Pferdefutter Paso Fino: Gewichtsmanagement
Pferdefutter für den Paso Fino: Raufutter-Basis und intelligentes Gewichtsmanagement für karibischen Gangspezialisten.
- Stockmaß
- 132–157 cm
- Gewicht
- 350–500 kg
- Lebenserwartung
- 25–30 Jahre
- Herkunft
- Kolumbien, Puerto Rico, Karibik

Paso Fino: Gangpferd mit karibischen Wurzeln und europäischem Futter-Dilemma
Der Paso Fino ist ein mittelgroßes Gangpferd mit einem natürlichen, genetisch verankerten Viertaktgang – dem namensgebenden „Paso Fino“ (spanisch: feiner Schritt). Die Rasse entstand aus iberischen Pferden, die ab dem 15. Jahrhundert nach Hispaniola und Kolumbien gelangten, und wurde über Jahrhunderte für Ausdauerarbeit in tropischem Klima selektiert. Das Ergebnis ist ein energieeffizientes, robustes Pferd, das mit vergleichsweise karger Nahrung auskommt.
In mitteleuropäischen Ställen trifft diese Sparsamkeit auf ein Futterangebot, das häufig energiedichter ist als das ursprüngliche Habitat der Rasse. Hochwertige Heuqualitäten aus deutschen und österreichischen Wiesen, üppige Kunstgraslandschaften und kraftfutterlastige Standardrationen können beim Paso Fino schnell zu Übergewicht führen – mit direktem Risiko für Hufrehe (Laminitis) und das Equine Metabolische Syndrom (EMS). Die Ernährung des Paso Fino dreht sich deshalb weniger um „mehr“ als um „das Richtige in der richtigen Menge“: Raufutter als Basis, kontrollierte Kraftfuttergaben und ein konsequentes Gewichtsmanagement.
Größe, Statur und Gewicht: Was die Körpermasse des Paso Fino für die Futter-Ration bedeutet
Der Paso Fino gehört zur Kategorie der mittelgroßen Pferde mit einer Widerristhöhe zwischen 132 und 157 cm. Je nach Zuchtlinie und Herkunftsland (kolumbianischer Typ versus puerto-ricanischer Typ) variieren Körperbau und Gewicht erheblich: Leichtere, feinknochige Individuen können bei rund 350 kg liegen, robustere Typen erreichen bis zu 500 kg.
Diese Spanne ist für die Futterberechnung entscheidend. Der Raufutter-Richtwert von mindestens 1,5 % der Körpermasse als Trockenmasse pro Tag ergibt bei einem 400-kg-Paso-Fino etwa 6 kg Heu täglich – bei einem 480-kg-Individuum entsprechend mehr. Da die Rasse dazu neigt, Körperkondition leicht aufzubauen, sollte das tatsächliche Gewicht und der Body Condition Score (BCS) regelmäßig überprüft werden. Ein BCS von 4–5 auf der 9-stufigen Henneke-Skala gilt als ideal.
Der feine Knochen und die kompakte Muskulatur des Paso Fino täuschen optisch manchmal über Übergewicht hinweg. Regelmäßiges Wiegen – idealerweise mit einer Pferdewaage oder einem Maßband zur Gewichtsschätzung – ist deshalb empfehlenswert.
Wesen und Temperament: Wie „Brio“ die Energie- und Futterstrategie beeinflusst
Das Zuchtziel für den Paso Fino lautet offiziell „Brio“ – ein Begriff, der Leistungsbereitschaft, Energie, Arbeitseifer und Willigkeit vereint. In der Praxis bedeutet das: Der Paso Fino ist ein lebhaftes, aufmerksames Pferd, das aktiv Kontakt zum Menschen sucht und schnell auf äußere Reize reagiert.
Dieses Temperament hat eine direkte Relevanz für die Ernährung. Pferde mit hohem Grundaktivierungsniveau und sensiblem Nervensystem reagieren stärker auf stärke- und zuckerreiche Futterkomponenten als ausgeglichene, phlegmatischere Rassen. Hochenergetische Kraftfuttermischungen, zuckerreiche Müslis oder stärkereiche Getreidemischungen können das ohnehin lebhafte Temperament des Paso Fino weiter befeuern – was die Handhabbarkeit unter dem Sattel erschwert und langfristig das metabolische Risiko erhöht.
Umgekehrt unterstützt eine raufutterbasierte Ernährung mit niedrigem glykämischen Einfluss die Ausgeglichenheit des Pferdes. Wer seinen Paso Fino ausgewogen und bedarfsgerecht ernährt, tut damit nicht nur etwas für die körperliche Gesundheit, sondern auch für das Wohlbefinden im täglichen Umgang. Langes, kontinuierliches Kauen von Heu wirkt zudem nachweislich beruhigend auf das Stresssystem des Pferdes.
Herkunft und Geschichte: Vom Kolonialreittier zum europäischen Freizeitpferd
Die Geschichte des Paso Fino beginnt mit der zweiten Reise von Christoph Kolumbus im Jahr 1493, der iberische Pferde nach Hispaniola mitbrachte. Diese Tiere stammten aus andalusischen und berberischen Zuchten sowie von den heute ausgestorbenen spanischen Jennets – einer Gangrasse mit natürlichem Viertaktgang. Über Jahrhunderte wurde in Kolumbien, Puerto Rico und der Dominikanischen Republik ein Pferd selektiert, das unter extremen Bedingungen arbeitsfähig blieb: Hitze, Feuchtigkeit, steiles Gelände und spärliche Nahrungsgrundlage.
Genau diese Selektion auf Sparsamkeit und Effizienz ist heute die wichtigste ernährungsphysiologische Prägung der Rasse. Pferde, die genetisch auf kargem Weidegras mit niedrigem Zuckergehalt selektiert wurden, sind in mitteleuropäischen Verhältnissen mit energiereichem Heu und üppigen Weiden schnell überfüttert. Seit den 1970er Jahren werden Paso Finos auch in Deutschland gezüchtet; die meisten europäischen Bestände befinden sich in Deutschland, gefolgt von der Schweiz und Österreich. Diese Haltungsrealität – europäische Futtermittelqualität für ein Pferd mit tropischen Wurzeln – erklärt, warum Gewichtsmanagement bei der Rasse eine so zentrale Rolle spielt.
Pflege des Paso Fino: Huf, Fell und Zahngesundheit als Schlüssel zur Futteraufnahme
Der Paso Fino hat in der Regel ein feines, seidiges Fell, das weniger zum Verfilzen neigt als das Fell nordischer Rassen. Die tägliche Fellpflege mit Gummistriegel und Haarbürste dient nicht nur der Ästhetik, sondern ermöglicht das frühzeitige Erkennen von Druckstellen, Hautreizungen und Gewichtsveränderungen.
Besondere Bedeutung kommt der Huf- und Zahnpflege zu – beide stehen in direktem Zusammenhang mit der Futteraufnahme:
- Hufe: Regelmäßige Hufpflege (alle sechs bis acht Wochen) ist bei einer Rasse mit Hufrehe-Risiko unverzichtbar. Veränderungen an der Hufwand – insbesondere Ringe im Hufhorn – können auf vergangene oder aktuelle Laminitis-Episoden hinweisen und sollten immer mit dem Hufschmied und bei Bedarf dem Tierarzt besprochen werden.
- Zahnpflege: Die jährliche Zahnkontrolle (ab dem 15. Lebensjahr halbjährlich) stellt sicher, dass Heu und Kraftfutter vollständig gekaut werden können. Unbehandelte Zahnprobleme führen zu schlechter Futterausnutzung, Gewichtsverlust und in der Folge zu Mangelernährung. Paso Finos mit Zahnproblemen benötigen angepasste Rationen: eingeweichtes Heu, Heupellets oder Heumehl statt ganzer Heuballen.
- Parasitenmanagement: Regelmäßige Kotuntersuchungen (zweimal jährlich) und eine resistenzgerechte Entwurmung sind Bestandteil einer guten Gesundheitsvorsorge und sichern die Nährstoffverwertung.
Gesundheit des Paso Fino: Allgemeine Robustheit mit metabolischem Risikopotenzial
Für den Paso Fino sind in veterinärmedizinischen Datenbanken keine spezifischen, rassetypischen genetischen Erkrankungen mit belegter hoher Prävalenz hinterlegt, wie sie etwa für Quarter Horses (HYPP) oder Araberpferde (SCID) bekannt sind. Die Rasse gilt als vergleichsweise robust. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine ernährungsrelevanten Gesundheitsrisiken bestehen.
Metabolische Risiken bei leichtfuttrigen Rassen
Als Gangpferd mit karibisch-iberischen Wurzeln fällt der Paso Fino in die Gruppe der leichtfuttrigen Rassen, für die folgende Erkrankungen besondere Aufmerksamkeit verdienen:
- Hufrehe (Laminitis): Eine Entzündung der Huflederhaut, ausgelöst durch übermäßige Aufnahme von nicht-strukturellen Kohlenhydraten (Zucker und Stärke) aus dem Futter. Üppiger Weideaufwuchs im Frühjahr und Herbst sowie stärkereiches Kraftfutter gelten als Hauptauslöser. Chronische Hufrehe kann zu dauerhaften Hufschäden führen.
- Equines Metabolisches Syndrom (EMS): Ein Stoffwechselsyndrom, das sich durch Insulinresistenz, Adipositas und erhöhtes Hufrehe-Risiko äußert. Leichtfuttrige Rassen mit effizienter Energieverwertung sind überproportional betroffen. Fettalleinsätze am Kammkamm und an Schultern sowie ein erhöhter BCS sind erste Hinweiszeichen.
- Kolik: Alle Pferde sind durch ihr anatomisch ungünstiges Verdauungssystem kolikgefährdet. Lange Fresspausen (mehr als vier bis fünf Stunden ohne Raufutter), abrupte Futterwechsel und zu wenig Wasseraufnahme erhöhen das Risiko signifikant.
- Magengeschwüre (EGUS – Equines Gastrisches Ulkus-Syndrom): Der Pferdemagen produziert kontinuierlich Magensäure. Fehlt Raufutter als Puffer, kann es zur Magenschleimhauterosion kommen – besonders bei Pferden, die zeitweise ohne Heu bleiben oder in stressreichen Umgebungen gehalten werden.
Bei Verdacht auf metabolische Erkrankungen oder Laminitis-Episoden sollte immer tierärztliche Unterstützung in Anspruch genommen werden. Eine angepasste Futterration ist in diesen Fällen Teil des Therapieplans, aber keine Selbstbehandlung.
Energiebedarf und Kondition: Was der Paso Fino wirklich braucht
Der Paso Fino ist ein Pferd mittlerer Größe mit einer effizienten Energieverwertung. Die Berechnung des Energiebedarfs orientiert sich an der NRC-Richtlinie für Pferde (Nutrient Requirements of Horses) und berücksichtigt Körpermasse, Arbeitsniveau und Lebensphase.
Erhaltungsbedarf
Ein ausgewachsener Paso Fino mit rund 400 kg Körpergewicht benötigt im Erhaltungsstoffwechsel (ohne Arbeit) etwa 60–65 MJ umsetzbarer Energie (DE) pro Tag. Diese Menge lässt sich bei guter Heuqualität (ca. 8–9 MJ DE/kg Trockenmasse) durch reine Raufuttergaben decken – ohne jede Kraftfutterergänzung. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt: Der nicht arbeitende oder leicht arbeitende Paso Fino braucht häufig kein zusätzliches Kraftfutter.
Arbeitsbedarf
Mit zunehmendem Arbeitsniveau steigt der Energiebedarf:
- Leichte Arbeit (zwei bis drei Stunden Freizeitreiten pro Woche): Erhaltungsbedarf plus etwa 10–20 %
- Moderate Arbeit (regelmäßiges Training, Geländeritte, Shows): plus 25–50 %
- Intensive Arbeit (Wettkampf, mehrtägige Distanzritte): plus 50–100 % – hier kann Kraftfutter bedarfsgerecht ergänzt werden
Körperkondition (BCS) als Steuerungsgröße
Der Body Condition Score nach Henneke (Skala 1–9) ist das praktischste Werkzeug zur Futtersteuerung. Für den Paso Fino gilt ein BCS von 4–5 als Zielbereich. Bei einem BCS von 6 oder höher sollte die Energiezufuhr reduziert werden – zuerst durch Reduktion oder Weglassen von Kraftfutter, dann durch Heu mit niedrigem Energiegehalt. Ein BCS über 7 ist als Übergewicht zu werten und erhöht das EMS- und Hufrehe-Risiko erheblich.
Lebensphase: Fohlen, Jungpferd, Senior
- Fohlen (0–6 Monate): Stutenmilch ist die Primärnahrung; ab dem zweiten bis dritten Monat beginnt das Beifutterfressen. Das Calcium-Phosphor-Verhältnis im Jungpferdefutter sollte dem NRC-Richtwert von 1,5–2:1 entsprechen, um Skelettentwicklungsstörungen (OCD) zu vermeiden.
- Jungpferd (6 Monate – 3 Jahre): Wachstumsphasen verlangen angepasste Proteinversorgung mit ausreichend Lysin. Zu viel Energie beschleunigt das Wachstum, erhöht aber das Osteochondrose-Risiko.
- Adult (3–15 Jahre): Raufutter-basierte Ration, Kraftfutter nur nach Arbeit/Leistung.
- Senior (ab ca. 18 Jahren): Nachlassende Kauleistung durch Zahnabnutzung erfordert ggf. eingeweichtes Heu, Heupellets oder spezielle Senior-Mischungen. Der Energiebedarf kann steigen, wenn die Nährstoffverwertung im Darm nachlässt.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter: Die richtige Futter-Zusammensetzung für den Paso Fino
Die Futterration des Paso Fino folgt dem für alle Pferde gültigen Prinzip: Raufutter ist die unverzichtbare Basis, alles andere ist Ergänzung. Für eine leichtfuttrige Rasse wie den Paso Fino gilt das in besonderem Maße.
Raufutter: Heu, Heulage und Weide
- Heu ist die wichtigste Futterkomponente. Die Mindestmenge liegt bei 1,5 % des Körpergewichts als Trockenmasse pro Tag (bei 400 kg also ca. 6 kg), besser mehr. Heu mit mittlerem Energiegehalt (7–8 MJ DE/kg) und niedrigem Zuckergehalt (unter 10 % Nicht-Strukturelle Kohlenhydrate in der Trockenmasse) ist für den Paso Fino ideal. Staubiges Heu sollte bedampft werden, um die Atemwege zu schützen – besonders bei empfindlichen Pferden oder in der Wintersaison.
- Heulage (Gärfutter mit höherem Wassergehalt) kann Heu ersetzen oder ergänzen; sie ist energiereicher als Heu, weshalb die Menge entsprechend angepasst werden muss. Für adipöse Paso Finos ist Heulage oft weniger geeignet als energiearmes Trocken-Heu.
- Weide: Frisches Gras ist die natürlichste Raufutterquelle – aber für leichtfuttrige Rassen eine der häufigsten Ursachen für Hufrehe. Besonders der Frühjahrsaufwuchs und herbstliches Gras nach Nachtfrost enthalten hohe Mengen an Fruktanen und Zuckern. Paso Finos sollten schrittweise an die Weide angeweidet werden (beginnend mit 15–30 Minuten täglich, über zwei bis drei Wochen gesteigert). Auf ertragreichen Weiden sind Fressgitter, eingeschränkte Weideflächen oder zeitlich begrenzte Weidezeiten sinnvoll.
- Stroh als Ergänzungsraufutter ist nährstoffarm und gut als Beschäftigungsfutter geeignet – sollte aber nicht mehr als 30–40 % des Gesamtraufutters ausmachen, da es sonst zu Obstipations-Koliken beitragen kann.
Kraftfutter: Nur wenn der Bedarf es verlangt
Für den Paso Fino in leichter bis moderater Arbeit ist Kraftfutter oft nicht notwendig. Wenn dennoch ergänzt wird, gilt:
- Hafer ist das klassische Pferdegetreide mit günstigem Stärke-Profil und guter Verträglichkeit.
- Fertigmüslis und Pellets sollten auf ihren Zuckergehalt geprüft werden; für leichtfuttrige Rassen eignen sich zuckerarme, strukturreiche Varianten besser als süße Müslis mit Melasse.
- Kraftfutter niemals als Dauerration geben; bei nachlassender Arbeit sofort reduzieren.
- Mahlzeiten auf mindestens zwei bis drei Portionen täglich aufteilen, um Stärkeüberladung des Dünndarms und Kolikrisiko zu minimieren.
Mineralfutter: Die unterschätzte Ergänzung
Raufutter allein deckt den Mineralstoffbedarf von Pferden in der Regel nicht vollständig – insbesondere Selen, Kupfer, Zink und Jod können je nach Herkunft des Heus defizitär sein. Ein bedarfsgerechtes Mineralfutter (als Pulver, Pellet oder Leckstein) sollte täglich angeboten werden. Die Dosierung richtet sich nach dem Produkt und dem Körpergewicht; im Zweifel empfiehlt sich eine Heuanalyse als Grundlage für die gezielte Ergänzung.
Nahrungsergänzung für den Paso Fino: Gezielt, nicht pauschal
Nahrungsergänzungsmittel für Pferde sind ein wachsender Markt – und ein Bereich, in dem evidenzbasierte Zurückhaltung geboten ist. Für den Paso Fino gibt es keine belegten rasse-spezifischen Supplement-Pflichten; sinnvolle Ergänzungen leiten sich aus dem individuellen Bedarf, dem Haltungssystem und dem Arbeitspensum ab.
Mineralfutter und Spurenelemente
Die wichtigste Ergänzung für nahezu jeden Paso Fino ist ein bedarfsgerechtes Mineralfutter. Heu aus mitteleuropäischen Böden ist häufig arm an Selen, Kupfer, Zink und Jod. Eine jährliche Heuanalyse ermöglicht die gezielte Ergänzung statt pauschaler Überdosierung. Selen ist in vielen europäischen Böden defizitär, eine Überversorgung ist jedoch toxisch – Dosierungen sollten daher ausschließlich nach Analyse und in Absprache mit dem Tierarzt erfolgen.
Elektrolyte bei intensiver Arbeit und Hitze
Der Paso Fino ist ursprünglich ein Ausdauerpferd für heißes Klima und schwitzt bei intensiver Arbeit erheblich. Mit dem Schweiß gehen Natrium, Chlorid, Kalium, Kalzium und Magnesium verloren. Bei langen Geländeritten, sommerlichem Training oder mehrtägigen Distanzveranstaltungen kann eine Elektrolytergänzung sinnvoll sein. Grundvoraussetzung ist jedoch immer eine ausreichende Wasseraufnahme; Elektrolyte ohne freien Wasserzugang können kontraproduktiv wirken.
Biotinpräparate bei Hufproblemen
Biotin wird bei Pferden mit brüchigen oder langsam wachsenden Hufen diskutiert. Ob eine Biotinergänzung bei einem Paso Fino mit Hufrehe-Geschichte sinnvoll ist, sollte im Einzelfall mit dem Tierarzt oder einer Pferdeernährungsberatung besprochen werden.
Magnesium bei Sensibilität und Nervosität
Bei besonders sensiblen oder nervösen Pferden wird Magnesium gelegentlich als ausgleichend beschrieben. Belastbare klinische Belege für diese Wirkung sind beim Pferd begrenzt; dennoch wird die Ergänzung in der Praxis diskutiert und schadet bei sachgerechter Dosierung in der Regel nicht. Im Zweifel gilt: Tierarzt oder Ernährungsberater einbeziehen.
Was nicht sinnvoll ist
Tierisches Protein, Rohfleisch oder Fischöl sind für Pferde als obligate Herbivoren nicht artgerecht und nicht empfehlenswert. Der Paso Fino braucht keine proteinreichen Aufbaupräparate, solange seine Grundration ausgewogen ist.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heu-Qualität, Rhythmus, Wasser und Weidezugang
Die beste Ration nützt wenig, wenn das Fütterungsmanagement nicht stimmt. Für den Paso Fino sind folgende Aspekte des täglichen Ablaufs besonders wichtig:
Heu-Qualität und Heu-Analyse
Nicht jedes Heu ist gleich. Heu aus dem ersten Schnitt ist in der Regel energiereicher als spätere Schnitte; Alpenheu kann hohe Mineralstoffgehalte aufweisen. Für einen leichtfuttrigen Paso Fino ist ein zweiter oder dritter Schnitt mit mittlerem Energiegehalt oft besser geeignet als energiereiches Frühschnitt-Heu. Eine Heuanalyse (Zucker-, Energie-, Mineralstoffgehalt) kostet wenig und ist die zuverlässigste Grundlage für eine bedarfsgerechte Ration.
Fütterungsrhythmus und Fresspausen
Pferde sind physiologisch auf kontinuierliche Futteraufnahme ausgelegt – der Magen produziert auch ohne Nahrung ständig Säure. Fresspausen von mehr als vier bis fünf Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Kolik. Heu sollte deshalb idealerweise dauerhaft oder zumindest über Raufen, Heunetze mit engeren Maschen oder Heukörbe verteilt und langsam verfügbar gemacht werden. Heunetze mit kleinen Öffnungen verlangsamen die Aufnahme und verhindern gleichzeitig Langeweile und Überfressen.
Wasserversorgung
Ein 400-kg-Pferd trinkt im Ruhezustand etwa 25–40 Liter Wasser täglich; bei Arbeit und Hitze kann der Bedarf auf 60–80 Liter und mehr steigen. Frisches, sauberes Wasser muss dauerhaft und frei zugänglich sein. Automatiktränken sollten regelmäßig gereinigt werden; im Winter ist das Einfrieren der Tränken zu verhindern.
Weide- und Anweidemanagement
Für den Paso Fino ist das Anweidemanagement im Frühjahr ein kritischer Punkt. Gras nach Frostperioden, Frühjahrsaustrieb und nährstoffreiche Kunstgrasflächen enthalten hohe Fruktanmengen, die bei leichtfuttrigen Rassen Hufrehe auslösen können. Empfehlenswert sind:
- Schrittweises Anweiden (beginnen mit wenigen Minuten täglich, Steigerung über zwei bis drei Wochen)
- Weidezeiten in die frühen Morgenstunden legen (geringerer Fruktan-Gehalt im Gras)
- Auf fructanarmen Weiden oder mit eingeschränkter Weidefläche arbeiten
- Bei Hufrehe-Geschichte oder EMS: Weide stark einschränken oder durch Bewegungspaddock ersetzen
Futterwechsel immer schrittweise
Jeder Wechsel der Futterkomponenten – sei es ein neuer Heustapel, eine neue Kraftfuttersorte oder der Übergang von Heu auf Weide – sollte über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen. Abrupte Wechsel verändern die Darmflora schlagartig und erhöhen das Kolik- und Durchfallrisiko.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Paso Finowikipedia
- [4]Paso Fino im Rasseportrait - ehorses.deweb
- [5]Grundlagen zur Fütterung des Hundes - Dr. Weyrauchweb
- [6]Artgerechte Ernährung von Hunden - Tierarzt Schraderweb
- [7]Fütterungsmethoden für Hunde im Vergleich - Thieme Tiermedizinweb
- [8]Typische Krankheiten bei Tierschutzhunden und warum die meisten ...web
- [9]Richtige Ernährung für den Hund: was ist gutes Hundefutter?web
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
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Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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