Pferdefutter für Shire Horse
Pferdefutter für Shire Horses – die schwerste Pferderasse. Raufutterbasis für effiziente Futterverwerter bis 900 kg.
- Stockmaß
- ∅ 172–178 cm
- Gewicht
- 800–1.200 kg
- Herkunft
- Großbritannien (Midlands)

Shire Horse – Futter für den größten Kaltblüter der Welt
Das Shire Horse ist kein durchschnittlicher Futterverwerter in großem Format – es ist eine Rasse, deren Stoffwechsel über Jahrhunderte auf Sparsamkeit getrimmt wurde. In den englischen Midlands zog es Pflüge, Brauereiwagen und Lastkähne durch feuchtes, raues Weideland, nicht durch nährstoffreiche Kulturweiden. Diese Geschichte hat einen Verdauungsapparat geformt, der Raufutter außerordentlich effizient verwertet und auf Kraftfuttergaben empfindlich reagiert.
Für die Ernährungspraxis bedeutet das: Heu ist die tragende Säule der gesamten Ration, Kraftfutter bleibt die Ausnahme und richtet sich streng nach tatsächlichem Leistungsbedarf. Wer das Shire Horse mit dem Appetit eines schwer arbeitenden Warmblüters versorgt, riskiert Übergewicht, Stoffwechselprobleme und im schlimmsten Fall muskuläre Erkrankungen wie die Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM).
Dieser Ratgeber beleuchtet den rassespezifischen Energiebedarf, die richtige Raufutterauswahl, den zurückhaltenden Umgang mit stärke- und zuckerhaltigen Futtermitteln sowie die gezielte Mineralstoff- und Nahrungsergänzungsversorgung – abgestimmt auf die charakteristischen Gesundheitsrisiken des Shire Horses.
Größe und Statur: Was das Körpergewicht für den Futterbedarf bedeutet
Das Shire Horse ist offiziell die größte Pferderasse der Welt. Ausgewachsene Hengste erreichen eine Widerristhöhe von durchschnittlich 172–178 cm und ein Körpergewicht von 800 bis 1.200 kg, wobei Extrem-Individuen sogar diese Spannen übersteigen können. Stuten sind etwas leichter, bewegen sich jedoch ebenfalls deutlich jenseits der 700-kg-Marke.
Diese Körpermasse hat unmittelbare Konsequenzen für die Futterplanung:
- Absolute Raufuttermenge: Bei einem Richtwert von mindestens 1,5 % des Körpergewichts an Trockenmasse pro Tag benötigt ein 900-kg-Shire mindestens 13–14 kg Heu täglich – bei mittlerer Nutzung eher 15–18 kg. Verglichen mit einem 500-kg-Warmblut (ca. 7–8 kg Heu) ist das ein erheblicher logistischer und wirtschaftlicher Unterschied.
- Effizienter Stoffwechsel: Als klassisches Kaltblut gehört das Shire Horse zu den sogenannten „leichtfuttrigen“ Rassen – es deckt seinen Erhaltungsbedarf mit deutlich weniger Energie pro Kilogramm Körpermasse als Warmblüter oder Vollblüter.
- Gelenkbelastung durch Gewicht: Die großen, breiten Hufe und massiven Gliedmaßen des Shire Horses sind anatomisch auf Tragfähigkeit ausgelegt, aber das hohe Körpergewicht bedeutet auch, dass Übergewicht die Gelenke, Sehnen und Hufmechanismen unverhältnismäßig stark belastet.
Die Größenklasse „Kaltblut schwer“ erfordert damit eine Rationsplanung, die primär auf Volumen und Faserqualität des Raufutters achtet – nicht auf kalorische Dichte.
Wesen und Charakter: Was der „Gentle Giant“ für den Stallalltag bedeutet
Das Shire Horse trägt den Beinamen „Gentle Giant“ zu Recht: Trotz seiner imposanten Größe gilt die Rasse als besonders sanftmütig, geduldig und nervenstarkt. Dieses ausgeglichene Temperament unterscheidet es deutlich vom lebhafteren Clydesdale und macht es auch für weniger erfahrene Pferdemenschen handhabbar – vorausgesetzt, die Grundausbildung stimmt.
Für das Fütterungsmanagement ist das Wesen des Shire Horses in mehrfacher Hinsicht relevant:
Stressarmes Fressen: Shire Horses fressen ruhig und methodisch. Sie sind weniger anfällig für nervöses Schlingen, wie es bei aufgeweckteren Rassen gelegentlich beobachtet wird. Dennoch sollte die Fütterungsroutine regelmäßig und stabil sein – Pferde sind Gewohnheitstiere, und Unregelmäßigkeiten im Futterrhythmus können Unruhe und Magenübersäuerung begünstigen.
Soziales Fressverhalten: In Gruppenherden können schwerere Tiere wie das Shire Horse an gemeinsamen Futterplätzen dominieren, ohne es bewusst zu tun. Ausreichend Fressplätze – Faustregel: mindestens ein Fressplatz mehr als Pferde in der Gruppe – vermeiden Stress bei rangniedrigeren Tieren.
Lernfähigkeit und Futtergewöhnung: Die Anpassungs- und Lernfähigkeit des Shire Horses ist ein Vorteil beim schrittweisen Umstellen der Ration. Dennoch gilt wie bei allen Pferden: Keine abrupten Futterwechsel, da dies Verdauungsstörungen provoziert. Veränderungen der Ration immer über mindestens 7–10 Tage einschleichen.
Herkunft und Geschichte: Wie englisches Weideland die Rasse formte
Das Shire Horse entstammt den Midlands Englands – den Grafschaften Lincolnshire, Derbyshire, Staffordshire und Leicestershire. Die Bezeichnung „Shire“ leitet sich von diesen ländlichen Verwaltungseinheiten ab. Die systematische Zucht in ihrer heutigen Form begann im 18. Jahrhundert, maßgeblich beeinflusst durch den Landwirt Robert Bakewell, der das sogenannte „Improved Black Cart Horse“ (auch Bakewell Black) entwickelte, aus dem das moderne Shire Horse hervorging.
Die Vorfahren der Rasse waren mittelalterliche Schlachtpferde – das „Great Horse“ –, die nach dem Ende der Ritterrüstung als Arbeitstiere umgezüchtet wurden. Im 17. Jahrhundert kreuzten niederländische Entwässerungsingenieure friesian-ähnliche Zugpferde mit einheimischen englischen Schwarzpferden, was die genetische Basis des Shire Horses entscheidend prägte.
Fütterungshistorischer Bezug: Die englischen Midlands sind keine fetten Niederungswiesen, sondern geprägt von strukturreichem, manchmal mineralarmem Grasland. Hinzu kommt: Im Ursprungsland wurden und werden Shire Horses traditionell mit „Chaff“ gefüttert – gehäckseltem Stroh oder Heu als Hauptbestandteil der Ration, ergänzt durch moderate Getreidemengen. Diese Tradition spiegelt den geringen Energiebedarf der Rasse wider und erklärt, warum das Shire Horse als leichtfuttriges Kaltblut gilt, das mit strukturiertem Raufutter auskommt, ohne auf energiedichte Kraftfuttermischungen angewiesen zu sein.
Nach einem dramatischen Rückgang in den 1960er-Jahren – als Traktoren die Zugpferde verdrängten – haben Brauereien und Züchtervereine die Rasse erhalten. Heute wird das Shire Horse vor allem in Freizeit, Show und leichter Zugarbeit eingesetzt, was seinen moderaten Leistungsbedarf unterstreicht.
Pflege: Fesselschopf, Mauke und fütterungsrelevante Pflegeaspekte
Die Pflege des Shire Horses ist aufwendiger als bei den meisten anderen Rassen – der dichte Fesselschopf (Langhaar-Behang an den Fesseln) ist das charakteristischste und pflegeintensivste Merkmal. Er ist nicht nur ästhetisch prägend, sondern ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko, das eng mit der Ernährung verknüpft ist.
Mauke (Fessel-Dermatitis) und Ernährungszusammenhang: Unter dem dichten Behang staut sich Feuchtigkeit, was Mauke begünstigt. Relevant für die Fütterung ist dabei, dass ein geschwächtes Immunsystem – etwa durch mangelhafte Mineralstoffversorgung oder durch metabolischen Stress bei Übergewicht – die Hautbarriere anfälliger macht. Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Zink, Biotin und anderen hautrelevanten Mikronährstoffen kann im Einzelfall sinnvoll sein; dies sollte jedoch mit tierärztlicher Begleitung beurteilt werden.
Chronisch-Progressive Lymphödem (CPL): Shire Horses sind für das chronisch-progressive Lymphödem prädisponiert – eine genetisch bedingte Erkrankung, die zu zunehmenden Schwellungen an den Fesseln führt. Übergewicht verschlechtert den Lymphabfluss und kann den Verlauf negativ beeinflussen. Das Körpergewichtsmanagement durch angepasste Rationsgestaltung ist daher nicht nur eine Komfort-, sondern eine medizinische Frage.
Hufpflege: Die großen, breiten Hufe des Shire Horses erfordern regelmäßige Kontrolle auf Strahlfäule, die bei feuchter Stallhaltung häufig auftritt. Auch hier spielt die Ernährung eine Rolle: Biotin, Zink, Methionin und Kupfer gelten als hufstützende Nährstoffe; eine gezielte Ergänzung bei bekanntem Mangel kann sinnvoll sein – im Zweifel nach Hufbefund und tierärztlicher Einschätzung.
Gesundheit: Rassetypische Dispositionen mit direktem Futterbezug
Das Shire Horse gilt als robust und langlebig, zeigt jedoch als schweres Kaltblut eine Reihe von Gesundheitsrisiken, die unmittelbar mit der Ernährung verknüpft sind. Wer diese kennt, kann präventiv handeln.
Polysaccharid-Speicher-Myopathie (PSSM)
PSSM ist eine Muskelspeichererkrankung, bei der überschüssige Polysaccharide (vor allem abnormales Glykogen) in der Muskulatur eingelagert werden. Das Shire Horse gehört – wie andere schwere Zugpferderassen – zu den prädisponierten Rassen. Klinisch zeigt sich PSSM durch Muskelsteifheit, Leistungsverweigerung, Schweißausbrüche und im schlimmsten Fall Muskelzerfall (Rhabdomyolyse). Fütterungsrelevanz: Stärke- und zuckerreiche Rationen (Getreide, Melassefutter, zuckerreiches Frühjahrsgrass) verschlechtern das Krankheitsbild. Eine fettreiche, stärmearme Ration mit strukturiertem Raufutter als Basis und pflanzlichen Ölen als Energieergänzung gilt als ernährungstherapeutischer Ansatz – die konkrete Umsetzung muss tierärztlich begleitet werden.
Chronisch-Progressives Lymphödem (CPL)
CPL ist eine genetisch bedingte, fortschreitende Erkrankung des Lymphsystems, die bei Zugpferderassen überproportional häufig auftritt. Die Schwellungen an Fesseln und Unterschenkeln sind irreversibel, lassen sich aber im Verlauf beeinflussen. Übergewicht verschlechtert den Lymphabfluss signifikant – konsequentes Gewichtsmanagement durch Raufutter-Kontrolle und Kraftfutterbeschränkung ist daher medizinisch sinnvoll.
Mauke / Fessel-Dermatitis
Die chronische Fessel-Dermatitis ist beim Shire Horse aufgrund des dichten Fesselschopfs besonders häufig. Metabolischer Stress, Übergewicht und Immunschwäche begünstigen die Entstehung. Eine ausgewogene Mineralstoffversorgung – insbesondere Zink und Selen – unterstützt die Hautimmunität; Dosierung und Bedarf sollten aber im Einzelfall fachlich abgeklärt werden.
Gelenkprobleme und Osteochondrose (OCD)
Das hohe Gewicht belastet Sprung-, Knie- und Hufgelenke erheblich. Bei Fohlen ist übermäßig schnelles Wachstum durch proteinreiche oder energiedichte Kraftfuttergaben ein Risikofaktor für Osteochondrose. Langsames, gleichmäßiges Wachstum durch raufutterbasierte Aufzucht ist das primäre Ziel.
Magengeschwüre
Obwohl Magengeschwüre klassischerweise mit Sportpferden assoziiert werden, können lange Fresspausen (>4–5 Stunden) auch bei Kaltblütern Magenübersäuerung begünstigen. Kontinuierliche Raufutterverfügbarkeit ist deshalb auch beim Shire Horse unverzichtbar.
Energiebedarf und Konditionsmanagement beim Shire Horse
Der Energiebedarf des Shire Horses ist – gemessen an seiner schieren Körpermasse – überraschend moderat. Als Kaltblüter verwerten Shire Horses Raufutter außerordentlich effizient; ihr Erhaltungsbedarf pro Kilogramm Körpergewicht liegt deutlich unter dem von Warmblütern oder Vollblütern. Das ist evolutionär sinnvoll, birgt in der Praxis aber das Risiko einer chronischen Überversorgung.
Erhaltungsbedarf
Ein nicht oder leicht arbeitendes Shire Horse (800–900 kg) deckt seinen Energiebedarf im Regelfall vollständig durch qualitativ gutes Heu. Die Faustregel aus der Praxis des Deutschen Shire Horse Vereins lautet: 1 kg Raufutter pro 100 kg Körpergewicht als Orientierung für die tägliche Grundversorgung – bei einem 900-kg-Pferd also rund 9 kg Heu als Mindestwert, wobei aus physiologischen Gründen (kontinuierliche Faseraufnahme) eher 13–18 kg Heu täglich angestrebt werden sollten, verteilt über den ganzen Tag.
Leistungsbedarf
Bei regelmäßiger Zugarbeit, Kutschenfahrten oder Freizeitreiten mittlerer Intensität steigt der Energiebedarf moderat an. Kraftfutter (Hafer, Gerste, Mischpellets) kommt dann gezielt ergänzend zum Einsatz – in kleinen Mengen, auf mehrere Mahlzeiten verteilt, niemals als Hauptenergielieferant. Der Grundsatz lautet: Leistung erhöhen → erst mehr Raufutter, dann ggf. Kraftfutter.
Konditionsbeurteilung (Body Condition Score, BCS)
Die regelmäßige Konditionsbeurteilung ist beim Shire Horse besonders wichtig, weil das dicke Fell im Winter optische Täuschungen begünstigt. Empfohlen wird der Henneke-BCS (Skala 1–9), wobei Shire Horses im Bereich 4–6 liegen sollten. Fettpolster am Kamm, Schweifansatz und hinter dem Schulterblatt sind frühe Warnsignale für Übergewicht. Händisches Ertasten der Rippen (spürbar, aber nicht sichtbar) bleibt die verlässlichste Alltagsmethode.
Fohlen und Jährlinge
Shire-Fohlen haben ein sehr hohes Wachstumspotenzial. Zu schnelles Wachstum durch energiereiche Rationen ist ein Risikofaktor für Osteochondrose (OCD) und Gelenkentwicklungsstörungen. Die Ration sollte auf langsames, gleichmäßiges Wachstum ausgerichtet sein: strukturreiches Heu als Basis, bedarfsgerechtes Fohlenmüsli in moderaten Mengen, kein Kraftfutter-Exzess.
Senioren (ab ca. 15–18 Jahren)
Ältere Shire Horses verlieren oft Körpermasse, obwohl die Futtermengen gleichbleiben – häufig bedingt durch Zahnabnützung, Resorptionsprobleme oder altersbedingte Stoffwechselveränderungen. Für Senioren sind leicht kaubare Raufutteralternativen (gedämpftes Heu, Heucobs, Heulage guter Qualität) sowie ggf. energetisch aufgewertete Seniormischungen sinnvoll. Die Zahngesundheit sollte jährlich kontrolliert werden.
Raufutter, Kraftfutter und Mineralfutter für das Shire Horse
Die Rationszusammenstellung für das Shire Horse folgt einer klaren Prioritätenhierarchie: Raufutter zuerst, Kraftfutter nur bedarfsgerecht, Mineralfutter zur gezielten Ergänzung.
Raufutter: Die unverzichtbare Basis
Heu bildet das Fundament jeder Ration. Für das Shire Horse gilt dies in besonderem Maß, da die Rasse auf eine kontinuierliche Faseraufnahme ausgelegt ist und bei Fresspausen über 4–5 Stunden mit Magenübersäuerung und erhöhtem Kolikrisiko reagieren kann. Empfehlenswert ist:
- Heu erster oder zweiter Schnitt: Strukturreiches, nicht zu nährstoffreiches Heu. Für leicht arbeitende oder ruhende Shire Horses ist Heu aus dem zweiten Schnitt mit moderatem Energiegehalt häufig besser geeignet als proteinreicher Frühschnitt.
- Heulage: Bei staubbedingten Atemwegsproblemen kann Heulage (oder bedampftes Heu) sinnvoll sein. Heulage hat bei gleichem Gewicht eine höhere Wassergehalt und damit geringere Trockenmasse – die tatsächliche Futtermenge muss entsprechend angepasst werden.
- Stroh als Ergänzung: Stroh (insbesondere Weizenstroh) kann einen Teil des Heues ersetzen und verlängert die Fresszeit bei gleichzeitiger Kalorienreduktion. Es ist energiearm, strukturreich und sättigt gut. Wichtig: Stroh als einziges Raufutter ist ungeeignet, da es den Nährstoffbedarf nicht deckt.
- Weide: Frisches Weidegras ist energiereicher als viele Heuqualitäten – besonders im Frühjahr (hohes Fruktangehalt). Bei Shire Horses mit PSSM-Disposition oder Übergewicht ist ein kontrolliertes Weidemanagement (Weidegitter, zeitlich begrenzte Weidezeiten) essenziell.
Chaff – die britische Tradition
Im Ursprungsland wird das Shire Horse traditionell mit „Chaff“ gefüttert – gehäckseltem Stroh oder Heu. Dieser Strukturanteil verlangsamt die Futteraufnahme, fördert die Kauaktivität und unterstützt die Darmpassage. Stroh-/Heuhäcksel können als Trägermaterial für Pellets oder Mineralfutter sinnvoll eingesetzt werden und haben beim Shire Horse eine lange bewährte Tradition.
Kraftfutter: Zurückhaltend und leistungsabhängig
Ein Shire Horse in Ruhehaltung oder leichter Arbeit benötigt in der Regel kein Kraftfutter. Wird es eingesetzt, sollten folgende Grundsätze gelten:
- Kleine Mengen, auf mindestens 2–3 Mahlzeiten verteilt (nie mehr als 1,5–2 kg Stärke-Kraftfutter pro Mahlzeit)
- Hafer ist gegenüber Gerste oder Mais bevorzugt, da er ein günstigeres Stärke-Faser-Verhältnis aufweist
- Müslis und Mischfutter für Kaltblüter oder „easy keeper“-Varianten sind getreidearmen Hochenergiemischungen vorzuziehen
- Bei PSSM-Disposition: stärkearme, fettbetonte Alternativen (z. B. Luzernepellets, Reiskleie, Leinöl) bevorzugen; dies sollte tierärztlich begleitet werden
Mineralfutter
Heu deckt den Mineralstoffbedarf selten vollständig. Ein rationsabgestimmtes Mineralfutter – abgestimmt auf die regionale Heu-Qualität – ist für Shire Horses generell empfehlenswert. Besonders relevant: Selen (in weiten Teilen Europas im Boden und damit im Heu mangelversorgend), Kupfer und Zink (wichtig für Haut und Hufe), sowie Kalzium und Phosphor im richtigen Verhältnis (Ca:P mindestens 1,5:1) für Knochen- und Gelenkgesundheit.
Nahrungsergänzung für das Shire Horse: Gezielt statt reflexartig
Die Frage nach Nahrungsergänzungsmitteln für das Shire Horse ist differenziert zu betrachten: Pauschale Ergänzungen sind bei einem leichtfuttrigen Kaltblüter mit gut zusammengestellter Grundration oft nicht notwendig. Gezielte Ergänzungen hingegen können bei bestimmten Dispositionen oder in bestimmten Lebensphasen sinnvoll sein – immer in Absprache mit dem betreuenden Tierarzt oder einer qualifizierten Pferdeernährungsberatung.
Mineralfutter und Spurenelemente
Die Basisergänzung bildet ein rationsabgestimmtes Mineralfutter, das die Lücken des regionalen Heus schließt. Besonders relevant für das Shire Horse:
- Selen: In Europa häufig unterversorgt; Selenmangel kann Muskelprobleme begünstigen, was bei PSSM-Disposition besonders zu beachten ist. Da Selen in hohen Mengen toxisch ist, darf keine unkontrollierte Eigenergänzung erfolgen – Bedarfsermittlung über Blutuntersuchung empfehlenswert.
- Zink und Kupfer: Bedeutsam für Huf- und Hautgesundheit, besonders angesichts der Mauke-Prädisposition. Viele mitteleuropäische Heuqualitäten weisen suboptimale Zink-Gehalte auf.
- Biotin: Wird zur Unterstützung der Hufhorn-Qualität diskutiert; kann bei nachgewiesenen Hufproblemen ergänzend sinnvoll sein.
Elektrolyte bei Arbeit und Hitze
Shire Horses produzieren bei Zugarbeit oder moderater Reitarbeit an warmen Tagen erhebliche Schweißmengen. Schweif enthält nicht nur Wasser, sondern auch Natrium, Chlorid, Kalium und Magnesium. Bei intensiverer Arbeit oder hohen Temperaturen kann eine gezielte Elektrolytergänzung sinnvoll sein – diese wird in der Regel über das Tränkwasser oder als Zulage zum Futter gegeben. Dauerhaft angebotene Salzlecksteine (Natrium-Chlorid) decken den Grundbedarf an Kochsalz ab.
Fettsäuren und Energielieferanten bei PSSM
Bei Shire Horses mit bestätigter oder vermuteter PSSM wird in der Fachliteratur eine fettreiche, stärkearme Ernährung diskutiert. Pflanzliche Öle (z. B. Leinöl, Sonnenblumenöl) können als Energiequelle eingesetzt werden, die keine Insulinausschüttung auslöst. Die konkrete Umsetzung – Ölmenge, Einführungsgeschwindigkeit, Kombination mit anderen Maßnahmen – muss individuell und in tierärztlicher Begleitung erfolgen.
Gelenk-Ergänzungen im Seniorenalter
Für ältere Shire Horses mit Arthrose oder Gelenkveränderungen werden Ergänzungen wie Glucosamin, Chondroitin oder MSM diskutiert. Die wissenschaftliche Evidenz ist auch beim Pferd begrenzt; sie können jedoch als ergänzende Maßnahme bei bestehenden Gelenkproblemen in Betracht gezogen werden – immer als Teil eines umfassenderen Betreuungskonzepts, nicht als Einzellösung.
Fütterungsmanagement im Alltag: Heuqualität, Rhythmus und Weideplanung
Die beste Rationsplanung nützt wenig, wenn das Fütterungsmanagement im Alltag nicht stimmt. Für das Shire Horse als Dauerfresser mit großem Verdauungsvolumen sind Rhythmus, Wasserzugang und Weidemanagement mindestens ebenso wichtig wie die Auswahl der einzelnen Futterkomponenten.
Heuqualität aktiv prüfen
Nicht jedes Heu ist gleich. Für das Shire Horse empfiehlt sich eine Heuanalyse (Energie-, Protein-, Zucker- und Mineralstoffgehalt) mindestens einmal pro Jahr bzw. bei jedem neuen Heu-Lieferanten. Heu mit hohen Zuckergehalten (über 10–12 % wasserlösliche Kohlenhydrate in der Trockenmasse) ist für Shire Horses mit PSSM-Disposition oder Übergewichtstendenz kritisch und sollte gewässert oder durch wässern in seiner Zuckerlast reduziert werden – auch hier ist fachliche Begleitung sinnvoll.
Fresspausen vermeiden
Das Pferd ist physiologisch auf eine kontinuierliche Faseraufnahme ausgelegt. Fresspausen von mehr als 4–5 Stunden begünstigen Magenübersäuerung, Kolik und Verhaltensprobleme (Koppen, Weben). Für Shire Horses in Boxenhaltung bedeutet das: mehrmaliges Heufüttern täglich oder dauerhaftes Angebot (Heunetze mit kleiner Maschenweite verlangsamen die Aufnahme und verlängern die Beschäftigungsdauer).
Wasserversorgung
Ein 900 kg schweres Shire Horse trinkt täglich 40–70 Liter Wasser, bei Hitze oder Arbeitsbelastung deutlich mehr. Sauberes Wasser muss jederzeit frei zugänglich sein. Tränken sollten regelmäßig gereinigt werden; Pferde verschmutzen Stehwasser und trinken dann weniger, was Verstopfungskoliken begünstigt.
Anweiden im Frühjahr
Besonders beim Shire Horse ist das schrittweise Anweiden im Frühjahr essenziell. Das zuckerreiche Frühjahrsgrass (hoher Fruktangehalt) kann bei leichtfuttrigen Kaltblütern PSSM-Schübe auslösen oder Übergewicht fördern. Bewährt hat sich ein Start mit 15–30 Minuten Weidezeit pro Tag, die über 2–4 Wochen langsam gesteigert wird. Weidegitter oder Paddock-Abschnitte helfen, die Grasaufnahme zu kontrollieren.
Fütterungsumstellungen immer schrittweise
Jede Veränderung der Ration – Heuwechsel, Einführung von Kraftfutter, neue Ergänzungsmittel – sollte über mindestens 7–10 Tage eingeschlichen werden. Abrupte Futterwechsel stören die Darmflora und können zu Verdauungsstörungen und Koliken führen.
Quellen
- [1]FEDIAF Nutritional Guidelines 2025guideline
- [2]NRC (2006): Nutrient Requirements of Dogs and Catsguideline
- [3]Wikipedia: Shire Horsewikipedia
- [4]Shire Horse Breed Guide: Characteristics, Health, & Nutrition | Mad Barnweb
- [5]Fütterung - Deutscher Shire Horse Verein e.V.web
- [6]Shire Horse im Rasseportrait | ehorses Magazinweb
- [7]Artikel übersicht | Mühldorferweb
Hinweis
Dieser Ratgeber ist allgemeine, datenbasierte Information – keine individuelle tierärztliche Beratung. Fütterung und Nahrungsergänzung bei Erkrankungen, Jungtieraufzucht oder besonderen Bedürfnissen gehören in tierärztliche Hand. Bei akuten oder anhaltenden Symptomen bitte einen Tierarzt oder eine Tierklinik aufsuchen.
Fragen zur Ernährung & Haltung
futter.de-Redaktion. KI-gestützt erstellt aus unserer geprüften Datenbasis, redaktionell kuratiert.
Tierärztliches Review im Aufbau (Klinik-Partner). Medizinische Aussagen sind quellenbelegt. Zuletzt aktualisiert: 12. Juni 2026.
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