Pferdefutter Rocky Mountain Horse: PSSM
Pferdefutter für das Rocky Mountain Horse: Raufutterbasiert, stärkereduziert gegen PSSM. Easy Keeper richtig füttern.
- Stockmaß
- 142–163 cm
- Herkunft
- USA (Kentucky/Appalachen)

Das Rocky Mountain Horse auf einen Blick: Genügsam, gangbegabt – und ernährungssensibel
Das Rocky Mountain Horse – trotz seines Namens kein Kind der Rocky Mountains, sondern der Appalachen in Kentucky – vereint zwei Eigenschaften, die es zu einem außergewöhnlichen Freizeitpferd machen: einen energieeffizienten Viergang-Tölt und eine ausgesprochene Genügsamkeit. Beides hat direkte Auswirkungen auf die Ernährung.
Als klassischer „Easy Keeper“ deckt das Rocky Mountain Horse seinen Energiebedarf bereits über qualitativ gutes Raufutter. Wer hier unkritisch Kraftfutter ergänzt, läuft schnell in die Übergewichtsfalle – mit erheblichem Risiko für metabolische Erkrankungen und Hufrehe. Gleichzeitig existiert eine rassetypische Disposition zu Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM), die stärke- und zuckerreiche Rationen nicht nur unnötig, sondern potenziell schädlich macht.
Die Grundregel für das Rocky Mountain Horse lautet daher: Raufutter als unverzichtbare Basis, gezieltes Mineralfutter zur Bedarfsdeckung, und Kraftfutter ausschließlich dann, wenn Arbeitsleistung, Lebensphase oder Körperkondition es tatsächlich erfordern. Lange Fresspausen sind zu vermeiden – als Dauerfresser mit kleinem Magen benötigt das Pferd kontinuierlichen Zugang zu Raufutter, um Magengeschwüren und Koliken vorzubeugen.
Größe, Statur und Futterbedarf des Rocky Mountain Horse
Das Rocky Mountain Horse bewegt sich mit einem Stockmaß von 142 bis 163 cm an der Grenze zwischen großem Pony und leichtem Warmblut. Im Zuchtstandard wird es auch als „Rocky Mountain Pony“ oder „Rocky Mountain Saddlehorse“ bezeichnet – eine Bezeichnung, die die leichte, kompakte Konstitution treffend beschreibt.
Diese mittlere Rahmengröße ist futterwirtschaftlich bedeutsam: Anders als schwere Warmblut-Sportpferde oder Kaltblüter hat das Rocky Mountain Horse einen vergleichsweise niedrigen Grundumsatz und einen moderaten Erhaltungsbedarf. Der energieeffiziente Tölt verstärkt diesen Effekt: Wo andere Gangarten mehr Muskelarbeit erfordern, schont das Rocky Mountain Horse seine Energiereserven – und neigt bei üppiger Fütterung rasch zu Übergewicht.
Der Körperkonditionsscore (BCS) nach Henneke sollte regelmäßig überprüft werden. Für die meisten Individuen liegt der optimale Bereich bei BCS 4–5 auf der 9-Punkte-Skala. Fettpolster über Rippen, Kruppe oder Hals (sog. „Cresty Neck“) sind frühe Warnsignale für eine energetische Überversorgung und erhöhen das Risiko für Equines Metabolisches Syndrom (EMS) sowie Hufrehe deutlich.
Wesen des Rocky Mountain Horse und Relevanz für die Ernährung
Das Rocky Mountain Horse gilt als ausgesprochen ausgeglichenes, freundliches und kooperatives Pferd. Pferde mit „Old Tobe“-Blutlinien – benannt nach dem legendären Gründerhengst – werden als besonders rassetypisch gutmütig und trittsicher beschrieben. Diese mentale Ruhe schlägt sich auch im Fressverhalten nieder: Rocky Mountain Horses sind in der Regel unkomplizierte, entspannte Fresser ohne ausgeprägte Stressmuster.
Gleichzeitig ist diese Gelassenheit kein Freifahrtschein für unbegrenzte Futterzugabe. Gerade ruhige, wenig angespannte Pferde tendieren dazu, Raufutter ohne größere Bewegung aufzunehmen und damit eine positive Energiebilanz aufzubauen. Das Wesen macht das Rocky Mountain Horse zwar zum idealen Freizeitpartner – aber auch zu einem Kandidaten für stilles Übergewicht, das sich schleichend entwickelt und erst bei gesundheitlichen Folgen auffällt.
Da das Rocky Mountain Horse primär als Wanderreit- und Distanzpferd eingesetzt wird, variiert der tatsächliche Energieverbrauch je nach Saison und Nutzungsintensität erheblich. In arbeitsarmen Wintermonaten sollte die Ration konsequent angepasst werden – die Raufuttergrundlage bleibt bestehen, Kraftfutter-Ergänzungen entfallen dann in der Regel vollständig. Der Zugang zu ausreichend Bewegung ist für das Rocky Mountain Horse nicht nur verhaltensbezogen wichtig, sondern hat, wie später erläutert, auch direkte therapeutische Relevanz bei PSSM-Disposition.
Herkunft des Rocky Mountain Horse und Einfluss auf die heutige Ernährung
Trotz seines Namens stammt das Rocky Mountain Horse nicht aus den Rocky Mountains, sondern aus den Appalachen in Kentucky. Die Entwicklung der Rasse geht auf Sam Tuttle zurück, der in Kentucky einen Reitstall betrieb. Sein Hengst Old Tobe wurde für seine Töltveranlagung und außergewöhnliche Rittigkeit bekannt und vererbte beides zuverlässig an seine Nachkommen – heute führen die meisten eingetragenen Rocky Mountain Horses Old Tobe in ihrer Ahnentafel.
In der Literatur wird angenommen, dass die Rasse sowohl Blut spanischer Pferde als auch des Narragansett Pacers trägt. Diese Herkunft aus robusten, anpassungsfähigen Linien erklären die sprichwörtliche Genügsamkeit: Die Vorfahren des Rocky Mountain Horse mussten auf kargen Appalachen-Weiden überleben und entwickelten eine ausgeprägte Effizienz im Umgang mit Futterenergie.
1986 wurde das Stutbuch eröffnet, 2004 wieder geschlossen. Ende 2005 waren über 13.000 Tiere bei der Rocky Mountain Horse Association eingetragen. Diese vergleichsweise junge, geschlossene Zucht mit klar definiertem Gründerbestand hat zur Folge, dass bestimmte genetische Dispositionen – darunter PSSM und der mit dem Silver-Dapple-Gen assoziierte Augendefekt – in der Population eine gewisse Häufigkeit aufweisen. Für die Ernährung bedeutet die Herkunft: Die Rasse ist auf strukturreiche, energie-moderate Rationen aus natürlichen Futterquellen ausgelegt – üppige Kraftfuttergaben entsprechen nicht dem evolutionären Hintergrund des Rocky Mountain Horse.
Pflege des Rocky Mountain Horse mit Bezug zur Ernährung
Das Rocky Mountain Horse gilt als robustes, pflegeleichtes Pferd. Dennoch gibt es einige Pflegeaspekte, die unmittelbar mit der Ernährungssituation verknüpft sind.
Körperkonditionskontrolle: Regelmäßiges Abtasten der Rippengegend, des Halskamms und der Kreuzberegion gehört bei dieser leichtfuttrigen Rasse zur Routinepflege. Ein sich bildender „Cresty Neck“ ist ein frühes Warnsignal für Energieüberschuss und erhöhtes EMS-Risiko und sollte Anlass geben, die Ration und den Bewegungsumfang zu überprüfen.
Zahnpflege: Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen durch einen Pferdetierarzt oder -zahnarzt sind wichtig, damit das Raufutter vollständig und effizient aufgeschlossen werden kann. Schlechte Kaufähigkeit führt dazu, dass Heu nicht ausreichend zerkaut und eingespeichelt wird – mit Folgen für die Verdauungsleistung und das Sättigungsgefühl.
Hufpflege: Als Pferd mit PSSM-Disposition und latenter Hufrehe-Gefährdung bei metabolischer Entgleisung ist eine regelmäßige Hufpflege (4–6-Wochen-Rhythmus) besonders wichtig. Veränderungen an den Hufen – Ringe, Empfindlichkeit, Wärme – können frühzeitig auf Laminitis-Entwicklungen hinweisen und sollten umgehend tierärztlich abgeklärt werden.
Bewegung: Als Dauerfresser und Weidetier benötigt das Rocky Mountain Horse ausreichend tägliche Bewegung – sowohl für die Darmgesundheit als auch, bei nachgewiesener PSSM-Disposition, als therapeutische Maßnahme. Längere Stallhaltung ohne Auslauf erhöht das Kolikrisiko und wirkt sich negativ auf den Muskelstoffwechsel aus.
Gesundheitliche Dispositionen des Rocky Mountain Horse und ihre Bedeutung für die Ernährung
PSSM – Polysaccharid-Speicher-Myopathie
Das Rocky Mountain Horse gehört zu den Gangpferderassen, bei denen sowohl PSSM Typ 1 als auch PSSM Typ 2 dokumentiert wurden. Bei PSSM Typ 1 liegt eine Mutation im GYS1-Gen vor, die zu einer gesteigerten Glykogensynthese in der Muskulatur führt. Bei betroffenen Pferden stimuliert Insulin – ausgelöst durch stärke- und zuckerreiche Rationen – diese fehlerhafte Glykogenspeicherung weiter. Klinisch äußert sich PSSM in Muskelschwäche, Steifheit, Schwitzen nach geringer Belastung oder „Tying-Up“-Episoden. Ein umfassendes diagnostisches Workup unter tierärztlicher Anleitung ist vor gezielten Maßnahmen empfohlen.
Aus fütterungspraktischer Sicht gilt: Stärke- und zuckerreiche Futtermittel (Getreide, Süßmüsli) sollten bei betroffenen oder gefährdeten Tieren konsequent vermieden werden. Energie kann bei erhöhtem Bedarf alternativ über Fettquellen (pflanzliche Öle, Reiskleie) zugeführt werden, da Fett keinen relevanten Insulinanstieg provoziert. Regelmäßige moderate Bewegung gilt als wesentlicher Bestandteil des Managements – dies sollte immer in Absprache mit einem Tierarzt erfolgen.
EMS und Hufrehe
Das Rocky Mountain Horse gilt als leichtfuttrige Rasse, die zu Equinem Metabolischem Syndrom (EMS) und in der Folge zu Hufrehe (Laminitis) neigen kann. EMS-Pferde weisen eine Insulinresistenz auf; stärke- und zuckerreiche Rationen sowie kohlenhydratreiches Weidegras im Frühjahr und Herbst können akute Hufrehe-Schübe auslösen. Der Kohlenhydratgehalt (ESC + Stärke) der Gesamtration sollte bei gefährdeten Tieren möglichst unter 10 % der Trockenmasse gehalten werden.
MCOA / ASD – Kongenitale Augenanomalie
Für das Rocky Mountain Horse ist ein rassetypischer Gendefekt im Zusammenhang mit dem Silver-Dapple-Gen bekannt, der zu Multiple Congenital Ocular Anomalies (MCOA) bzw. Anterior Segment Dysgenesis (ASD) führen kann. Diese Augenveränderungen sind durch Fütterung nicht beeinflussbar, gehören aber zum Gesundheitsprofil der Rasse und sollten bei Zucht und Ankauf bekannt sein. Zuchtverbände empfehlen eine Untersuchung betroffener Farblinien.
Energiebedarf und Konditionsmanagement: Was das Rocky Mountain Horse wirklich braucht
Erhaltungsbedarf und Körperkondition
Der Energiebedarf des Rocky Mountain Horse im Alltag ist moderat. Als leichtfuttriges Pferd mittlerer Rahmengröße (Stockmaß 142–163 cm) deckt es seinen Erhaltungsbedarf unter normalen Umständen gut über qualitätsgutes Raufutter. Kraftfutter ist für das typisch gehaltene Freizeitpferd in leichter bis mittlerer Arbeit in der Regel nicht erforderlich.
Die Raufuttermenge sollte mindestens 1,5–2 % des Körpergewichts als Trockenmasse täglich betragen – bei einem angenommenen Gewicht von 500–550 kg entspricht das etwa 7,5–11 kg Heu-Trockenmasse pro Tag. Dabei ist nicht die Menge allein entscheidend, sondern auch die Qualität: Heu mit moderatem Energiegehalt und niedrigem Zucker-/Stärkeanteil (ESC + Stärke unter 10 % der Trockenmasse) ist besonders bei PSSM- oder EMS-gefährdeten Tieren anzustreben.
Körperkonditionsscore (BCS)
Der BCS nach Henneke (9-Punkte-Skala) sollte beim Rocky Mountain Horse mindestens alle vier bis sechs Wochen beurteilt werden. Optimal ist ein Wert von 4–5; bei BCS 6 oder höher ist eine Reduktion der Energiezufuhr – insbesondere durch Beschränkung stärke- und zuckerreicher Anteile sowie durch Weidemanagement – angezeigt. Ein Halskamm-Fettpolster („Cresty Neck“) gilt als eigenständiger Risikofaktor für Insulinentgleisung und sollte immer Anlass zu einer Rationsüberprüfung geben.
Lebensphasen
Fohlen und Jungpferde: In der Aufzucht ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Mineralstoffen – insbesondere Kalzium, Phosphor und Spurenelementen – entscheidend. Raufutter bildet die Grundlage; eine gezielte Ergänzung mit einem hochwertigen Jungpferde-Mineralfutter ist sinnvoll und sollte mit dem Tierarzt abgestimmt werden.
Adulte Pferde in leichter bis mittlerer Arbeit: Raufutter plus Mineralfutter und Salz reichen in der Regel aus. Kraftfutter nur bei nachgewiesenem Mehrbedarf.
Stuten in Trächtigkeit und Laktation: Der Energie- und Nährstoffbedarf steigt vor allem im letzten Trächtigkeitsdrittel und während der Laktation deutlich an. Eine Anpassung der Ration – z. B. durch energiedichtes, möglichst stärmearmes Zusatzfutter und erhöhte Mineralstoffversorgung – ist sinnvoll und sollte tierärztlich begleitet werden.
Senioren: Alte Pferde mit nachlassender Kaufähigkeit oder Verdauungsleistung benötigen unter Umständen leicht verdauliches Raufutter (z. B. Heulage, Heu-Cubes) sowie angepasste Ergänzungsfutter. Auch hier gilt: Stärke- und zuckerarme Optionen bevorzugen.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter: Die richtigen Futterarten für das Rocky Mountain Horse
Raufutter als unverzichtbare Basis
Heu oder Heulage bildet die unverzichtbare Grundlage jeder Ration für das Rocky Mountain Horse. Als Dauerfresser mit kleinem Magen benötigt das Pferd kontinuierlichen Zugang zu Raufutter – Fresspausen von mehr als drei bis vier Stunden begünstigen Magengeschwüre und erhöhen das Kolikrisiko. Heu in Raufen mit kleinen Maschen (3–4 cm) kann die Fresszeit verlängern und Langeweile sowie übermäßig schnelles Fressen reduzieren.
Heuqualität: Für das Rocky Mountain Horse mit seiner leichtfuttrigen Konstitution empfiehlt sich Heu mittlerer bis niedriger Energiedichte mit möglichst geringem Zucker- und Stärkegehalt (ESC + Stärke idealerweise unter 10 % der Trockenmasse). Eine Heuanalyse ist besonders bei Tieren mit EMS-Verdacht, PSSM-Disposition oder Übergewicht sinnvoll. Bei sehr zuckerreichem Heu kann eine Wässerung (30–60 Minuten in kaltem Wasser) den wasserlöslichen Zuckeranteil reduzieren, bitte hierbei auf eventuelle Nährstoffverluste achten.
Heulage: Fermentierte Heulage kann als Alternative zu Heu eingesetzt werden, weist aber in der Regel einen höheren Energiegehalt auf und ist daher für leichtfuttrige Individuen mit Bedacht zu dosieren.
Weide: Frisches Gras – besonders im Frühjahr und bei feuchtem, warmem Wetter – enthält hohe Mengen an wasserlöslichen Kohlenhydraten (Fruktane, Zucker) und kann bei empfindlichen Tieren Hufrehe und metabolische Probleme auslösen. Ein kontrolliertes Anweideprogramm und ggf. ein Weidenmaulkorb bei hochgradig hufreheempfindlichen Tieren sind angezeigt.
Kraftfutter: Zurückhaltung ist das Gebot
Für das Rocky Mountain Horse im leichten Freizeitbereich ist Kraftfutter nicht erforderlich. Getreidereiche Produkte (Hafer, Gerste, Mais) und zuckerhaltige Müslis sind wegen der PSSM-Disposition und der Hufrehe-Gefährdung besonders kritisch zu beurteilen. Wird bei intensiverer Arbeit, Trächtigkeit oder Untergewicht ein Mehrbedarf festgestellt, sollten stärke- und zuckerarme Energieträger bevorzugt werden: Rübentrockenschnitzel (unmelassiert), Luzernecobs, pflanzliche Öle oder hochwertige Fett-Protein-Ergänzer bieten Energie ohne starken Insulinanstieg.
Mineralfutter
Raufutter allein deckt den Mineralstoff- und Spurenelementbedarf des Pferdes in der Regel nicht vollständig. Ein ausgewogenes Mineralfutter oder ein Vitamin-Mineral-Ergänzer ist daher auch für das ansonsten genügsame Rocky Mountain Horse empfohlen. Die Auswahl sollte auf die analysierte Raufuttergrundlage abgestimmt sein – besonders Selen, Zink, Kupfer und Vitamin E werden über Heu häufig nicht ausreichend geliefert. Ein Salzleckstein oder tägliche Salzzugabe (ca. 20–30 g) sichert den Natrium-Chlorid-Bedarf.
Nahrungsergänzung beim Rocky Mountain Horse: Gezielt, evidenzbasiert und PSSM-bewusst
Mineralfutter und Basisversorgung
Jede Ration für das Rocky Mountain Horse sollte eine bedarfsgerechte Mineralstoffversorgung beinhalten. Besonders Spurenelemente wie Zink, Kupfer, Mangan und Selen werden durch Heu häufig nicht in ausreichender Menge geliefert. Vitamin E ist ein weiterer häufig limitierender Nährstoff, insbesondere bei Pferden ohne Weidezugang. Die Dosierung des Mineralfutters richtet sich nach dem Produktlabel und der Heuanalyse – eine Überversorgung mit fettlöslichen Vitaminen oder bestimmten Spurenelementen ist ebenso zu vermeiden wie eine Unterversorgung.
Fett als Energiequelle bei PSSM
Bei nachgewiesener oder vermuteter PSSM-Disposition kann die gezielte Anreicherung der Ration mit Fett sinnvoll sein. Pflanzliche Öle (z. B. Leinöl, Sonnenblumenöl) oder spezifische Produkte auf Reiskleie-Basis liefern Energie ohne den bei Stärke/Zucker typischen Insulinanstieg. Ob und in welchem Umfang eine solche Ergänzung sinnvoll ist, sollte im Einzelfall mit einem Tierarzt oder einer qualifizierten Pferdeernährungsberatung abgestimmt werden – insbesondere weil eine einseitige Fettergänzung ohne Ausgleich anderer Nährstoffe den Nährstoffhaushalt verschieben kann.
Elektrolyte bei Distanzarbeit
Wird das Rocky Mountain Horse intensiv als Distanz- oder Wanderreitpferd eingesetzt, verliert es über den Schweiß erhebliche Mengen an Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Eine Elektrolytergänzung nach längeren Ausritten oder bei großer Hitze kann sinnvoll sein – sie ersetzt aber nicht die ausreichende Wasserversorgung und sollte niemals ohne gleichzeitigen freien Wasserzugang verabreicht werden. Die konkrete Dosierung ist mit dem Tierarzt abzustimmen.
Biotin und Hufgesundheit
Für Pferde mit Hufproblemen oder nach Hufrehe-Episoden wird Biotin als unterstützende Ergänzung diskutiert. Die Datenlage ist nicht einheitlich; ein möglicher Nutzen für die Hornqualität wird in der Fachliteratur beschrieben. Ob eine solche Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, sollte tierärztlich begleitet werden.
Vitamin E bei begrenztem Weidegang
Bei ganzjähriger Stallhaltung ohne Weidezugang kann der Vitamin-E-Bedarf über Heu allein häufig nicht gedeckt werden. Eine zusätzliche Vitamin-E-Versorgung (in Form von natürlichem Alpha-Tocopherol) wird für Pferde ohne Grünfutterzugang allgemein als sinnvoll betrachtet – auch hier gilt die individuelle Abstimmung mit Fachpersonal.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heuqualität, Fressrhythmus und Weide beim Rocky Mountain Horse
Heuqualität und Heuanalyse
Die Qualität des Heus ist beim Rocky Mountain Horse der mit Abstand wichtigste Stellhebel. Eine Heuanalyse (Trockensubstanz, Rohprotein, Rohfaser, NFC/Zucker, Stärke, Mineralstoffe) liefert die Grundlage für eine bedarfsgerechte Rationsgestaltung und ist bei Tieren mit Übergewicht, PSSM-Verdacht oder EMS-Risiko besonders zu empfehlen. Heu mit einem ESC+Stärke-Wert über 10 % der Trockenmasse sollte bei empfindlichen Tieren durch Wässerung aufbereitet oder durch zuckerärmeres Heu ersetzt werden.
Fressrhythmus und Fresspausen
Das Rocky Mountain Horse sollte möglichst kontinuierlich Zugang zu Raufutter haben. Fresspausen über drei bis vier Stunden fördern die Magensäureproduktion ohne Pufferwirkung durch Speichel und erhöhen damit das Risiko für Magengeschwüre. Heuraufen mit Netz oder kleiner Maschenweite verlangsamen die Futteraufnahme und sorgen für eine gleichmäßigere Verteilung über den Tag. Mindestens zwei bis drei Heugaben täglich sind bei bedarfsorientierter (nicht ad-libitum) Fütterung empfehlenswert.
Wasserversorgung
Frisches, sauberes Wasser muss jederzeit und in ausreichender Menge frei verfügbar sein. Der tägliche Wasserbedarf eines Pferdes mittlerer Größe liegt je nach Temperatur, Aktivität und Futterfeuchte bei 25–50 Litern täglich; bei Distanzarbeit im Sommer kann er deutlich höher sein. Automatiktränken sollten regelmäßig auf Funktion und Hygiene geprüft werden.
Weide- und Anweidemanagement
Für das Rocky Mountain Horse mit seiner Tendenz zu EMS und Hufrehe ist das kontrollierte Anweiden im Frühjahr besonders wichtig. Frisches Gras enthält in Wachstumsphasen (Frühjahr, nach Regen, abends nach Sonnenschein) besonders hohe Fruktanmengen. Eine schrittweise Verlängerung der Weidezeit über mehrere Wochen schützt den Verdauungstrakt und stabilisiert den Insulinstoffwechsel. Bei hochgradig empfindlichen Tieren kann die Weidenutzung auf frühe Morgenstunden (niedriger Fruktan-Gehalt) beschränkt oder durch einen Weidenmaulkorb ergänzt werden – dies immer in Rücksprache mit dem Tierarzt.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Rocky Mountain Horsewikipedia
- [4]Rocky Mountain Horse Breed Guide: Characteristics, Health ...web
- [5]Rocky Mountain Horse - Pferdeflüsterei.deweb
- [6]Rocky Mountain Horse im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
- [7]Rasseinfo - Toril's Rocky Mountain Horsesweb
- [8]Häufige Fragen - Rocky Mountain Horsesweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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