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Rasse-Ratgeber · Pferd

Pferdefutter Polnischer Araber: EMS

Pferdefutter für den Polnischen Araber: Stärke-reduzierte Ration schützt vor Metabolischem Syndrom. Hufrehe-sicher füttern.

Stockmaß
145–155 cm
Gewicht
ca. 435 kg
Herkunft
Polen / Arabische Halbinsel
Illustration: Pferdefutter Polnischer Araber: EMS

Polnischer Araber: Futter, Effizienz und metabolische Empfindlichkeit

Der Polnische Araber vereint die charakteristischen Eigenschaften des Arabischen Pferdes mit einer langen züchterischen Tradition auf polnischen Gestüten wie Janów Podlaski und Michałów. Als Vollblut mit ausgeprägter metabolischer Effizienz gehört er zu den Pferderassen, bei denen eine bedarfsgerechte, raufutterbasierte Ernährung keine Option, sondern eine gesundheitliche Notwendigkeit ist.

Die entscheidende Besonderheit in der Ernährung: Der Polnische Araber kann auf Basis von hochwertigem Heu und Mineralfutter in vielen Haltungssituationen vollständig ernährt werden. Kraftfutter ist nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf – etwa bei intensiver Sportbelastung, in der Aufzucht oder im hohen Alter – sinnvoll. Eine unkritische Zugabe von Getreidemischungen oder zuckerreichen Müslis erhöht das Risiko für Insulinresistenz, Hufrehe und Übergewicht erheblich.

Die Grundregel für alle Araberlinien lautet: Raufutter als Basis, Kraftfutter als Ausnahme, Mineralfutter zur gezielten Ergänzung. Lange Fresspausen sind zu vermeiden, da der kleine Pferdemagen auf kontinuierliche Nahrungszufuhr ausgelegt ist und Pausen Magengeschwüre sowie Kolikepisoden begünstigen können.

Größe, Statur und Körperbau: Was das Stockmaß über den Futterbedarf aussagt

So groß wird ein Polish Arabian horseSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmPolish Arabian horseSchulterhöhe 145–155 cmca. 150 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der Polnische Araber erreicht eine Widerristhöhe von 145 bis 155 cm bei einem Körpergewicht von durchschnittlich 435 kg. Damit gehört er zu den mittelgroßen Pferden – leichter gebaut als ein Warmblut, aber körperlich ausdauernder und dichter im Knochenbau, als das feine Erscheinungsbild vermuten lässt.

Der Araber weist eine charakteristisch trockene, sehnige Konstitution auf: wenig Unterhautfettgewebe, gut definierte Muskulatur, dichtes Knochengewebe. Diese Körperbeschaffenheit macht ihn zum geborenen Distanzpferd – sie bedeutet aber auch, dass Fettdepots am Mähnenkamm, an Schultern oder über dem Schweifansatz als frühe Warnsignale für eine Überkonditionierung (Body Condition Score > 6 nach Henneke) ernst genommen werden sollten.

Für die Rationskalkulation gilt: Der tägliche Raufutterbedarf orientiert sich an mindestens 1,5 % der Körpermasse als Trockenmasse, was bei einem 435-kg-Tier rund 6,5 kg Heu-Trockenmasse pro Tag entspricht. Leichtfuttrige Araber mit geringer Arbeitsbelastung kommen häufig mit dieser Menge aus, ohne Kraftfutter zu benötigen. Der genaue Energiebedarf variiert je nach Arbeitsintensität, Jahreszeit und individuellem Stoffwechsel erheblich.

Wesen und Charakter: Intelligenz als Fütterungsfaktor

Das Arabische Pferd gilt als „Heißblüter“ – eine Einstufung, die weniger aggressive Schärfe als vielmehr hohe Sensibilität, schnelle Auffassungsgabe und ausgeprägte Kommunikationsbereitschaft beschreibt. Diese Intelligenz wirkt sich unmittelbar auf das Fütterungsmanagement aus: Ein unterfordeter oder stressbelasteter Araber entwickelt Verhaltensprobleme wie Koppen, Weben oder übermäßiges Stutenfressverhalten deutlich schneller als phlegmatischere Rassen.

Enge Bindung an den Menschen ist einem Araber gleichsam eingeschrieben – die Beduinen haben über Jahrhunderte ausschließlich kooperative, menschenorientierte Tiere weitervererbt. Diese Eigenschaft macht den Polnischen Araber zu einem lernwilligen, handzahmen Pferd, das gut auf strukturierte Fütterungsroutinen anspricht. Gleichzeitig reagiert er empfindlich auf Futterneid in Gruppenverbänden und benötigt ausreichend Platz und Ruhe beim Fressen.

Die emotionale Sensibilität des Arabers unterstreicht, warum Fütterungsmanagement weit über die Rationszusammensetzung hinausgeht: Feste Fütterungszeiten, ausreichende Kontaktmöglichkeiten zu Artgenossen und ein ruhiges Stallklima sind Teil eines ganzheitlichen Ernährungskonzepts, das Stress – und damit stressbedingte Magenprobleme – minimiert.

Herkunft und Geschichte: Wüstenadaptation mit modernen Konsequenzen

Das Arabische Pferd gehört zu den ältesten bekannten Pferderassen. Archäologische Funde aus dem Nahen Osten belegen Pferde mit araberähnlichen Merkmalen, die bis zu 3.500 Jahre zurückreichen. Die nomadischen Beduinen der Arabischen Halbinsel prägten durch strenge Selektion eine Rasse, die unter extremen Bedingungen – spärliche Nahrung, knappes Wasser, Hitze – nicht nur überlebte, sondern Hochleistung erbringen konnte.

Der Polnische Araber als eigenständige Zuchtlinie hat seine Wurzeln in der polnischen Gestütstradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht. Polnische Gestüte wie Janów Podlaski und Michałów haben über Generationen eine Linie geprägt, die die arabische Grundstruktur mit besonderer Eleganz und Ausdauer verbindet.

Für die moderne Ernährung ist die Wüstenadaptation zentral: Der Araberstoffwechsel ist auf maximale Effizienz bei minimalem Nahrungsangebot ausgerichtet. Glucose wird besonders effektiv verwertet, Fettdepots werden auch aus geringen Energiemengen angelegt. In den üppigen Bedingungen europäischer Pferdehaltung mit nährstoffreichen Weiden und Kraftfuttergaben führt diese evolutionäre Sparsamkeit regelmäßig zu Übergewicht und metabolischen Erkrankungen. Wer die Herkunft des Polnischen Arabers kennt, versteht, warum sparsame, raufutterzentrierte Rationen kein Verzicht, sondern artgerechte Ernährung sind.

Pflege, Haltung und deren Einfluss auf die Ernährung

Der Polnische Araber ist ein robustes, genügsames Pferd, das mit einem vergleichsweise geringen Pflegeaufwand auskommt. Das feine, seidige Fell bedarf zwar regelmäßiger Pflege, ist aber weniger anfällig für tiefe Schmutzeinlagerungen als das dichtere Fell schwerer Kaltblüter.

Für das Fütterungsmanagement besonders relevant ist die Bewegung: Als Vollblut mit hohem Ausdauerpotenzial benötigt der Polnische Araber täglich ausreichend Bewegung – sowohl für das psychische Wohlbefinden als auch zur Regulierung des Energieumsatzes. Dauerstallhaltung mit Bewegungsmangel in Kombination mit energiereicher Ration ist eine der häufigsten Ursachen für Übergewicht und EMS-Entwicklung. Idealerweise wird der Araber in offenen Stallsystemen mit Paddock- oder Weidezugang gehalten, was gleichzeitig die natürliche Dauerfresserbewegung unterstützt.

Auch die Zahnpflege spielt eine direkte Ernährungsrolle: Regelmäßige Zahnkontrolle und -bearbeitung (mindestens jährlich durch einen Tierarzt oder Dentalpraktiker) sichern die effiziente Heuverarbeitung. Schlechte Zahnstellung oder scharfe Zahnkanten führen zu unvollständigem Kauen, was die Verdauungsleistung mindert und im schlimmsten Fall Kolikrisiken erhöht. Hufe sollten in mindestens sechswöchigen Intervallen gepflegt werden – gerade beim Araber mit seiner bekannt harten, gut geformten Hufstruktur, die jedoch bei EMS-bedingter Hufrehe schnell Schaden nehmen kann.

Gesundheit: Rassetypische Dispositionen und ihr Bezug zur Ernährung

Der Polnische Araber teilt als Arabervariante eine Reihe gut dokumentierter Gesundheitsdispositionen, von denen mehrere in unmittelbarem Zusammenhang mit der Ernährung stehen.

Equines Metabolisches Syndrom (EMS) und Hufrehe (Laminitis) Arabische Pferde gelten als eine der Rassen mit erhöhtem Risiko für EMS – eine endokrine Störung, die durch Insulindysregulation, Übergewicht und erhöhte Blutfettwerte charakterisiert ist. Erste genetische Untersuchungen haben Kandidatengene identifiziert, die bei Arabern mit erhöhten Insulinkonzentrationen assoziiert werden. EMS ist ein bedeutsamer Risikofaktor für die Entstehung chronischer Hufrehe, einer schmerzhaften Entzündung des Huflederhautgewebes, die ohne konsequentes Fütterungs- und Gewichtsmanagement zu dauerhaften Hufveränderungen führen kann. Typische Hinweiszeichen sind Fettablagerungen am Mähnenkamm und an den Schultern sowie erhöhter Body Condition Score.

Genetische Erkrankungen Darüber hinaus ist die arabische Rasse für mehrere ererbte Erkrankungen bekannt, darunter SCID (Schwere Kombinierte Immundefizienz), cerebelläre abiotische Ataxie (CA), equine multisystemische eosinophile Epitheliotropie (EMEE) und das Araberfohlensyndrom (Lavender Foal Syndrome, LFS). Diese Erkrankungen sind primär genetisch bedingt, haben jedoch Berührungspunkte mit der Ernährung: Immungeschwächte Fohlen reagieren empfindlicher auf Qualitätsmängel in der Muttermilch oder Aufzuchtration; eine ausgewogene Versorgung der tragenden Stute ist daher von besonderer Bedeutung.

Magengeschwüre Als Vollblut mit hohem Bewegungsbedarf und gelegentlich stressreicher Nutzung (Turniersport, Transport) sind Polnische Araber anfällig für equine Magengeschwüre (EGUS). Lange Fresspausen, stärkereiches Kraftfutter und Stress gelten als Hauptauslöser. Kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist die wirksamste ernährungsseitige Präventionsmaßnahme.

Bei Verdacht auf eine der genannten Erkrankungen ist eine tierärztliche Abklärung unerlässlich; die Ernährungsoptimierung sollte stets in Absprache mit Tierarzt oder qualifizierter Pferdeernährungsberatung erfolgen.

Energiebedarf und Konditionsmanagement: Wie viel Futter braucht der Polnische Araber wirklich?

Der Energiebedarf des Polnischen Arabers orientiert sich – wie bei allen Pferden – an vier Hauptfaktoren: Grunderhaltung, Arbeitsbelastung, Reproduktionsstatus und Lebensphase. Aufgrund der rassetypischen metabolischen Effizienz fällt der Grunderhaltungsbedarf vergleichsweise gering aus.

Erhaltungsbedarf Ein durchschnittlicher Polnischer Araber mit rund 435 kg Körpermasse und moderater bis keiner sportlicher Belastung kommt in vielen Situationen mit einer reinen Raufutterration aus. Die tägliche Trockenmassemenge von mindestens 1,5 % des Körpergewichts – also rund 6–7 kg Heu – deckt den Erhaltungsbedarf weitgehend ab, sofern die Heuqualität stimmt. Hochwertig analysiertes Heu mit ausgewogenem Nährstoffprofil ist die bevorzugte Grundlage.

Arbeitsbelastung und Leistungspferd Bei regelmäßiger sportlicher Belastung – insbesondere im Distanzreiten, für das die arabische Rasse weltweit bekannt ist – steigt der Energiebedarf deutlich an. Hier kann energiedichteres Raufutter (Heulage) oder eine moderate Kraftfutterzugabe angezeigt sein. Fette (z. B. in Form von Leinöl oder speziell formulierten Pferdeölen) gelten als günstige Energielieferanten, die den Glukose- und Insulinstoffwechsel weniger belasten als stärke- oder zuckerreiche Kraftfutter.

Body Condition Score (BCS) Die regelmäßige BCS-Beurteilung nach der Henneke-Skala (1–9) ist beim Polnischen Araber besonders wichtig. Ein Zielwert von 4,5 bis 5,5 gilt für die meisten Araber als ideal. Werte über 6 – erkennbar an gut tastbaren Fettdepots am Mähnenkamm – sollten Anlass sein, die Ration und den Bewegungsumfang kritisch zu überprüfen. Eine regelmäßige Gewichtskontrolle (Maßband/Gewichtsband oder Waage) ergänzt die visuelle BCS-Einschätzung.

Lebensphase: Fohlen, Adult, Senior Fohlen und Jährlinge arabischer Abstammung wachsen zwar schlanker als schwere Warmblüter, benötigen aber proportional ausreichend Eiweiß, Calcium und Phosphor für eine gesunde Knochenentwicklung. Stuten in Trächtigkeit und Laktation haben erhöhten Energie- und Nährstoffbedarf, der gezielt ergänzt werden sollte. Alte Araber verlieren häufig an Kaueffizienz; weich eingeweichte Heucobs oder Mash können hier die Raufutteraufnahme sichern, ohne auf energiereiche Getreidemischungen angewiesen zu sein.

Raufutter, Kraftfutter und Stärkemanagement: Was auf den Futterplan des Polnischen Arabers gehört

Raufutter: Unverhandelbare Basis Heu und – bei gegebener Indikation – Heulage bilden das Fundament jeder Ration für den Polnischen Araber. Wichtig ist die Heuanalyse: Für leichtfuttrige und EMS-gefährdete Araber empfehlen sich Heupartien mit niedrigem Zucker- und Stärkegehalt (Nicht-Strukturkohlenhydrate, NSC, möglichst unter 10–12 % der Trockenmasse). Im Zweifel kann Heu vor der Vorlage kurz gewässert werden (30–60 Minuten), um wasserlösliche Zucker auszuschwemmen – dieser Schritt kann sinnvoll sein, wenn kein analysiertes Niedrig-NSC-Heu verfügbar ist. Bei Atemwegsproblemen oder staubempfindlichen Pferden empfiehlt sich bedampftes Heu oder qualitativ einwandfreie Heulage.

Weidegang ist für Araber grundsätzlich wertvoll, muss aber bei EMS-Risiko oder erhöhtem BCS sorgfältig gesteuert werden. Frühjahrsgras und Herbstgras enthalten besonders hohe Zuckerkonzentrationen (Fruktane); eine zeitlich begrenzte Weidezeit – idealerweise in den frühen Morgenstunden, wenn der Zuckergehalt am niedrigsten ist – oder der Einsatz von Weidemasken kann das Aufnahmerisiko reduzieren.

Kraftfutter: Nur bei echtem Mehrbedarf Für Polnische Araber ohne intensiven Sportanspruch ist Kraftfutter in der Regel verzichtbar. Wird Kraftfutter eingesetzt, gilt: kleine Mengen, mehrmals täglich, stärke- und zuckerarm. Haferflocken oder spezielle „light“-Mischfutter mit hohem Fasergehalt sind gegenüber zuckerhaltigen Müslis oder melassehaltigen Produkten zu bevorzugen. Pro Mahlzeit sollten nicht mehr als 0,5 kg Stärke-/Getreidefutter verfüttert werden, um die Magenkapazität nicht zu überlasten und Verdauungsstörungen zu vermeiden.

Mash und Einweichfutter Für ältere Araber oder Pferde nach Erkrankung kann ein Mash aus eingeweichten Heucobs, Kleie oder speziellen Pellets sinnvoll sein. Mash sollte frisch zubereitet und in Maßen eingesetzt werden – als gelegentliche Ergänzung, nicht als Dauerersatz für strukturiertes Raufutter.

Stärke- und Zuckermanagement als zentrale Aufgabe Die Begrenzung nicht-struktureller Kohlenhydrate (NSC: Stärke + Zucker) ist beim Polnischen Araber mit EMS-Disposition die wichtigste futtertechnische Stellschraube. Melassehaltige Produkte, zuckerreiche Kraftfutterergänzungen und üppiger Weidegang auf Hochleistungsgras sollten konsequent reduziert werden.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung für den Polnischen Araber: Gezielt statt pauschal

Raufutter allein deckt den Mineralbedarf eines Pferdes selten vollständig ab. Beim Polnischen Araber ist eine gezielte Mineralergänzung daher fester Bestandteil des Fütterungsplans – allerdings sollte diese auf Basis einer Heuanalyse und des individuellen Bedarfs erfolgen, nicht pauschal nach Produktversprechen.

Mineralfutter als Grundversorgung Ein hochwertiges, bedarfsgerecht dosiertes Mineralfutter (als Pulver, Pellet oder Müsliform) deckt in der Regel den Bedarf an Calcium, Phosphor, Magnesium, Spurenelementen (Zink, Kupfer, Selen, Jod) und fettlöslichen Vitaminen (A, D, E). Besonders wichtig beim leichtfuttrigen Araber: Mineralfutter ohne oder mit sehr geringem Energiegehalt wählen, um keine unkontrollierten Energiezusätze zu riskieren. Ein Salzleckstein oder die tägliche Gabe von Kochsalz sichert die Natriumversorgung, die über Heu kaum abgedeckt wird.

Elektrolyte bei Arbeitsbelastung Bei intensiven Distanzritten oder schweißtreibender Arbeit verliert der Araber erhebliche Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Eine gezielte Elektrolytergänzung vor, während und nach belastungsreichen Einheiten kann sinnvoll sein; die Entscheidung und Dosierung sollte jedoch in Abstimmung mit dem Tierarzt oder einer Pferdeernährungsberatung erfolgen.

Omega-3-Fettsäuren und Fette Leinöl oder leinsamenhaltiges Ergänzungsfutter wird als günstige Ergänzungsform für Araber mit Energiemehrbedarf diskutiert, da Fette den Insulin- und Glukosestoffwechsel kaum belasten. Zudem werden entzündungshemmende Eigenschaften von Omega-3-Fettsäuren im Zusammenhang mit Hufreheprophylaxe und allgemeiner Gelenk- und Stoffwechselgesundheit besprochen – belastbare Einzeldosierungsempfehlungen lassen sich aus der aktuellen Datenlage jedoch nicht ableiten; im Zweifelsfall tierärztliche Beratung einholen.

Vitamin E Bei geringem oder fehlendem Weidegang (kein frisches Gras) kann die Vitamin-E-Versorgung kritisch werden. Vitamin E gilt als wichtiges Antioxidans für Muskel- und Nervenfunktion; eine Ergänzung kann bei Stallpferden oder im Winter erwogen werden – die genaue Einschätzung obliegt dem Tierarzt.

Was nicht sinnvoll ist Pauschal hinzugefügte Multivitaminpräparate ohne Analysebasis und breitstreuende Kräutermischungen ohne belegten Bedarf führen häufig zu Überversorgung einzelner Nährstoffe (insbesondere Selen, fettlösliche Vitamine) und sind beim Polnischen Araber nicht zu empfehlen.

Fütterungsmanagement in der Praxis: Heu, Rhythmus, Wasser und Weide

Ein durchdachtes Fütterungsmanagement ist beim Polnischen Araber mindestens ebenso wichtig wie die Rationszusammensetzung selbst.

Heuqualität und -menge Die Grundlage bildet immer analysiertes Heu mit bekanntem Nährstoff- und Zuckergehalt. Staubiges, schimmeliges oder überaltertes Heu beeinträchtigt nicht nur die Atemwege, sondern auch die Verdauungsgesundheit. Für EMS-gefährdete Araber empfiehlt sich Heu aus dem zweiten oder dritten Schnitt (tendenziell zuckerärmer) bzw. eine Analyse auf NSC-Gehalt. Die tägliche Heumenge sollte so bemessen sein, dass das Pferd möglichst durchgängig frisst – kurze Restmengen zwischendurch sind besser als stundenlange Fresspausen.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen Das Pferd ist ein Dauerfresser, dessen Magen kontinuierlich Salzsäure produziert – unabhängig davon, ob Futter vorhanden ist oder nicht. Fresspausen von mehr als 3–4 Stunden erhöhen das Magengeschwürrisiko messbar. Beim Polnischen Araber, der als Vollblut ohnehin zu Magenempfindlichkeit neigen kann, sollte eine möglichst kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit angestrebt werden. Heunetze mit engmaschigen Öffnungen (4–5 cm) sind ein wirksames Mittel, um die Fressdauer zu verlängern und Futterverschwendung zu reduzieren.

Wasserversorgung Ein 435-kg-Pferd benötigt bei normaler Witterung 30–50 Liter Wasser pro Tag – bei Hitze, Arbeit oder Laktation deutlich mehr. Sauberes, frisches Wasser muss dauerhaft und ohne lange Wege zugänglich sein. Verschmutzte Tränken oder zu kalt temperiertes Wasser im Winter reduzieren die Wasseraufnahme und erhöhen das Kolikrisiko.

Weide- und Anweidemanagement Der Übergang von Winterheu auf Frühjahrsweide ist beim Polnischen Araber besonders kritisch und sollte schrittweise über mindestens 2–3 Wochen erfolgen. Frisches Frühjahrs- und Herbstgras enthält hohe Fruktankonzentrationen, die bei empfindlichen Arabern Insulinspitzen und in der Folge Hufrehe auslösen können. Restriktiver Weidegang (Weidezeit begrenzen, in frühen Morgenstunden weiden), regelmäßige BCS-Kontrolle und ggf. der Einsatz von Weidemasken sind bewährte präventive Maßnahmen.

Futterwechsel grundsätzlich langsam Jeder Wechsel der Rationsgrundlage – neues Heu, neue Heulage, veränderte Kraftfuttersorte – sollte über mindestens 7–10 Tage eingeschlichen werden, um die Darmflora zu schonen und das Kolikrisiko zu minimieren. Dies gilt besonders beim Polnischen Araber, dessen empfindlicher Verdauungstrakt auf abrupte Veränderungen mit Koliken oder Durchfall reagieren kann.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]The Arabian | Seaford Animal Hospitalweb
  4. [4]Arabian Horse Breed Characteristics, Health & Nutrition Guideweb
  5. [5]Practical, Safe, Nutritional Programmes for the Arab Horseweb
  6. [6]Welchen Einfluss hat die Ernährung auf die Gesundheit meines ...web
  7. [7]Gesundheit | Dr. Susanne Weyrauchweb
  8. [8]Artikel übersicht - über Mühldorfer Pferdefutterweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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