwaige Veränderungen an Hufwand, Strahl oder Sohle sollten frühzeitig bemerkt und mit einem Tierarzt besprochen werden.

Gewichtskontrolle: Die praktisch wichtigste Pflegemaßnahme beim Murgese ist die regelmäßige Beurteilung des Body Condition Score (BCS). Klassische Fettdepots am Mähnenkamm, über den Augen oder um die Schweifwurzel sind Frühwarnzeichen, die eine Anpassung der Ration – vor allem Reduktion energiereicher Komponenten und konsequentes Weidemanagement – erfordern.

Zähne: Wie bei allen Pferden ist eine jährliche Zahnkontrolle durch einen Tierarzt oder Pferdedentristen Standard. Schlechte Kaufunktion beeinträchtigt die Futteraufnahme und -verwertung direkt und kann vor allem bei älteren Murgesen zum Problem werden.

Bewegung: Ausreichende tägliche Bewegung ist nicht nur eine Pflegemaßnahme für Gelenke und Muskulatur, sondern auch ein zentrales Element der Übergewichtsprophylaxe.

Gesundheit: Stoffwechsel im Fokus – EMS, Hufrehe und Prävention

Der Murgese gilt als insgesamt robuste und gesunde Rasse ohne bekannte Erbkrankheiten. Seine größten gesundheitlichen Risiken liegen nicht in genetischen Defekten, sondern in der Kombination aus leichtfuttrigem Stoffwechsel, modernem Haltungsmanagement und zu energiereicher Ernährung.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS): Leichtfuttrige Pferde mit Veranlagung zur Bildung von Fettdepots – insbesondere am Mähnenkamm, über den Augen und um die Schweifwurzel – haben ein erhöhtes Risiko für EMS. Dieses Syndrom ist durch eine gestörte Insulinregulation (Insulindysregulation) gekennzeichnet und entsteht, wenn erbliche Veranlagung auf Energieüberschuss und Bewegungsmangel trifft. Die Insulindysregulation bei EMS gilt als zentraler Auslöser für Hufrehe bei betroffenen Pferden.

Hufrehe (Laminitis): Hufrehe ist eine entzündliche Erkrankung des Hufes, die die Verbindung zwischen Hufbein und Hufwand angreift und im schlimmsten Fall zu dauerhafter Lahmheit oder zum Verlust des Pferdes führen kann. Bei leichtfuttrigen Rassen wie dem Murgese sind insbesondere zuckerreiche Weidegräser im Frühjahr und Herbst sowie stärke- und zuckerreiche Kraftfuttermittel als Risikofaktoren bekannt. Eine konsequente Anpassung der Fütterung – strukturreiches, zuckerarmes Heu als Basis, kontrolliertes Anweiden – ist die wichtigste präventive Maßnahme.

Kolik: Wie alle Pferde kann der Murgese an Kolik erkranken, insbesondere bei unregelmäßiger Fütterung, langen Fresspausen, abrupten Futterumstellungen oder mangelhafter Wasserversorgung. Dauerhaft verfügbares Raufutter und frisches Wasser sowie langsame Futterumstellungen über mehrere Tage sind grundlegende Schutzmaßnahmen.

Atemwege: Bei staub- oder schimmelbelastetem Heu können Atemwegserkrankungen auftreten. Pferde mit Atemwegssensibilität profitieren von bedampftem oder gewässertem Heu.

Bei Verdacht auf EMS, Hufrehe oder anderen Stoffwechselstörungen ist eine tierärztliche Untersuchung und eine ernährungsberaterische Begleitung unbedingt zu empfehlen.

Ernährung und Energiebedarf: Was der Murgese wirklich braucht

Der Murgese ist ein Pferd mit ausgesprochen niedrigem Energiebedarf im Verhältnis zu seiner Körpergröße. Als ursprüngliche Rasse, die Jahrhunderte auf kargen Böden arbeitete, hat er einen effizienten Stoffwechsel entwickelt – ein Umstand, der im modernen Freizeitbetrieb konsequent in der Rationsgestaltung berücksichtigt werden muss.

Erhaltungsbedarf: Im Freizeitbetrieb mit leichter bis mittlerer Arbeit deckt der Murgese seinen Energiebedarf in aller Regel vollständig über qualitativ hochwertiges Heu. Der Richtwert von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Heu-Trockenmasse täglich gilt als Untergrenze; bei einem Tier von rund 600 kg entspricht das etwa 9 kg Heu pro Tag. Lange Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden sind unbedingt zu vermeiden, da sie das Risiko für Magengeschwüre und Kolik erhöhen.

Arbeit und Leistung: Nur bei nachweislich erhöhtem Energiebedarf – etwa bei regelmäßiger schwerer Arbeit, im Turniersport oder im Forstbetrieb – kann eine moderate Kraftfutterzulage sinnvoll sein. Diese sollte so gering wie möglich gehalten und in mehrere kleine Portionen aufgeteilt werden, um den kleinen Magen des Pferdes nicht zu überlasten.

Body Condition Score (BCS): Die Beurteilung des Körperzustands nach dem BCS-Schema (Skala 1–9; Idealwert für die meisten Freizeitpferde: 4–5) ist beim Murgese das wichtigste Instrument zur Rationsanpassung. Fettdepots am Mähnenkamm oder über den Augen sind klare Signale für eine Überversorgung und erfordern eine sofortige Reduktion der Energiezufuhr.

Lebensphasen:

  • Fohlen und Jungpferde: Wachstum erfordert eine ausgewogene Versorgung mit Protein, Calcium, Phosphor und Spurenelementen. Eine fachkundige Begleitung durch einen Tierarzt oder Ernährungsberater ist hier besonders wichtig, da Über- wie Unterversorgung gleichermaßen schaden kann.
  • Tragende und laktierende Stuten: Der Energiebedarf steigt insbesondere in den letzten Trächtigkeitsmonaten und während der Laktation erheblich an. Auch hier ist eine individuelle Anpassung der Ration anzuraten.
  • Senioren: Ältere Murgesen können bei nachlassender Kaufunktion oder verringerter Verdauungsleistung eine angepasste Futterform benötigen – etwa leicht verdauliche Raufutteralternativen oder eingeweichte Pellets als Ergänzung.

Futterarten für den Murgese: Heu als Fundament, Kraftfutter als Ausnahme

Raufutter: Die unverzichtbare Basis

Für den Murgese gilt, was für alle Pferde als Dauerfresser mit einem verhältnismäßig kleinen Magen und einem auf kontinuierliche Faseraufnahme ausgelegten Verdauungstrakt gilt: Raufutter ist keine Ergänzung, sondern das Fundament jeder Ration. Hochwertiges Heu – trocken, staubarm, frei von Schimmel und Gärgasen – sollte möglichst kontinuierlich verfügbar sein, um die natürliche Fressdauer von bis zu 16 Stunden täglich zumindest annähernd zu ermöglichen.

Bei Pferden mit Atemwegssensibilität kann bedampftes oder gewässertes Heu sinnvoll sein, um die Staubbelastung zu reduzieren. Heulage ist als Alternative möglich, weist jedoch in der Regel einen höheren Energiegehalt auf – beim energieeffizienten Murgese ist hier Vorsicht geboten und eine Analyse des Energiegehalts empfehlenswert.

Weide: Sorgfalt beim Anweiden

Grasweide ist für Pferde eine natürliche Futtergrundlage, birgt beim Murgese aber ein besonderes Risiko: Frische Weidegräser – insbesondere im Frühjahr und nach Regenereignissen – enthalten hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fructane, Zucker). Für leichtfuttrige Pferde mit EMS-Disposition kann das den Insulinspiegel in bedenkliche Höhen treiben und Hufrehe auslösen. Empfohlen wird ein kontrolliertes Anweideprogramm mit schrittweise verlängerter Weidezeit (beginnend mit wenigen Minuten täglich über mehrere Wochen) sowie eine bevorzugte Nutzung der frühen Morgenstunden, wenn der Zuckergehalt im Gras erfahrungsgemäß am niedrigsten ist.

Kraftfutter: Nur wenn nötig

Kraftfutter – ob Hafer, Gerste, Müsli oder Pellets – ist für den Murgese als Freizeitpferd in der Mehrzahl der Fälle nicht erforderlich. Werden stärke- oder zuckerreiche Konzentrate gefüttert, sollte die Menge so gering wie möglich sein, auf mehrere Mahlzeiten verteilt werden und stets nach dem Raufutter gereicht werden, um eine Übersäuerung des Magens zu vermeiden. Müslis und Kraftfuttermischungen mit hohem Melasse- oder Zuckeranteil sollten für den Murgese grundsätzlich gemieden werden.

Mash: Ein gelegentlicher leichter Mash (etwa aus gedämpften Kleien oder Leinsamen) kann die Verdauung unterstützen, sollte aber als Ausnahme und nicht als regelmäßige Kraftfutterergänzung betrachtet werden – und keinesfalls zuckerreiche Zutaten enthalten.

Wasser: Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Pferde trinken täglich 20–60 Liter, bei Hitze und Arbeit deutlich mehr. Wasserknappheit erhöht das Kolikrisiko erheblich.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung für den Murgese

Raufutter allein deckt den Mineralbedarf eines Pferdes selten vollständig – das gilt auch für den genügsamen Murgese. Eine bedarfsgerechte Mineralstoffergänzung ist daher in der Regel sinnvoll, vor allem wenn kein oder nur wenig Kraftfutter gefüttert wird.

Mineralfutter: Ein auf die Heuqualität und den Bedarf des Pferdes abgestimmtes Mineralfutter stellt die Grundversorgung mit Makro- und Spurenelementen sicher. Besonders relevant sind Calcium, Phosphor, Magnesium sowie die Spurenelemente Zink, Kupfer, Selen und Mangan. Die genaue Zusammensetzung sollte im Idealfall auf Basis einer Heuanalyse gewählt werden, da regionale Böden – und damit Heuernten – sehr unterschiedliche Mineralstoffprofile aufweisen.

Salzleckstein: Ein einfacher Salzleckstein (Natriumchlorid) deckt den Grundbedarf an Natrium und Chlorid und sollte jedem Pferd dauerhaft zugänglich sein.

Elektrolyte: Bei intensiver Arbeit, starkem Schwitzen oder bei hohen Außentemperaturen kann eine gezielte Elektrolytergänzung sinnvoll sein. Im normalen Freizeitbetrieb ist dies für den Murgese in der Regel nicht notwendig.

Besondere Vorsicht bei Vitamin-E und Selen: Selen ist ein essentielles Spurenelement, das aber bereits in geringfügig erhöhten Mengen toxisch wirkt. Eine Supplementierung sollte ausschließlich auf Basis einer Blutuntersuchung und in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.

Kräuter und Spezialergänzungen: Verschiedene Kräuterpräparate (z. B. Mariendistel zur Leberunterstützung, Brennnessel als Mineralstofflieferant) werden im Pferdebereich diskutiert. Belastbare wissenschaftliche Belege für spezifische Wirkungen beim Pferd sind oft begrenzt; im Einzelfall ist eine Rücksprache mit dem Tierarzt empfehlenswert.

Für EMS-gefährdete Murgesen gilt: Ergänzungsmittel mit hohem Zuckeranteil (z. B. melassierte Ergänzungspellets) sind zu meiden. Bestimmte Ergänzungen – etwa Magnesium oder Chromhefe – werden im Kontext der Insulindysregulation diskutiert; ihre Anwendung sollte aber stets tierärztlich begleitet werden, da kein Ergänzungsmittel eine angepasste Grundernährung ersetzen kann.

Fütterungsmanagement im Alltag: Heuqualität, Rhythmus und Weide

Ein gutes Fütterungsmanagement für den Murgese ist weniger eine Frage teurer Spezialprodukte als vielmehr eine Frage von Konsequenz, Beobachtungsgabe und der richtigen Prioritätensetzung.

Heuqualität und -menge: Die Grundlage ist gutes Heu – trocken, nicht zu energiereich, frei von Schimmel, Staub und unerwünschten Pflanzenarten. Für den leichtfuttrigen Murgese empfiehlt sich strukturreiches Wiesenheu mit mäßigem Energiegehalt; energiereiches Luzerneheu oder Frühschnittgras sollte im Freizeitbetrieb mit Zurückhaltung eingesetzt werden. Eine Heuanalyse (Energiegehalt, Rohprotein, Zucker/Stärke, Mineralstoffprofil) ist eine lohnende Investition, die die Rationsplanung erheblich erleichtert.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen: Das Pferd ist ein Dauerfresser – sein Verdauungstrakt produziert rund um die Uhr Magensäure, unabhängig davon, ob gerade Futter im Magen ist. Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken messbar. Wo möglich, sollte Heu über Raufen oder Heunetze mit kleiner Maschenweite gestreckt und möglichst kontinuierlich verfügbar gemacht werden – was zugleich der Übergewichtsprophylaxe dient, da der Murgese dann langsamer frisst.

Weide- und Anweidemanagement: Für den Murgese mit seiner EMS-Disposition ist ein strukturiertes Anweideprogramm im Frühjahr keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Die Weidezeit sollte über mehrere Wochen schrittweise erhöht werden. Besonders kritisch sind die Weidegangzeiten an sonnigen Frühjahrstagen am Nachmittag, wenn der Zuckergehalt im Gras am höchsten ist; frühe Morgenstunden gelten als günstiger. In Problemfällen kann ein Weidekorb vorübergehend sinnvoll sein – dies ist jedoch mit dem Tierarzt zu besprechen.

Wasserversorgung: Jederzeit freier Zugang zu frischem, sauberem Wasser ist nicht verhandelbar. Tränken sollten regelmäßig gereinigt werden; im Winter ist auf frostfreie Wasserverfügbarkeit zu achten.

Futterumstellungen: Jede Änderung der Ration – ob neues Heu, neue Charge eines Mineralfutters oder Beginn der Weidesaison – sollte schrittweise über mindestens 10–14 Tage erfolgen, um die Darmflora nicht zu destabilisieren und Kolikrisiken zu minimieren.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Murgesewikipedia
  4. [4]Murgese im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
  5. [5]Pferdegesundheit – Vorsorge, Pflege & Fütterungweb
  6. [6]Ratgeber: Pferdefütterung - die Basics | felix-buehler.chweb
  7. [7]Murgese - Alles was du über die Rasse wissen musstweb
  8. [8]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb
  9. [9]Der umfassende Guide zur natürlichen Pferdefütterungweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

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Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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