futter.de
Rasse-Ratgeber · Pferd

Pferdefutter New-Forest-Pony

Pferdefutter für New-Forest-Ponys aus englischen Moorlandschaften. Raufutter-Basis für genügsame, robuste Ponyrasse.

Stockmaß
135–148 cm
Herkunft
Großbritannien (Hampshire)
Illustration: Pferdefutter New-Forest-Pony

New-Forest-Pony: Genügsame Konstitution mit hohem Stoffwechsel-Potenzial

Das New-Forest-Pony ist eine der ältesten britischen Pony-Landrassen und trägt die Ernährungsgeschichte des New Forest buchstäblich im Genom: Generationen lang hat diese Rasse auf Heideflächen, moorigen Wäldern und strukturarmem Grünland überlebt – mit einem Futterspektrum, das weit entfernt war von energiereichen Weiden oder Kraftfuttergaben.

Diese Effizienz ist im modernen Haltungskontext Stärke und Risiko zugleich. Das Pony verwertet Energie außerordentlich sparsam, was es anfällig für Übergewicht, Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe macht, sobald die Ration – insbesondere Weidegras und kohlenhydratreiche Futter – nicht konsequent gesteuert wird.

Für Halterinnen und Halter bedeutet das: Raufutter bildet die unverzichtbare Basis, Kraftfutter ist bei den meisten erwachsenen New-Forest-Ponys entbehrlich, und das Weidemanagement im Frühjahr und Herbst ist keine Kür, sondern Pflicht. Dieser Ratgeber fasst zusammen, worauf bei Futter, Ergänzung und Fütterungsrhythmus besonders zu achten ist.

Stockmaß, Typ und Körperbau: Was die Größe über den Futterbedarf aussagt

So groß wird ein New-Forest-PonySchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmNew-Forest-PonySchulterhöhe 135–148 cmca. 142 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Das New-Forest-Pony erreicht eine Widerristhöhe von 135 bis 148 cm und gehört damit zu den größeren Vertretern der britischen Mountain- und Moorland-Ponyrassen. Es ist ein mittelgroßes Pony mit kompaktem, gut bemuskelmtem Körperbau, kräftigen Gliedmaßen und harten Hufen – physische Merkmale, die direkt mit der Anpassung an raues Terrain zusammenhängen.

Der Körpertyp des New-Forest-Ponys liegt zwischen dem robusten Kaltblut-nahen Moorpony und dem leichteren Warmblut-Typ: kräftiger als ein Araberpony, beweglicher als ein klassisches Kaltblut. Diese Mischung spiegelt die historischen Fremdbluteinkreuzungen wider – Araber, Englischer Vollblüter und verschiedene andere Mountain-and-Moorland-Rassen haben den modernen Typ geprägt.

Für die Futterberechnung ist das Körpergewicht entscheidend. Je nach Größe und Kondition sind ausgewachsene New-Forest-Ponys erfahrungsgemäß im Bereich von etwa 300–450 kg anzusiedeln – das genaue Gewicht sollte regelmäßig per Gewichtsband oder Waage überprüft werden, da optische Einschätzungen bei dieser Rasse durch das dichte Fell leicht zu Unterschätzungen von Übergewicht führen. Die Raufuttermenge orientiert sich am Richtwert von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse pro Tag, bei Übergewicht kann strukturiertes Heu mit niedrigem Energiegehalt oder anteiliges Stroh diese Menge ergänzen, ohne den Bedarf an kontinuierlichem Fressen zu untergraben.

Charakter und Temperament: Intelligent, rittig, menschennah

New-Forest-Ponys gelten als intelligent, rittig und lernbereit. Sie sind nervenstark und freundlich, was sie zu gefragten Kinderponys macht – ohne dabei das Sprung- und Galopp-Vermögen zu verlieren, das sie auch im Sport konkurrenzfähig macht. Die Rasse zeigt eine hohe Trittsicherheit auf wechselnden Untergründen, was auf ihren Ursprung im strukturreichen Waldgelände zurückgeht.

Charakterlich verbinden New-Forest-Ponys Ausgeglichenheit mit Neugier: Sie suchen aktiv den Kontakt zu Menschen, reagieren sensibel auf Körpersprache und Ansprache und entwickeln starke Bindungen zu Bezugspersonen. Gleichzeitig sind sie wach genug, um Langeweile und monotone Reize zu signalisieren – ein Hinweis darauf, dass auch die Haltungs- und Beschäftigungsumgebung ihrem Intellekt gerecht werden sollte.

Für die Fütterungspraxis hat dieser Charakter eine praktische Bedeutung: Ponys, die gut sozialisiert und mental ausgelastet sind, zeigen deutlich seltener stressbedingte Fressverhaltensstörungen wie Koppen oder übermäßig schnelles Fressen. Eine kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit – die lange Fresspausen vermeidet – unterstützt das natürliche Fressverhalten und das psychische Wohlbefinden dieser aktiven Rasse.

Herkunft und Zuchtgeschichte: Vom Moorpony zur vielseitigen Rasse

Das New-Forest-Pony stammt aus dem New Forest, einem Waldgebiet im englischen Hampshire, das 1079 von Wilhelm dem Eroberer zum königlichen Jagdrevier erklärt wurde. Dort lebten bereits robuste Ponys in halbwilder Haltung, die sich über Jahrhunderte an die kargen Bedingungen aus Moorland, Heideland und lichtem Wald angepasst hatten.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Hengste in den Forst eingeführt – darunter Araber, Englische Vollblüter und Hackneys –, um Größe und Typ zu verbessern. Von 1852 bis 1856 verlieh Prinz Albert den Araberhengst Zorah an Queen Victoria, die ihn im Forst einsetzte. Ende des 19. Jahrhunderts kamen Hengste von Dartmoor-, Exmoor-, Fell- und Welsh-Mountain-Ponys hinzu. Seit der Gründung der Zuchtgesellschaft 1891 und dem Zusammenschluss der Gesellschaften 1938 wird die Rasse in Reinzucht gezüchtet; Fremdbluteinkreuzungen sind seitdem untersagt. In Deutschland begann die organisierte Zucht um 1965.

Ernährungsgeschichtliche Bedeutung: Die Ponys des New Forest hatten nie Zugang zu üppigen, kohlenhydratreichen Weiden. Ihre Nahrung war strukturreich, energiearm und jahreszeitlich stark schwankend. Diese Selektion über Hunderte von Generationen erklärt die außerordentliche Futtereffizienz der Rasse – und warum moderne, nährstoffdichte Futtermittel schnell zur Überlastung des Stoffwechsels führen können.

Haltung und Pflege: Robustheit braucht trotzdem Routine

Das New-Forest-Pony ist eine vergleichsweise genügsame Rasse in der Haltung. Sein dichtes, wetterfestes Fell – das sich im Winter deutlich verstärkt – schützt es auch bei feuchtem, windigem Wetter. Ein windgeschützter Unterstand mit trockenem Einstreu ist dennoch Pflicht, ebenso wie täglicher Auslauf auf einem ausreichend großen Paddock oder einer Weide.

Die Hufe des New-Forest-Ponys sind traditionell hart und widerstandsfähig, erfordern aber dennoch eine regelmäßige Kontrolle und einen Hufschmied- oder Barhuf-Pfleger-Besuch alle sechs bis acht Wochen. In der Hufpflege liegt auch eine ernährungsrelevante Komponente: Übermäßiger Zuckereintrag über Weidegras kann die Hufe belasten und die Hufreheentstehung begünstigen.

Zum Fellwechsel im Frühjahr und Herbst ist tägliches Bürsten empfehlenswert; außerhalb dieser Phasen reicht eine routinemäßige Putzpflege. Baden sollte auf ein Minimum beschränkt bleiben, da häufiges Waschen die natürliche Talgschicht des Fells entfernt. Regelmäßige Zahn- und Maulkontrollen durch eine Pferdezahnärztin oder einen Pferdezahnarzt sind wichtig – insbesondere im Senioralter, da Zahnprobleme die Futteraufnahme und -verwertung direkt beeinflussen.

Gesundheit und rassetypische Risiken: Stoffwechsel im Fokus

Das New-Forest-Pony gilt als robuste, langlebige Rasse ohne gehäufte genetische Erkrankungen. Dennoch gibt es fütterungsrelevante Gesundheitsrisiken, die für eine vorausschauende Haltung und Ernährung unbedingt bekannt sein sollten.

Hufrehe (Laminitis): Als leichtfuttrige Pony-Rasse mit hocheffizientem Stoffwechsel gehört das New-Forest-Pony zu den Rassen mit erhöhtem Hufrehe-Risiko. Auslöser sind vor allem übermäßiger Zugang zu fructan- und zuckerreichem Weidegras (besonders im Frühjahr und nach Regenphasen), stärke- oder zuckerreiche Kraftfuttergaben sowie Übergewicht. Hufrehe ist eine ernste Erkrankung, bei der tierärztliche Begleitung unerlässlich ist; Fütterungsanpassungen sollten immer in Absprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt erfolgen.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS): EMS ist bei Pony-Rassen häufiger beschrieben als bei Großpferden. Es ist durch Insulinresistenz und Übergewicht (insbesondere Fettdepots am Hals, dem sogenannten „Genikpolster“) gekennzeichnet und erhöht das Hufrehe-Risiko erheblich. Eine zuckerarme, strukturreiche Fütterung sowie ein regelmäßig überprüfter Body-Condition-Score (BCS) sind zentrale Präventionsmaßnahmen.

Equines Cushing-Syndrom (PPID): Ab einem Alter von etwa zwölf Jahren nimmt die Häufigkeit dieser Erkrankung der Hypophyse zu. Typische Zeichen sind ein langes, lockiges Fell (Hypertrichose), Muskelschwund, erhöhte Infektanfälligkeit und eine sekundäre Hufrehe-Neigung. Die Ernährung von PPID-betroffenen Ponys erfordert besondere Aufmerksamkeit auf den Stärke- und Zuckergehalt der Ration; die medikamentöse Behandlung und Fütterungsanpassung gehören in tierärztliche Hände.

Kolikrisiko: Wie bei allen Pferden besteht bei langen Fresspausen, abrupten Futterwechseln oder mangelhafter Wasserversorgung erhöhtes Kolikrisiko. Kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit und sauberes, frisches Wasser rund um die Uhr sind die effektivsten Präventionsmaßnahmen.

Atemwege: Bei Stallhaltung und staubigem Heu kann Atemwegsreizung (Equines Asthma) auftreten. Bedampftes oder eingeweichtes Heu sowie eine gute Stallbelüftung können das Risiko reduzieren.

Energiebedarf und Konditionsmanagement: Weniger ist beim New-Forest-Pony oft mehr

Der Energiebedarf des New-Forest-Ponys ist im Vergleich zu Warmblütern oder Sportpferden deutlich geringer – eine direkte Folge der historischen Selektion auf Futtereffizienz. Das bedeutet konkret: Was bei einem Sportpferd gerade ausreichend wäre, kann beim New-Forest-Pony bereits zu Überversorgung führen.

Erhaltungsbedarf: Ein adultes, nicht oder leicht arbeitendes New-Forest-Pony kommt in der Regel mit qualitativ gutem Heu als Hauptfutter aus. Der Richtwert von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse pro Tag an Raufutter deckt den Erhaltungsbedarf bei normalem Körpergewicht meist vollständig. Ein 350-kg-Pony benötigt demnach etwa 5–6 kg Heu täglich (in Abhängigkeit vom Trockenmassegehalt).

Body-Condition-Score (BCS): Die regelmäßige Beurteilung des BCS (üblicherweise nach der 9-Punkte-Skala nach Henneke) ist beim New-Forest-Pony besonders wichtig, da das dichte Fell Übergewicht optisch kaschiert. Tast-Kontrollen an Rippen, Wirbelsäule und Kruppe sollten monatlich durchgeführt werden. Ein BCS von 4–5 (auf der 9-Punkte-Skala) gilt als angestrebter Bereich für ein gesundes adultes Pony.

Leistungs- und Arbeitspferde: Bei regelmäßiger mittlerer bis intensiver Arbeit (Turniersport, häufige lange Ausritte) steigt der Energiebedarf an. Hier kann eine moderate Kraftfutterzulage sinnvoll sein – stets bedarfsgerecht, stärkereduziert und in Absprache mit einer Ernährungsberatung. Für Freizeitponys mit leichter Beanspruchung ist Kraftfutter in aller Regel unnötig.

Lebensphase Fohlen und Jungpferd: Fohlen benötigen in den ersten Lebenswochen ausschließlich Muttermilch. Ab der vierten bis sechsten Lebenswoche beginnen sie, feste Nahrung aufzunehmen. Nach dem Absetzen (mit fünf bis sieben Monaten) braucht das Fohlen eine Ration mit ausreichend Protein und einem ausgewogenen Calcium-Phosphor-Verhältnis für das Knochenwachstum – auf Basis von gutem Aufzuchtheu und einem speziellen Jungpferdemüsli oder Fohlenpellets. Das New-Forest-Pony wächst bis Ende des dritten Lebensjahres; eine überschießende Energiezufuhr in dieser Phase kann Skelettentwicklungsstörungen begünstigen.

Lebensphase Senior: Ab etwa 15–18 Jahren können Zahnverschleiß und verringerte Verdauungseffizienz die Futteraufnahme und -verwertung einschränken. Eingeweichtes Heu, Heucobs oder spezielles Seniorfutter (kaufreundliche Textur, erhöhter Proteingehalt) können sinnvoll sein. Bei Verdacht auf PPID ist eine tierärztliche Abklärung und ggf. Anpassung der Ration dringend empfohlen.

Raufutter, Kraftfutter und Weide: Die richtige Futterauswahl für das genügsame Pony

Die Futterration des New-Forest-Ponys baut auf einem klaren Fundament auf: Raufutter ist die Basis, alles andere ist Ergänzung. Diese Hierarchie ergibt sich aus der Biologie des Pferdes als Dauerfresser ebenso wie aus den rassetypischen Dispositionen dieser Pony-Rasse.

Heu – die unverzichtbare Grundlage: Qualitativ gutes Wiesenheu mit einem mittleren Energiegehalt (nicht zu üppig, nicht verschimmelt oder staubig) ist die ideale Hauptnahrung. Heu sollte möglichst kontinuierlich verfügbar sein, um lange Fresspausen zu vermeiden – diese begünstigen Magengeschwüre und Koliken. Bei übergewichtigen Ponys oder bei EMS-Verdacht kann zuckerarmes Heu (Wassergehalt-Analyse empfehlenswert) und/oder das Einweichen des Heus (30–60 Minuten im Wasser) den löslichen Zuckeranteil reduzieren. Als strukturelle Ergänzung – besonders bei Übergewichtsmanagement – eignet sich Weizenstroh, das den Kauzeitbedarf erfüllt ohne nennenswert Energie zu liefern.

Heulage: Heulage (Grassilage mit höherem Wassergehalt) kann Heu ersetzen oder ergänzen, ist aber für leichtfuttrige Ponys oft energiereicher als Heu – die Ration muss entsprechend angepasst werden. Für Ponys mit Atemwegsproblemen kann Heulage eine staubarme Alternative zu trockenem Heu sein.

Weide – sorgfältiges Management ist Pflicht: Weidegras ist für das New-Forest-Pony keine unkomplizierte Futterquelle. Junges, schnell wachsendes Gras im Frühjahr und Herbst enthält hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fructane), die bei dieser Rasse Hufrehe auslösen können. Empfehlenswert ist daher ein stufenweises Anweiden, kurze Weidezeiten insbesondere in der Hauptwachstumszeit und – bei Übergewicht oder EMS – der Einsatz von Weidekörben oder der Ausschluss von der Weide in kritischen Phasen. Weide auf abgeweideten, strukturreichen Flächen ist verträglicher als üppige Kunstwiesen.

Kraftfutter – nur bei begründetem Bedarf: Für das durchschnittlich gehaltene und leicht bis mittel belastete New-Forest-Pony ist Kraftfutter (Hafer, Gerste, Müsli) in der Regel nicht erforderlich. Ausnahmen bilden Laktation, Aufzucht, intensive Sportbelastung über mehrere Wochen sowie Untergewicht durch Erkrankung oder Zahnprobleme. Wird Kraftfutter gegeben, sollte es zucker- und stärkearm sowie rohfaserreich sein. Melassehaltige Produkte, Getreideschrot und süße Müslimischungen sind für stoffwechselgefährdete New-Forest-Ponys ungeeignet. Kraftfutter niemals auf nüchternen Magen, stets nach dem Raufutter oder in kleinen Portionen über den Tag verteilt geben, um Insulinspitzen zu minimieren.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung: Gezielt statt großzügig

Raufutter allein deckt den Mineralstoff- und Vitaminbedarf von Pferden selten vollständig. Auch wenn das New-Forest-Pony als genügsame Rasse gilt: Ein gezielter Mineralausgleich ist kein Luxus, sondern Teil einer bedarfsgerechten Ernährung – insbesondere wenn kein oder kaum Kraftfutter gegeben wird.

Mineralfutter als Basis-Ergänzung: Ein hochwertiges, getreide- und melassefreies Mineralfutter bildet beim New-Forest-Pony die sinnvollste Basis-Ergänzung. Es liefert Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen, Mangan), Vitamine (A, D, E) sowie Mengenelemente (Calcium, Phosphor, Magnesium) und schließt die Lücken, die qualitätsbedingtes Heu hinterlässt. Bei energiereduzierter Ration – also wenn bewusst wenig oder kein Kraftfutter eingesetzt wird – ist ein solches Ergänzungsmittel besonders wichtig, damit nicht an Mikronährstoffen gespart wird, während Kalorien eingespart werden. Für übergewichtige Ponys oder solche mit EMS eignen sich speziell formulierte, kalorienarme Mineralpellets oder -granulate.

Salz und Elektrolyte: Ein Salzleckstein (Natriumchlorid) sollte jederzeit frei zugänglich sein. Bei intensiver Arbeit und starkem Schwitzen – etwa bei Turnieren oder langen Ausdauerritten im Sommer – steigt der Elektrolytbedarf (Natrium, Kalium, Chlorid). In diesen Phasen kann eine gezielte Elektrolytzulage sinnvoll sein; die genaue Dosierung gehört in die Hände einer Tierärztin oder eines Tierarztes bzw. einer Ernährungsberatung.

Biotin und Huf-Ergänzungen: Bei Ponys mit bekannt brüchigen oder wenig belastbaren Hufen wird Biotin häufig diskutiert. Eine Supplementierung kann im Einzelfall sinnvoll sein, zeigt jedoch erst nach mehreren Monaten eine Wirkung, da Hufhorn langsam nachwächst. Die Entscheidung sollte in Absprache mit einer Fachperson getroffen werden.

Omega-3-Fettsäuren: Leinsamen oder Leinöl werden als Quelle für Alpha-Linolensäure (ALA, eine pflanzliche Omega-3-Fettsäure) eingesetzt und in der Pferdeernährung diskutiert. Eine Ergänzung kann bei entzündlichen Prozessen oder trockenem Fell erwogen werden – belastbare Belege für spezifische Wirkungen beim Pony bleiben jedoch begrenzt, weshalb stets eine tierärztliche Einschätzung empfohlen wird.

Was vermieden werden sollte: Supplemente ohne konkrete Bedarfsanalyse (Heu-Analyse, Blutbild) zu geben, birgt das Risiko einer Überversorgung – besonders bei fettlöslichen Vitaminen (A, D). Eine Heuanalyse ist die sinnvollste Grundlage für eine gezielte Ergänzungsstrategie.

Fütterungsmanagement im Alltag: Heu-Qualität, Rhythmus und Wasserversorgung

Das beste Futter nützt wenig, wenn das Fütterungsmanagement nicht stimmt. Für das New-Forest-Pony – mit seiner Disposition für Stoffwechselprobleme – sind Regelmäßigkeit, Heu-Qualität und konsequentes Weidemanagement die drei tragenden Säulen einer gesunden Ernährung.

Heu-Qualität und -Analyse: Nicht jedes Heu ist gleich. Der Energiegehalt, der Zuckeranteil und der Staubgehalt variieren je nach Schnittzeitpunkt, Grünlandtyp und Lagerung erheblich. Für New-Forest-Ponys mit Übergewicht oder EMS ist eine professionelle Heu-Analyse (Trockenmassegehalt, Zucker/NSC, Rohprotein, Mineralien) empfehlenswert, um die Ration wirklich bedarfsgerecht gestalten zu können. Verschimmeltes oder staubiges Heu sollte grundsätzlich nicht verfüttert werden – bei Atemwegsproblemen kann bedampftes oder eingeweichtes Heu eine Alternative sein.

Fresspausen vermeiden: Das Pferd ist ein Dauerfresser: Der Magen produziert kontinuierlich Magensäure, auch ohne Futteraufnahme. Fresspausen von mehr als vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken. Raufutter – insbesondere Heu – sollte daher möglichst kontinuierlich verfügbar sein. Heunetze mit kleiner Maschenweite (3–4 cm) verlangsamen die Futteraufnahme und verlängern die Fresszeit, ohne die Gesamtmenge zu erhöhen.

Wasserversorgung: Sauberes, frisches Wasser muss rund um die Uhr und in ausreichender Menge zugänglich sein. Ein adultes Pony trinkt je nach Belastung und Witterung 20–50 Liter täglich. Im Winter ist darauf zu achten, dass Tränken nicht einfrieren; kaltes Wasser wird gut aufgenommen, solange es nicht eisig ist. Unzureichende Wasseraufnahme ist ein unterschätzter Risikofaktor für Verstopfungskoliken.

Weide- und Anweidemanagement: Im Frühjahr und nach längeren Trockenphasen mit anschließendem Regen steigen die Fructan-Gehalte im Gras rasch an. Das Anweiden sollte schrittweise erfolgen: beginnen mit kurzen Weidezeiten von 15–30 Minuten täglich und diese über zwei bis drei Wochen graduell steigern. Übergewichtige Ponys oder solche mit bekanntem EMS profitieren von einem Weidestopp oder dem Einsatz eines Weidemaulkorbs in kritischen Zeiten. Abgeweidete, extensive Flächen (artenreiche Magerwiesen) sind für diese Rasse deutlich verträglicher als fette, intensiv gedüngte Weiden.

Futterwechsel: Jeder Futterwechsel – ob neues Heu, neue Charge Mineralfutter oder der Weidewechsel – sollte schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen. Abrupte Umstellungen destabilisieren die Darmflora und können Koliken oder Durchfall begünstigen.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: New-Forest-Ponywikipedia
  4. [4]New Forest Pony im Rasseportraitweb
  5. [5]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
  6. [6]Ponys richtig füttern | Dr. Susanne Weyrauchweb
  7. [7]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb
  8. [8]Ponys richtig Füttern - Tipps & Rationen | MASTERHORSEweb
  9. [9][PDF] ZUCHTPROGRAMM - Pferd Austriaweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.

Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

Methodik & Korrektur

Wie wir arbeiten. Fehler gefunden? Sag uns Bescheid.