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Rasse-Ratgeber · Pferd

Pferdefutter Pony of the Americas: Easy Keeper-sicher

Pferdefutter für den Pony of the Americas: Klassischer Easy Keeper mit PSSM- und EMS-Risiko braucht Rationsreduktion und Kohlenhydratmanagement. Hufrehe-Schutz durch richtige Fütterung.

Stockmaß
117–142 cm
Herkunft
USA
Illustration: Pferdefutter Pony of the Americas: Easy Keeper-sicher

Pony of the Americas – Futter auf einen Blick

Der Pony of the Americas (POA) vereint in seiner Abstammung Quarter Horse, Appaloosa und American Shetland Pony – und damit auch deren ernährungsphysiologische Eigenheiten. Das Ergebnis ist ein kompaktes, muskulöses Pony mit ausgeprägter Neigung zur effizienten Energieverwertung. Im Alltag bedeutet das: Ein POA nimmt selbst aus mäßig energiereichem Heu mehr Kalorien auf, als viele Besitzer vermuten.

Der wichtigste Grundsatz in der Ernährung dieser Rasse lautet: Raufutter zuerst, Kraftfutter nur bei echtem Bedarf. Heu bildet die unverzichtbare Basis – kontinuierlich verfügbar, um die natürliche Dauerfressernatur des Pferdes zu unterstützen und Magengeschwüren sowie Koliken vorzubeugen. Kraftfutter in Form von energiereichen Müslis oder Getreidemischungen ist für den typischen Freizeit-POA in den meisten Fällen nicht notwendig und kann bei dieser Rasse schnell zu Übergewicht, Hufrehe oder dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) führen.

Hinzu kommen rassetypische genetische Dispositionen wie die Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM), die eine stärke- und zuckerarme Ernährung nicht nur empfehlenswert, sondern notwendig macht. Ein hochwertiges Mineralfutter schließt die Nährstofflücken, die Raufutter allein selten vollständig abdeckt.

Größe, Typ und Energiebedarf des Pony of the Americas

So groß wird ein Pony of the AmericasSchulterhöhe im Vergleich zu einem 175 cm großen Menschen · Daten: FCI-RassestandardMensch175 cmPony of the AmericasSchulterhöhe 117–142 cmca. 130 cmfutter.de · Illustration + FCI-Maßdaten

Der POA wird einer Widerristhöhe zwischen 117 und 142 cm gemessen und zählt damit zu den mittelgroßen Ponyrassen. Sein Körperbau ist deutlich von der Quarter-Horse-Linie geprägt: breite, muskulöse Kruppe, kompakter Rumpf, kräftige Beine – ein Typ, der auf kurze, kraftvolle Bewegungen ausgelegt ist, nicht auf Ausdauerleistung über weite Strecken.

Dieser Körpertyp ist energiesparend konstruiert. Im Vergleich zu Warmblütern oder Vollblütern ähnlicher Größe hat der POA einen deutlich niedrigeren Grundenergiebedarf. Das schlägt sich direkt auf die Futtermenge nieder: Schon 1,5 Prozent des Körpergewichts in Trockenmasse als Raufutter – der allgemeine Mindestrichtwert für Pferde – kann bei einem nicht arbeitenden POA bedarfsdeckend oder sogar leicht überversorgend sein, wenn das Heu energiereich ist.

Für die Praxis bedeutet die kompakte Statur: Heuqualität und -menge müssen regelmäßig überprüft werden. Energiearmes, rohfaserreiches Heu der zweiten oder späten ersten Schnittqualität ist für den typischen Freizeitpony besser geeignet als früh geschnittenes, proteinreiches Wiesenheu. Die Konditionsbeurteilung anhand des Body Condition Score (BCS) sollte regelmäßig erfolgen, um Übergewicht frühzeitig zu erkennen.

Wesen und Bedeutung für die Ernährung

Aus zielgerichteter Zucht hervorgegangene POAs gelten als nervenstark, ausgeglichen, freundlich und leistungsbereit. Diese Charaktereigenschaften machen sie zu einer der beliebtesten Kinderreitponyrassen in den USA und zu einer geschätzten Rasse im therapeutischen Reiten. Ihre Aufmerksamkeit und Gelehrigkeit erleichtern die tägliche Handhabung – auch beim Füttern.

Das ruhige, wenig stressanfällige Temperament hat jedoch eine ernährungsrelevante Kehrseite: Ausgeglichene, wenig bewegungsfreudige Ponys verbrennen im Stall noch weniger Kalorien als ohnehin schon. Wer einen POA überwiegend im Offenstall oder auf der Koppel hält, ohne regelmäßige Reitarbeit, muss die Ration entsprechend anpassen – nach unten. Besonders in Kombination mit üppiger Weide oder energiereichem Heu kann selbst ein scheinbar „normal“ ernährtes Pony über Wochen schleichend an Gewicht zunehmen.

Für Kinder und Jugendliche als Hauptreiter bedeutet das: Die tatsächlich geleistete Reitarbeit fällt häufig geringer aus als geplant – schlechtes Wetter, Schulzeiten, Urlaub. Die Futterration sollte daher eher konservativ kalkuliert und bei Bedarf nach oben angepasst werden, nicht umgekehrt. Wer das Pony auch für das therapeutische Reiten einsetzt, sollte beachten, dass Therapiestunden in der Regel wenig intensive Arbeit bedeuten und kaum zusätzliche Kalorien rechtfertigen.

Herkunft und heutige Ernährungsrelevanz

Der Pony of the Americas entstand 1954 in den USA, als der Züchter Les Boomhower aus einer Kreuzung zwischen einer Shetlandpony-Stute und einem Appaloosa-Hengst den Hengst Black Hand POA Nr. 1 züchtete. Die Rasse wurde gezielt weiterentwickelt und vereint seither Blutanteile von Araberpferden (für den charakteristischen „Baby-Doll“-Kopf), Quarter Horses (für die muskulöse Kompaktheit), Appaloosas (für die typischen Fellzeichnungen) und American Shetland Ponys.

Diese Herkunft ist ernährungsphysiologisch bedeutsam: Quarter Horse und Appaloosa sind robuste Gebrauchspferderassen, die traditionell auf kargen Weidegründen des amerikanischen Westens gehalten wurden. Sie haben über Generationen eine sehr effiziente Energieverwertung entwickelt. Das Shetlandpony ist ebenfalls bekannt für seine Fähigkeit, auch aus minderwertigem Futter ausreichend Energie zu ziehen. Dieses genetische Erbe macht den POA zu einem klassischen Easy Keeper.

Gleichzeitig tragen Quarter Horse und Appaloosa zur genetischen Last bei: Beide Rassen sind Träger von PSSM sowie weiterer Erbkrankheiten wie HYPP (Hyperkaliämische Periodische Paralyse) und HERDA (Hereditary Equine Regional Dermal Asthenia). Das heutige Zuchtprogramm des Bayerischen Zuchtverbands schreibt entsprechende Untersuchungen vor. Für die Ernährung bedeutet dieses genetische Erbe: Stärke- und zuckerreiche Rationen sind für POAs nicht nur unnötig, sondern im Lichte der PSSM-Disposition potenziell schädlich.

Haltung, Pflege und deren Einfluss auf den Futterbedarf

Der POA ist eine robuste Pony rasse, die für Offenstallhaltung mit Weidegang gut geeignet ist. Ausreichend Bewegungsfreiheit ist nicht nur für das Wohlbefinden, sondern auch für den Energiestoffwechsel wichtig: Pferde, die sich viel bewegen, haben einen höheren Kalorienbedarf und sind weniger gefährdet, Übergewicht zu entwickeln.

Beim Weidemanagement ist besondere Sorgfalt geboten. Frisches Weidegras enthält vor allem im Frühjahr und nach Regenphasen hohe Mengen an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC), die den Insulinspiegel rasch ansteigen lassen können. Bei einem Easy Keeper wie dem POA erhöht das das Hufrehe-Risiko erheblich. Eine kontrollierte Anweidung im Frühjahr sowie eine Begrenzung der täglichen Weidezeit in den kritischen Jahreszeiten sind daher sinnvolle Vorsichtsmaßnahmen.

Fell und Hufpflege: Die Appaloosa-Fellzeichnung des POA ist ein ästhetisches Merkmal, hat aber keine spezifischen Auswirkungen auf die Ernährung. Die Hufpflege ist jedoch auch hier eng mit der Ernährung verknüpft: Biotin und andere Spurenelemente spielen eine Rolle für die Hornqualität; ein hochwertiges Mineralfutter unterstützt die regelmäßige Hufpflege durch den Hufschmied. Regelmäßige Zahnpflege ist bei Ponyrassen ebenso wichtig, da Zahnprobleme die Raufutteraufnahme und damit die gesamte Verdauungsphysiologie beeinträchtigen können.

Rassetypische Gesundheitsrisiken und ihre Bedeutung für das Futter

Der POA trägt durch seine Quarter-Horse- und Appaloosa-Abstammung eine Reihe genetisch bedingter Gesundheitsrisiken in sich, die unmittelbar mit der Ernährung verknüpft sind. Das offizielle Zuchtprogramm des Bayerischen Zuchtverbands benennt folgende Erbkrankheiten als prüfpflichtig:

PSSM – Polysaccharid-Speicher-Myopathie: Bei dieser Erkrankung ist die Glykogenspeicherung in der Muskulatur gestört. Betroffene Pferde reagieren auf stärke- und zuckerreiche Fütterung mit Muskelschmerzen, Steifheit und reduzierter Leistungsbereitschaft. Eine kohlenhydratreduzierte, fettbetonte Ernährung wird für PSSM-positive Pferde diskutiert; die konkrete Rationsgestaltung sollte tierärztlich begleitet werden.

HYPP – Hyperkaliämische Periodische Paralyse: Diese autosomal-dominant vererbte Erkrankung beeinträchtigt die Muskelregulation über veränderte Kaliumkanäle. Bei der Ernährung spielt der Kaliumgehalt des Futters eine Rolle; kaliumarme Rationen werden in der Fachliteratur diskutiert. Auch hier ist eine tierärztliche Begleitung unerlässlich.

HERDA und GBED: Beide Erkrankungen (Hautbindegewebsschwäche bzw. Glykogensynthesestörung) sind autosomal rezessiv und betreffen die Zucht stärker als die Alltagsernährung. Dennoch verdeutlichen sie die genetische Komplexität der Rasse.

EMS und Hufrehe: Ponyrassen und robuste Rassen – der POA eingeschlossen – haben eine bekannte Prädisposition für das Equine Metabolische Syndrom (EMS). Über Insulinresistenz und Übergewicht kann EMS zur gefürchteten Hufrehe (Laminitis) führen, die im schlimmsten Fall die Lauffähigkeit des Tieres dauerhaft beeinträchtigt. Stärke- und zuckerarme Rationen sowie ein konsequentes Gewichtsmanagement sind die wichtigsten präventiven Maßnahmen. Bei begründetem Verdacht auf EMS oder Hufrehe ist umgehend tierärztlicher Rat einzuholen.

Energiebedarf und Konditionsmanagement des Pony of the Americas

Als klassischer Easy Keeper hat der POA einen deutlich niedrigeren Energiebedarf als Warmblüter oder Sportpferde vergleichbarer Größe. Die Bedarfsdeckung sollte sich primär am tatsächlichen Leistungsniveau und an der regelmäßig erhobenen Körperkondition (Body Condition Score, BCS) orientieren – nicht an einer fixen Futtermengenregel.

Erhaltungsbedarf: Im Freizeitbetrieb ohne oder mit nur geringer Reitarbeit (ein- bis zweimal wöchentlich leichte Ausritte) kommt der POA in der Regel mit qualitativ gutem, aber energiearmen Heu und einem hochwertigen Mineralfutter aus. Die Raufuttermenge sollte mindestens 1,5 Prozent des Körpergewichts in Trockenmasse täglich betragen – bei einem 250-kg-Pony also etwa 3,75 kg Heu –, um die kontinuierliche Magenpassage sicherzustellen und Magengeschwüren vorzubeugen. Lange Fresspausen über mehr als vier bis sechs Stunden sind zu vermeiden.

Erhöhter Bedarf durch Arbeit: Erst bei regelmäßiger, intensiver Arbeit (mehrmals wöchentliches Training, Turniersport) steigt der Energiebedarf messbar. Auch dann sollte zunächst über eine Erhöhung der Raufuttermenge oder den Einsatz von strukturiertem, faserreichem Ergänzungsfutter nachgedacht werden, bevor energiereiche Kraftfuttermittel eingesetzt werden.

Fohlen und Jungpferde: Wachsende POAs haben einen erhöhten Bedarf an Protein, Calcium, Phosphor und Spurenelementen für die Skelett- und Muskelentwicklung. Ein ausgewogenes Aufzuchtfutter oder spezielles Jungpferde-Mineralfutter ist in dieser Phase sinnvoll; eine individuelle Beratung durch einen Pferdeernährungsberater oder Tierarzt wird empfohlen.

Ältere POAs: Mit zunehmendem Alter können Zahnprobleme die Raufutteraufnahme einschränken. Eingeweichte Heucobs, gedämpfte Heulage oder spezielles Seniorenfutter können dann helfen, die Faserversorgung sicherzustellen. Auch der Proteinstoffwechsel verändert sich im Alter; hier können Seniorfutter mit angepasstem Aminosäureprofil sinnvoll sein.

Geeignetes Futter für den Pony of the Americas: Raufutter, Kraftfutter, Mineralfutter

Raufutter – die unverzichtbare Basis: Heu ist und bleibt die wichtigste Futterkomponente für jeden POA. Für einen typischen Freizeitpony ist rohfaserreiches, spätgeschnittenes Heu mit niedrigem Zucker- und Energiegehalt ideal. Frühgeschnittenes, proteinreiches Wiesenheu oder gar Luzerneheu ist für leicht arbeitende Easy Keeper in der Regel zu energiedicht. Die Heuqualität sollte regelmäßig überprüft werden – am besten durch eine Heuanalyse, die Energiedichte, Rohprotein und Zuckergehalt ausweist.

Weidegang ist wertvoll, muss aber kontrolliert werden: Gerade im Frühjahr und nach Regenperioden ist der Gehalt an nicht-strukturellen Kohlenhydraten (NSC, also Stärke und Zucker) im Gras hoch. Für einen POA mit EMS-Prädisposition oder erhöhtem Hufrehe-Risiko sind Weidestunden in diesen Phasen zu reduzieren oder der Weidegang auf NSC-arme Tageszeiten (frühe Morgenstunden) zu beschränken.

Stroh kann als Raufutterstreckmittel sinnvoll sein, wenn der Energiegehalt des Heus begrenzt werden soll und das Pony trotzdem ausreichend Fressbeschäftigung haben soll. Dabei ist darauf zu achten, dass die Gesamtraufuttermenge nicht unter den Mindestrichtwert fällt und die Mineralstoffe weiter über ein Mineralfutter gedeckt werden.

Kraftfutter – nur mit echtem Bedarf: Für den nicht oder leicht arbeitenden POA ist Kraftfutter in der Regel nicht notwendig und kann schnell zu einer Überversorgung mit Energie, Stärke und Zucker führen. Wer aufgrund von erhöhtem Arbeitspensum oder einer Unterversorgung mit Energie ergänzen möchte, sollte auf getreidearme, zuckerarme Varianten zurückgreifen – etwa strukturreiche Faserpellets oder speziell für Easy Keeper konzipierte Ergänzungsfutter mit niedrigem NSC-Gehalt. Herkömmliche Pferdemüslis mit Melasse, Hafer oder Gerste als Hauptbestandteil sind für diese Rasse ungeeignet.

Mineralfutter – regelmäßig und bedarfsdeckend: Auch bei energiereduzierter Ration darf an Spurenelementen, Vitaminen und Mineralstoffen nicht gespart werden. Ein hochwertiges Mineralfutter ist fester Bestandteil jeder POA-Ration, da Heu allein – besonders bei großen Mengen mittelmäßiger Qualität – die Versorgung mit Zink, Kupfer, Selen und Vitamin E selten vollständig abdeckt.

Mineralfutter und Nahrungsergänzung beim Pony of the Americas

Mineralfutter als Basisergänzung: Da der POA aufgrund seines geringen Kalorienbedarfs verhältnismäßig wenig Raufutter und fast kein Kraftfutter bekommt, kann die Versorgung mit Mineralstoffen und Spurenelementen leicht unter den Bedarf fallen. Ein gut zusammengesetztes Mineralfutter – abgestimmt auf die Heugrundlage und möglichst auf Basis einer Heuanalyse – sollte täglich eingesetzt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass das gewählte Präparat tatsächlich auf energiereduzierte Ponyrationen ausgelegt ist, da einige Mineralfutter energiereiche Trägersubstanzen wie Melasse enthalten.

Spurenelemente und Vitamine: Zink, Kupfer und Selen sind in vielen deutschen Heuproben unterversorgt. Vitamin E – besonders relevant für die Muskelfunktion und im Kontext der PSSM-Disposition – kann bei Pferden ohne oder mit nur wenig Weidegang ergänzt werden. Ob und in welchem Umfang eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte auf Basis einer Blut- und/oder Futtermittelanalyse mit einem Tierarzt oder Ernährungsberater besprochen werden.

Elektrolyte bei Arbeit und Schwitzen: Bei intensiver Arbeit, insbesondere im Sommer, verliert auch ein Pony relevante Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium über den Schweiß. Eine gezielte Elektrolytergänzung kann in diesen Phasen sinnvoll sein; ein Leckstein mit Salzanteil bietet eine einfache Möglichkeit zur bedarfsorientierten Eigenergänzung.

Fett als Energiequelle bei PSSM-Verdacht: Für Pferde mit nachgewiesener PSSM-Diagnose wird in der Fachliteratur ein erhöhter Fettanteil in der Ration diskutiert, um die Abhängigkeit von Kohlenhydraten als Energiequelle zu reduzieren. Hochwertige Pflanzenöle (z. B. Leinöl) können in diesem Kontext eingesetzt werden. Eine solche Umstellung sollte ausschließlich in Abstimmung mit einem Tierarzt und schrittweise erfolgen – abrupte Rationsänderungen sind bei Pferden grundsätzlich zu vermeiden.

Fütterungsmanagement für den Pony of the Americas: Heu, Rhythmus und Wasser

Heuqualität und Heumenge regelmäßig prüfen: Die wichtigste Stellschraube in der POA-Ernährung ist nicht die Auswahl des Kraftfutters, sondern die Qualität des Heus. Eine Heuanalyse – auf Energiedichte, Rohprotein, Zucker- und Stärkegehalt – ist der sicherste Weg, um zu beurteilen, ob das vorliegende Heu für einen Easy Keeper geeignet ist. Heu mit hohem NSC-Gehalt (über 10–12 % in der Trockenmasse) sollte für EMS- oder hufrehe-gefährdete POAs durch wasserextrahiertes (gewässertes) Heu ersetzt oder mit geeignetem Stroh gestreckt werden.

Fütterungsrhythmus und Fresspausen: Pferde sind physiologische Dauerfresser. Fresspausen von mehr als vier bis sechs Stunden erhöhen das Risiko für Magengeschwüre und Koliken erheblich, da die kontinuierliche Magensäureproduktion ohne ausreichend Futter und Speichel nicht gepuffert wird. Für den POA im Stall bedeutet das: Heuraufen oder Heunetze mit kleinen Maschenweiten sind sinnvoller als die klassische zweimalige Heufütterung, weil sie die Fresszeit verlängern und die Futteraufnahmegeschwindigkeit drosseln – wichtig für ein Pony, das sonst in kurzer Zeit große Mengen aufnimmt.

Wasserversorgung: Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit und uneingeschränkt zugänglich sein. Ein ausgewachsener POA nimmt je nach Temperatur, Arbeit und Futterfeuchte täglich zwischen 20 und 50 Liter auf. Besonders im Winter, wenn Tränken einfrieren können, und im Sommer bei Hitze ist die Wasserversorgung zu kontrollieren.

Anweidung im Frühjahr: Nach der Stallperiode sollte die Weide schrittweise über zwei bis vier Wochen eingeführt werden – beginnend mit wenigen Minuten täglich und langsam steigernd. Für einen POA mit PSSM- oder EMS-Risiko ist besondere Vorsicht geboten: Weidegras im Frühjahr ist hochenergetisch und reich an NSC. Die Weidezeit auf frühe Morgenstunden zu legen (wenn der Zuckergehalt im Gras am niedrigsten ist) und zuckerreiche Hochgrasperioden zu meiden, kann helfen, Stoffwechselprobleme zu vermeiden. Im Zweifel empfiehlt sich die Rücksprache mit einem Tierarzt oder einer auf Pferdeernährung spezialisierten Fachperson.

Quellen

  1. [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
  2. [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
  3. [3]Wikipedia: Pony of the Americaswikipedia
  4. [4]Pony of the Americans im Rasseportrait - ehorses Magazinweb
  5. [5][PDF] Zuchtprogramm für die Rasse Pony Of the Americas (POA) des Bayeriweb
  6. [6]Ponygerechte Haltung & Fütterung: Natürlich gesund versorgtweb
  7. [7]Ponys richtig Füttern - Tipps & Rationen | MASTERHORSEweb
  8. [8]Artgerechte Fütterung von Ponys - Pavoweb

Hinweis

Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.

Häufige Fragen

Fragen zur Ernährung & Haltung

Autor

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Fachliche Prüfung

Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.

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