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Pferdefutter Paso Peruano: DSLD-Risiko

Pferdefutter für den Paso Peruano: Bedarfsgerechte Rationen mit reduzierter Energiedichte schützen Sehnen und Bänder.

Stockmaß
ca. 147 cm
Gewicht
ca. 400 kg
Herkunft
Peru
Illustration: Pferdefutter Paso Peruano: DSLD-Risiko

Paso Peruano: Der genügsame Gangreiter aus den Anden

Der Paso Peruano ist eines der ältesten Gangpferdelineages der Welt. Sein bekanntestes Merkmal ist der genetisch verankerte Paso Llano – ein symmetrischer Viertakt-Seitengang, der ohne Training vorhanden ist und als besonders gelenk- und rückenschonend gilt. Was dieses Pferd aus fütterungspraktischer Sicht auszeichnet, ist seine Herkunft aus dem kargen Hochgebirge Perus: Jahrhundertelang mussten die Vorfahren dieser Rasse mit spärlichem Grasbewuchs auf großen Höhen auskommen. Das Ergebnis ist ein leichtfuttriges, stoffwechseleffizientes Pferd, das in mitteleuropäischen Haltungsbedingungen – mit reichlichem Weidegras, energiereichem Heu und Kraftfutterzugaben – schnell zu Übergewicht neigt.

Die rassetypische Erkrankung DSLD (Degenerative Suspensory Ligament Disease) macht ein konsequentes Gewichtsmanagement zusätzlich bedeutsam, da jedes überflüssige Kilogramm die betroffenen Bänder mechanisch belastet. Halterinnen und Halter, die den Energiegehalt der Ration an den tatsächlichen Bedarf anpassen und Raufutter als kontinuierliche Basis sichern, leisten damit einen messbaren Beitrag zur Gesundheit dieses besonderen Pferdes.

Größe, Statur und Körpergewicht: Was die Anatomie über den Futterbedarf verrät

So groß wird ein Paso PeruanoSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmPaso PeruanoSchulterhöhe 148 cmca. 148 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Paso Peruano bewegt sich mit einer Widerristhöhe von rund 147 cm und einem Körpergewicht von etwa 400 kg im Bereich kompakter Mittelgroßpferde – von der Größenklasse her vergleichbar mit einem leichten Warmblut oder einem kräftigen Iberier. Die Statur ist muskulös, dabei aber harmonisch und ohne übertriebene Masse. Der Rücken ist kurz und kräftig, die Kruppe abgerundet; das Gangpferd zeigt eine für den Paso Llano notwendige ausgeprägte Lendenkraft.

Aus ernährungsphysiologischer Perspektive ergibt sich aus dem Körpergewicht von 400 kg ein täglicher Mindestbedarf an Raufutter-Trockenmasse von rund 6 kg (entsprechend dem Richtwert von ca. 1,5 % des Körpergewichts). Dieser Wert gilt für Pferde im Erhaltungsstoffwechsel bei leichter bis mäßiger Arbeit – genau jene Kategorie, in die der Paso Peruano als Freizeit- und Showpferd in der Regel fällt. Die leichtfuttrige Veranlagung bedeutet konkret: Der Energiebedarf dieses Pferdes liegt bei gleicher Körpergröße häufig deutlich unter dem eines Sportwarmblutesstrotzdem sollte die Raufutterversorgung niemals unterschritten werden, da kontinuierliche Darmpassage für jeden Pferdedarm essenziell ist.

Wesen und Charakter: Sanftmut als Haltungshinweis

Der Paso Peruano gilt als außergewöhnlich kooperativ, sanftmütig und menschenbezogen. Züchterunterlagen beschreiben das Wesen als „brio controlado“ – eine Art kontrollierte Energie, die das Pferd aufmerksam und lebendig macht, ohne zu Nervosität oder Verhaltensproblemen zu neigen. Dieser ausgeglichene Charakter erleichtert den Umgang erheblich, auch bei alltäglichen Pflegeprozessen wie Hufflege oder Tierarztbesuchen.

Fütterungspraktisch ist das ruhige Wesen insofern relevant, als dass stressbedingte Fressverhaltensstörungen beim Paso Peruano selten berichtet werden. Dennoch gilt für jedes Pferd: Lange Fresspausen ohne Raufutterzugang erzeugen Stress und Stereotypien wie Koppen oder Weben – unabhängig vom Charakter der Rasse. Ein regelmäßiger, kontinuierlicher Raufutterzugang ist daher für das psychische Wohlbefinden ebenso entscheidend wie für die Verdauungsgesundheit.

Das soziale Wesen des Paso Peruano macht Einzelhaltung in Boxen ohne Artgenossenschaft problematisch. Chronischer sozialer Stress kann über Cortisol-Ausschüttung Einfluss auf den Stoffwechsel nehmen und so indirekt die Gewichtsregulation erschweren – ein Aspekt, der bei der Gesamtbewertung der Haltungssituation bedacht werden sollte.

Herkunft und Geschichte: Was die Anden-Zucht für die heutige Ernährung bedeutet

Der Paso Peruano ist eines der ältesten Pferdelineages der Neuen Welt. Seine Vorfahren gelangten mit den spanischen Conquistadoren im 16. Jahrhundert nach Südamerika – hauptsächlich berberisches, andalusisches und irisches Hobbypferd-Blut bildeten die genetische Basis. In den Hochlagen Perus, insbesondere entlang der Anden-Routen des Inka-Reiches, wurden diese Pferde über Jahrhunderte auf Ausdauer, Effizienz und Gangqualität selektiert, nicht auf Masse oder Geschwindigkeit.

Die natürliche Futtergrundlage dieser Hochgebirgsregion – spärliches, mineralstoffarmes Gebirgsgras auf großen Höhen – hat die Stoffwechselphysiologie der Rasse geprägt. Pferde, die mit wenig Energie auskamen, überlebten und pforten fort. Dieses Selektionsprinzip erklärt, warum der Paso Peruano heute in deutschen Ställen mit üppigen Heunetzen und wuchsreichen Weiden zu Übergewicht neigt: Die genetische Anpassung an Kargheit trifft auf ein Futterangebot, das für diese Rasse schlicht zu reichhaltig ist.

In Peru selbst wird das Pferd bis heute als Arbeits- und Repräsentationspferd eingesetzt. In Europa und Nordamerika dominiert die Freizeit- und Shownutzung, was gegenüber der traditionellen Nutzung im Gebirge einen deutlich niedrigeren Energiebedarf zur Folge hat.

Pflege und Haltung: Rahmenbedingungen für eine gesunde Ernährung

Der Paso Peruano ist anpassungsfähig und kann sowohl in Offenstall- als auch in Boxenhaltung gehalten werden. Aufgrund seiner robusten Konstitution und des sozial ausgeprägten Wesens eignet sich die Offenstallhaltung mit großzügigem Paddock besonders gut – sie fördert natürliche Bewegung, reduziert Haltungsschäden und unterstützt die Verdauungsgesundheit durch kontinuierliche, aber dosierte Futteraufnahme.

Bei der Weide ist besondere Vorsicht angebracht: Fetter, zuckerreicher Frühjahraufwuchs kann die leichtfuttrige Anlage des Paso Peruano überfordern und im schlimmsten Fall Hufrehe oder metabolische Entgleisungen auslösen. Ein gesteuertes Anweideprogramm im Frühjahr, kombiniert mit stundenweisem Weidezugang oder einem Paddock-Auslauf als Alternative zur ganztägigen Vollweide, ist daher empfehlenswert.

Die Hufflege hat beim Paso Peruano besondere Bedeutung: Im Kontext der DSLD-Disposition müssen Hufe regelmäßig kontrolliert und korrekt geschnitten werden, da Fehlstellungen die Belastung der Fesselträger erhöhen. Ein gut ausgebildeter Hufschmied mit Erfahrung bei Gangpferden ist hier ein wichtiger Partner. Hufreche – als mögliche Folge energiereicher Fütterung – macht professionelle Hufflege zusätzlich unverzichtbar.

Gesundheit und rassetypische Erkrankungen: DSLD, Hufrehe und Metabolismus

Degenerative Suspensory Ligament Disease (DSLD)

Die bekannteste rassetypische Erkrankung beim Paso Peruano ist die DSLD – eine progressive Erkrankung der Fesselträgerbänder, die zu chronischen Schmerzen, Lahmheit und im Endstadium zu Euthanasie führen kann. Die Erkrankung beginnt häufig an den Hinterfesseln und breitet sich auf weitere Strukturen aus. Frühsymptome sind subtil: Schwierigkeiten beim Aufstehen, mangelnde Stabilität auf drei Beinen (z. B. beim Hufschmied) oder ein leicht abgesenktes Fesselgelenk können erste Hinweise sein.

DSLD hat nach aktuellem Forschungsstand keine direkte ernährungsbedingte Ursache. Übergewicht verstärkt jedoch die mechanische Belastung der geschädigten Bänder erheblich. Eine am tatsächlichen Bedarf orientierte Raufutterration und der Verzicht auf überflüssige Kraftfuttergaben leisten daher einen wichtigen Beitrag zur Symptomlindterung und Progression-Verlangsamung. Bei Verdacht auf DSLD ist eine tierärztliche Abklärung zwingend erforderlich.

Hufrehe und Equines Metabolisches Syndrom (EMS)

Aufgrund der leichtfuttrigen Anlage – einer Folge der jahrhundertelangen Selektion auf Genügsamkeit – besteht beim Paso Peruano ein erhöhtes Risiko für Hufrehe (Laminitis) und EMS, insbesondere wenn die Ration zu energiereich oder zu zuckerreich ist. Üppige Frühjahrsweide, zuckerreiche Müslis und Kraftfuttergaben ohne konkreten Leistungsbedarf sind die häufigsten Auslöser. Halterinnen und Halter sollten den Body Condition Score (BCS) regelmäßig kontrollieren und bei steigender Tendenz die Ration rechtzeitig anpassen.

Magengeschwüre

Obwohl der Paso Peruano kein Hochleistungspferd im klassischen Sinne ist, können auch bei dieser Rasse bei langen Fresspausen oder stressiger Haltung Magengeschwüre (Equine Gastric Ulcer Syndrome, EGUS) auftreten. Die kontinuierliche Raufutterversorgung ist daher nicht nur eine Frage der Energieversorgung, sondern auch des aktiven Magenschutzes.

Ernährungsbedarf des Paso Peruano: Weniger ist oft mehr

Grundprinzip: Bedarfsgerechte Energie statt pauschaler Portionen

Der Paso Peruano ist als leichtfuttriges Pferd einzustufen. Das bedeutet: Sein Energiebedarf im Erhaltungsstoffwechsel und bei leichter bis mäßiger Freizeitarbeit ist geringer als bei einem Warmblut gleicher Körpergröße. Eine Ration, die für ein Sportpferd angemessen wäre, führt beim Paso Peruano rasch zu Übergewicht. Die regelmäßige Beurteilung des Body Condition Score (BCS) – idealerweise alle vier bis sechs Wochen – ist daher zentrales Werkzeug jeder Rationsplanung.

Raufutter als Mengenrüstzeug

Die Grundversorgung mit Raufutter orientiert sich am Körpergewicht: Für ein 400-kg-Pferd ergibt sich ein täglicher Mindestbedarf von ca. 6 kg Raufutter-Trockenmasse (≥ 1,5 % des Körpergewichts). Dieser Wert sollte nicht unterschritten werden, da das Pferd als Dauerfresser auf eine nahezu kontinuierliche Magenpassage angewiesen ist. Fresspausen von mehr als vier Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Kolikneigung messbar.

Bei Übergewicht oder erhöhtem BCS kann die Raufuttermenge moderat auf 1,5 % der angestrebten Zielkörpermasse reduziert werden, jedoch niemals unter 1,0 % – dieser Wert gilt als absolute Untergrenze, um Verdauungsstörungen zu vermeiden. Im Zweifel sollte eine tierärztliche Ernährungsberatung hinzugezogen werden.

Energiebedarf nach Lebensphase

  • Erhaltung/Leichtarbeit (Freizeitpferd): Raufutter-Basis ausreichend; Kraftfutter in der Regel nicht notwendig.
  • Mittlere bis schwere Arbeit (Show, mehrtägige Reittouren): Gezielter Energieausgleich über verdauliches Rohfaser-Kraftfutter (z. B. Rübenschnitzel, Luzernepellets) ist möglich, jedoch mit Maß.
  • Fohlen und Jungpferde: Höherer Protein- und Mineralbedarf für Knochen- und Bindegewebsentwicklung; bei Rassen mit DSLD-Disposition ist eine ausgewogene Mineralversorgung in der Aufzucht besonders relevant.
  • Stuten/Zuchtstuten: Erhöhter Bedarf in der Spät-Trächtigkeit und Laktation – Rationsanpassung in Absprache mit dem Tierarzt.

Futter für den Paso Peruano: Raufutter, Kraftfutter und Mineralien im Überblick

Raufutter: Die unverzichtbare Basis

Heu bildet das Fundament jeder Ration für den Paso Peruano. Es sollte staubarmes, gut gereiftes Wiesenheu mittlerer Qualität sein – fettreiche Kleeheuanteile oder überdüngtes Weidelgras-Heu sind zu energiedicht und begünstigen Übergewicht. Bei staubigem Heu empfiehlt sich das Bedampfen, da sowohl inhalierbare Partikel als auch die Heuqualität insgesamt die Atemwegsgesundheit beeinflussen.

Heulage (Silage) ist eine Alternative, insbesondere bei Pferden mit Atemwegsproblemen. Sie hat jedoch einen höheren Energiegehalt als Heu gleicher Ausgangsqualität – beim leichtfuttrigen Paso Peruano sollte dies in der Mengenkalkulation berücksichtigt werden. Stroh kann als Beschäftigungsraufutter sinnvoll eingesetzt werden: Es senkt den Energiegehalt der Gesamtration und fördert die kontinuierliche Kautätigkeit, ohne nennenswert zum Energieumsatz beizutragen. Wichtig dabei: ausreichend Wasser bereitstellen, da Stroh viel Flüssigkeit bindet.

Weide: Wertvolles Grundfutter mit Risikopotenzial

Weide ist für den Paso Peruano eine natürliche und wertvolle Futterquelle. In Phasen mit hohem Fruktan- und Zuckergehalt des Grases – vor allem im Frühjahrsaufwuchs, nach Frost oder bei intensivem Sonnenschein – sollte der Weidezugang jedoch zeitlich begrenzt werden. Ein schrittweises Anweiden (beginnend mit wenigen Stunden täglich über zwei bis drei Wochen) reduziert das Risiko von Verdauungsstörungen und Hufrehe erheblich.

Kraftfutter: Nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf

Für den Paso Peruano in leichter Freizeitarbeit ist Kraftfutter in der Regel nicht erforderlich. Wer es dennoch einsetzen möchte – beispielsweise bei längeren Leistungsphasen oder zur Ergänzung bei älteren Tieren – sollte auf stärke- und zuckerarme Varianten setzen: strukturiertes Luzernehäcksel, gedämpfte Haferflocken in kleinen Mengen oder Rübenschnitzel ohne Melasse. Zuckerhaltige Müslis, stärkereiches Getreidekraftfutter und kalorienreiche Ergänzungsfuttermittel sind bei dieser Rasse besonders kritisch zu hinterfragen.

Mineralfutter: Keine Option, sondern Notwendigkeit

Raufutter allein deckt den Mineral- und Spurenelementbedarf eines Pferdes selten vollständig ab. Besonders Selen, Kupfer, Zink und Vitamin E sind in deutschem Wiesenheu oft unterversorgt. Ein qualitativ hochwertiges Mineralfutter – auf den tatsächlichen Heugehalt abgestimmt – gehört daher zur Grundration. Ein Salzleckstein ergänzt die Chlorid-Natrium-Versorgung und fördert die Wasseraufnahme.

Nahrungsergänzung für den Paso Peruano: Was sinnvoll sein kann

Mineralfutter als Basis-Ergänzung

Wie bei allen Pferden, die auf deutschem Raufutter basiert gehalten werden, ist ein bedarfsgerechtes Mineralfutter die wichtigste Ergänzung auch beim Paso Peruano. Die Zusammensetzung sollte idealerweise auf einer Heuanalyse basieren, zumindest aber dem regionalen Mangelprofil (häufig Selen, Kupfer, Zink) entsprechen. Ergänzungen sollten immer im Einzelfall – möglichst nach Blutbild und Futteranalyse – mit dem Tierarzt oder einer qualifizierten Pferdeernährungsberaterin abgestimmt werden.

Ergänzungen bei DSLD-Verdacht oder -Diagnose

Im Zusammenhang mit DSLD wird in der Fachwelt diskutiert, ob bestimmte Nährstoffe die Bindegewebsintegrität unterstützen können. Kollagenhydrolysate, Vitamin-C-Präparate und Methylsulfonylmethan (MSM) werden in der Praxis eingesetzt; belastbare Studien speziell für die DSLD beim Paso Peruano liegen jedoch nur begrenzt vor. Eine Supplementierung sollte daher nicht eigenständig, sondern stets in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt eingeleitet werden – der auch die DSLD-Diagnose stellen muss.

Elektrolyte bei Arbeit und Hitze

Obwohl der Paso Peruano als genügsames Pferd gilt, schwitzt er bei intensiver Arbeit, langen Reittouren oder sommerlicher Hitze wie jedes andere Pferd. Dabei gehen Elektrolyte (Natrium, Chlorid, Kalium, Magnesium) verloren, die über das Futter und das Tränkwasser nicht immer vollständig kompensiert werden. Bei mehrtägigen Reittouren – einer klassischen Nutzungsform dieser Rasse – kann die gezielte Elektrolytergänzung sinnvoll sein. Auch hier gilt: Dosierung und Häufigkeit im Einzelfall klären.

Hufschutzmittel aus ernährungsphysiologischer Sicht

Biotin wird häufig zur Unterstützung der Hufqualität eingesetzt und wird für Pferde mit brüchigen oder qualitativ minderwertigen Hufen diskutiert. Angesichts der besonderen Hufflege-Relevanz beim Paso Peruano (DSLD, Hufrehe-Prävention) kann eine solche Ergänzung im Einzelfall sinnvoll sein – nach tierärztlicher Beurteilung der aktuellen Hufqualität.

Fütterungsmanagement für den Paso Peruano: Praktische Umsetzung im Alltag

Heu-Qualität und Menge im Fokus

Der wichtigste Hebel in der Paso-Peruano-Ernährung ist die Heuqualität. Eine Heuanalyse (Energiedichte, Rohprotein, Mineralstoffgehalt) gibt verlässliche Grundlagen für die Rationsplanung und sollte bei einem Heulieferantenwechsel wiederholt werden. Für ein 400-kg-Pferd im Erhaltungsstoffwechsel sind etwa 6 kg Heu-Trockenmasse täglich ein sinnvoller Ausgangswert, der je nach BCS und Aktivität angepasst wird.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen minimieren

Das Pferd als Dauerfresser benötigt kontinuierlichen Raufutterzugang. Heunetz mit kleiner Maschenweite (2–3 cm) verlangsamen die Futteraufnahme und verlängern die Fresszeit – damit werden lange Fresspausen vermieden, ohne die Energiemenge zu erhöhen. Mindestens zwei bis drei Raufuttergaben täglich sind empfehlenswert, bei Boxenhaltung sollte Heu möglichst immer zur Verfügung stehen.

Wasserversorgung

Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit und unbegrenzt zur Verfügung stehen. Ein Pferd von 400 kg trinkt täglich 25 bis 50 Liter, bei Arbeit, Hitze oder hohem Heuanteil deutlich mehr. Automatische Tränken sind komfortabel, sollten aber regelmäßig auf Funktion und Hygiene kontrolliert werden.

Anweide-Management im Frühjahr

Im Frühjahr sollte der Übergang von der Winterstallfütterung auf die Weide schrittweise über mindestens zwei bis drei Wochen erfolgen. Beginnen mit täglich 30–60 Minuten, dann wöchentlich steigern. Besonders bei Pferden mit erhöhtem BCS oder anamnestischer Hufrehe sollte der Zuckerstress durch stressarmes Anweiden und ggf. Nutzung eines Paddocks als Ausweichoption minimiert werden.

Abrupte Futterwechsel vermeiden

Jeder Futterwechsel – ob Heusortenwechsel, Kraftfutterstart oder Weidebeginn – sollte schrittweise über mindestens sieben bis zehn Tage erfolgen. Die Pansen- und Darmflora benötigt Zeit zur Anpassung; abrupte Änderungen begünstigen Verdauungsstörungen bis hin zu Koliken.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Paso Peruanowikipedia
  4. [4]Paso Peruano: Herkunft, Aussehen, Haltung - markt.deweb
  5. [5]Paso Peruano! Ein Rasseportrait dieser besonderen Pferdeweb
  6. [6]Der Paso Peruano — artgerecht Tierweb
  7. [7]Paso Peruano im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
  8. [8][PDF] Paso Peruano - Rheinisches Pferdestammbuchweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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